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Abschied in Neumarkt-St. Veit

Nach 106 Blutspenden ist Schluss – Mit 73 Jahren darf Georg Gebler nicht mehr zum Aderlass

106 Mal hat er sich bereits einen halben Liter Blut abzapfen lassen. Doch jetzt hat Georg die Altersgrenze erreicht.
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106 Mal hat er sich bereits einen halben Liter Blut abzapfen lassen. Doch jetzt hat Georg die Altersgrenze erreicht.
  • Karlheinz Jaensch
    VonKarlheinz Jaensch
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Zu seiner 100. Spende hat der Neumarkter ein Riesenpaket mit italienischen Spezialitäten erhalten – Wurst, Käse, Wein, Gewürze, Nudeln und Gebäck.

Neumarkt- St. Veit – „Das ist unser zweiter Blutspendetermin in diesem Jahr“, erklärt die Teamleiterin vom Roten Kreuz, Wilma Kalisch.

Und sie freut sich. Denn: „Trotz Corona-Zeiten kommen neben den Stammspendern immer wieder neue hinzu.“ Auch an diesem Tag in Neumarkt-St. Veits Kulturbahnhof.

Allerdings stellt sie auch fest: Es sind insgesamt weniger als vor Corona. Denn von der hohen Inzidenz sind offenbar auch Spender betroffen. „Infizierte dürfen erst einen Monat nach der Freisetzung wieder spenden“, klärt Kalisch auf.

Leberkäse, Käse und saures Gürkchen

Nach den Voranmeldungen erwartete der Münchner Blutspendedienst in der Rottstadt über 100 Personen am Donnerstag im Kulturbahnhof. Tatsächlich waren es 155 Spender, die dort vom ehrenamtlichen Team bestens versorgt werden.

Seit über 40 Jahren betreut Marianne Zehentbauer Blutspender.

Marianne Zehentbauer, Hausfrau und Rentnerin aus Neumarkt-St. Veit, betreut die Spender und Diensttuenden seit über 40 Jahren und sagt: „Unsere Aufgabe beginnt schon lange vor dem Spendentermin. Wir gehen einkaufen und besorgen Getränke, Semmeln, Wurst und Süßes.“ Noch bevor die ersten Spender kommen, stehen bereits heißer Tee oder Kaffee bereit. „Dann belegen wir die Semmeln mit Leberkäse oder Käse, wobei ein saures Gürkchen den Geschmack verstärkt“, erklärt Zehentbauer. Die Anmeldung und Impfkontrolle werden ebenfalls von den Ehrenamtlichen stets einwandfrei erledigt. Auch das Anerkennungsgeschenk übergibt eine Ehrenamtliche. „Und wenn um 20 Uhr alles vorbei ist, dann räumen wir auf und zusammen.“

Immer wieder kommen an diesem Nachmittag neue Spender hinzu, die dann meistens auch dabei bleiben und sogar öfter als einmal pro Jahr ihr Blut hergeben. Kein Wunder: Das Team strahlt auch familiäre Stimmung aus.

Lisa Wimmer hatte früher Angst vor der Nadel.

Lisa Wimmer (25), Versicherungskauffrau aus Neumarkt-St. Veit, erklärt: „Eigentlich wollte ich schon viel früher Blut spenden. Aber ich hatte immer Angst vor der Nadel.“

Diesmal habe sie sich durchgerungen, „und ich mache gerne mit“. Die Betreuung bezeichnet sie als recht angenehm. „Mich hat niemand überredet. Ich denke einfach, das ist eine gute Sache. Ich helfe überhaupt gerne.“ Sie werde jedenfalls von jetzt ab öfter spenden.

Ob sie aber jemals die Quote von Georg Gebler erreicht? Der 73-jährige Rentner aus Neumarkt-St. Veit hat bereits 106 mal gespendet.

„Vor weit über 40 Jahren habe ich mit dem Blutspenden angefangen. Ich wollte einfach nur anderen helfen“, erklärt der gelernte Maurer. „Und weil es mir nichts ausgemacht hat, habe ich immer weiter gespendet. Das wurde bei mir einfach zur Gewohnheit.“

Er erinnert sich an den stets herzlichen Empfang: „Wir kannten uns ja alle gut – wir Dauerspender und das Helferteam.“ Nach seiner 100. Spende, das ist gar nicht so lange her, habe er ein Riesenpaket mit italienischen Spezialitäten erhalten. Wurst, Käse, Wein, Gewürze, Nudeln und Gebäck waren dabei. Jetzt aber bedauere er es sehr, dass er aufhören muss. „Aber ich habe die Altersgrenze erreicht“, sagt er fast schon entschuldigend.

Leben retten per Flugzeuglieferung

Mit 32 Jahren Erstspender: Martin Seligman.

Aber so lange neue Spende nachkommen, ist alles im Lot. Martin Seligmann, 32, zum Beispiel, ist ebenfalls Erstspender: „Eigentlich wollte ich schon lange zum Spenden gehen, aber entweder kam etwas dazwischen oder ich hatte den Termin übersehen“, gibt der Gesund- und Krankenpfleger aus Neumarkt-St. Veit offen zu. „In meinem Beruf habe ich erlebt, wie dringend Blutkonserven benötigt werden.“

Er erinnere sich sogar als Krankenpfleger daran, dass man aus München Konserven einfliegen lassen musste. „Und anderen helfen, das mache ich ja sowieso gerne. Mit einer Spende kann man Leben retten. Deswegen werde ich ab heute öfter kommen.“

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