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Innerhalb von zwei Wochen

Drei tote Katzen im Weiler Haunertsholzen: Besitzer glauben an Gift und Katzenhasser

„Samy“ und „Schnurli“ schmusten beide gerne mit ihrer Angelika Berglehner. Jetzt sind die beiden Stubentiger tot.
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„Samy“ und „Schnurli“ schmusten beide gerne mit Angelika Berglehner. Jetzt sind die beiden Stubentiger tot.
  • Karlheinz Jaensch
    VonKarlheinz Jaensch
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  • Josef Enzinger
    Josef Enzinger
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In Haunertsholzen bei Niedertaufkirchen sind mehrere Katzen innerhalb kurzer Zeit verendet. Doch was war die Ursache?

Neumarkt-St. Veit – Am Palmsonntag schwante Klaus Maier in Haunertsholzen nichts Gutes, als er am Morgen seinen Kater „Samy“ vor der Werkstatttüre liegen sah. Als er ihn hochhob, war das Tier apathisch und hatte weißen Schaum vor dem Maul. „Der komplette Kopf war voller Speichel. So sieht keine Katze aus, die krank ist“, war sich Maier sicher.

Zum Tierarzt schafften sie es nicht mehr

Unverzüglich rief er mit seiner Lebensgefährtin Angelika Berglehner den Tierarzt an. Doch kurz darauf begann die Katze unvermittelt zu zucken, dann hatte das Tier sein Leben ausgehaucht. Der Schrecken und die Trauer um das geliebte Tier aber sind groß. Und die Katzenfreunde fragen sich erschüttert: Was ist da los? „Für mich steht fest, dass da Gift im Spiel war“, so Maier.

Mysteriöses Ableben vor zwei Wochen

Denn es war nicht das erste Mal, dass in dem beschaulichen Ortsteil Haunertsholzen in Niedertaufkirchen eine Katze tot aufgefunden wurde. Genau zwei Sonntage zuvor hatte Sohn Mario die siebenjährige Katze „Girgl“ tot auf der Wiese gefunden. Auch „Girgl“ hatte noch Reste von Schaum vor dem Maul.

Suche nach weiteren verendeten Katzen

Zum Ortsteil Haunertsholzen gehören etwa neun oder zehn Häuser, und die Bewohner leben in dörflicher Harmonie. Fast jede Familie hat Haustiere, wobei Hunde und Katzen überwiegen. Diese laufen frei auf den Grundstücken herum und erkunden natürlich auch die umliegenden Felder und Wiesen. Der Vermutung, dass ein Katzenhasser unterwegs sein und die Tiere vergiftet haben könnte, wollten die Tierbesitzer zunächst keinen Glauben schenken. „Bisher sind derlei Vorfälle von Tiermord jedenfalls nicht bekannt“, versichert die Familie. Sie machte sich dennoch Sorgen und suchte nach den weiteren verendeten Katzen.

Katze Girgl und Klaus Maier fühlten sich wohl miteinander.

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Apathisch, Zuckungen – dann der Tod

Gegen 14 Uhr meldete sich am Sonntag dann tatsächlich ein Nachbar. Auf der Dorfwiese habe eine Katze ein auffälliges Verhalten zutage gefördert. Unverzüglich machten sich die Katzeneltern auf den Weg und fanden ihren eineinhalbjährigen Kater „Schnurli“. Auch er wirkte apathisch. Auch ihm widerfuhren Zuckungen. Wenig später war auch „Schnurli“ im Katzenhimmel. Todesursache – ungeklärt. Von Gift ist die Rede.

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Oliver Keller, Vorstandsmitglied des Kreisverbandes der Jäger in Mühldorf, hält diese Schlussfolgerung für weit hergeholt. Ihm seien bislang keine Fälle von – bewussten – Vergiftungen von Kleintieren bekannt. Er könne nur von sich reden und berichtet, dass gerade jetzt im Frühjahr eine der Gefahren auf den Feldern lauern. „Zur Zeit wird Kunstdünger ausgebracht. Wenn ich mit meinem Hund unterwegs bin, passe ich jetzt umso mehr auf, dass er nichts aufnimmt.“

Oliver Keller kann sich nicht vorstellen, dass Gift im Spiel war. „Mir ist in unserer Gegend kein Fall einer Vergiftung bekannt“, sagt der Jäger aus Niedertaufkirchen.

Eine Obduktion könnte Klarheit bringen

Eine Ursache für den plötzlichen Katzentod könne die Ausbringung von Rattengift sein. Wenn Greifvögel oder Füchse durch Rattengift verendete Kleintiere vertilgen, würden sie schließlich auch das Gift aufnehmen. Klarheit könne einzig eine Obduktion bringen, sagt Tierarzt Dr. Valentin Stelzer aus Massing. Ihm sind die Fälle aus Niedertaufkirchen bekannt. Er habe den Katzeltern am Sonntag auch empfohlen, die Tiere einzufrieren und zu ihm zu bringen, damit er sie zur Abklärung der Todesursache der Tiersektion in Oberschleißheim übergeben kann. „Nur so kann definitiv festgestellt werden, woran das Tier tatsächlich verstorben ist.“

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Eine Obduktion kostet bis zu 200 Euro

Dass Tierhasser für den Tod verantwortlich sein könnten, bezweifelt der Tierarzt. „Die Katzen können genauso gut wegen der Katzenseuche verendet sein, wenn die Kleintiere nicht dagegen geimpft waren.“ Die Krankheit könne binnen weniger Stunden zum Tod führen, weiß Stelzer.

Rattengift? Da müsste die Katze schon vorher 27 Mäuse gefressen haben

An Rattengift glaubt der Massinger Tierarzt auch nicht. „Dazu müsste eine Katze 27 Mäuse vertilgen, um tatsächlich bedrohliche Vergiftungserscheinungen aufzuweisen.“ Dass eine Katze Rattengift direkt zu sich nehme, schließt Stelzer aus. Katzen seien wählerisch bei der Nahrungsaufnahme, „die fressen kein Gift“.

Maier ist auch ohne Untersuchung davon überzeugt: „Die Tiere wurden vergiftet!“

Was tun also, um Klarheit zu erhalten? Von einer Obduktion, die sich nach Angaben von Dr. Stelzer zwischen 150 bis 200 Euro bewegen dürfte, sehen Klaus Maier und Angelika Berglehner ab. „Zu teuer, um dann doch festzustellen, wovon ich schon jetzt überzeugt bin: Dass sie vergiftet worden sind“, verteidigt Maier seinen Standpunkt.

Am Tag zuvor waren sie noch „pumperlgesund“

Gleichzeitig gibt er zu, dass er nicht genau weiß, ob die Katzen gegen die Katzenseuche geimpft waren. „Ich weiß nur: Am Tag zuvor waren sie noch pumperlgesund.“ Seine Lebensgefährtin hat die Sache jetzt an die Polizei übergeben. Am Sonntag wurde Anzeige gestellt, verbunden mit dem Appell an Katzenbesitzer, wachsam zu bleiben.

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