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Staatsstraße 2086 als Gefahrenstelle

„Muss denn erst jemand sterben?“ Hörberinger (51) fordert Radweg nach schwerem E-Bike-Unfall

Mit Licht und Reflektoren war Hans Seidl unterwegs –dennoch wäre er auf der Staatsstraße 2086 fast von einem Auto überfahren worden. Er wünscht sich, dass eine Radwegeverbindung von Neumarkt bis Hörbering neu diskutiert wird.
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Mit Licht und Reflektoren war Hans Seidl unterwegs –dennoch wäre er auf der Staatsstraße 2086 fast von einem Auto überfahren worden. Er wünscht sich, dass eine Radwegeverbindung von Neumarkt bis Hörbering neu diskutiert wird.
  • Josef Enzinger
    VonJosef Enzinger
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Die Radwegdiskussion in den vergangenen Wochen hat Hans Seidl nicht kalt gelassen. Der 51-Jährige war immer schon ein Befürworter einer vernünftigen, lückenlosen Verbindung bis nach Hörbering, die bis heute allerdings Wunschdenken geblieben ist. Jetzt war er selbst Unfallopfer – und hatte viel Glück.

Neumarkt-St. Veit – Hans Seidl wurde nun selbst Opfer dessen, wovor er immer schon gewarnt hatte: Auf der Staatsstraße erlitt er einen schweren Unfall, der ihn auf die Intensivstation brachte. Es ist ein lauer Sonntagabend, als Hans Seidl vor knapp drei Wochen mit seinem E-Bike von Neumarkt-St. Veit aus den Heimweg Richtung Hörbering antritt. Es dämmert bereits, als er bei Kinning den Rottweg verlässt, um die letzten beiden Kilometer zu seinem Anwesen auf der Staatsstraße in Angriff zu nehmen.

Zur Verkehrssituation in Neumarkt-St. Veit ist dieser Leserbrief eingegangen.

Dann plötzlich helle Lichter, die immer näher kommen. Einem weißen Mercedes, der ihm auf seiner Fahrspur entgegenkommt, kann der Familienvater gerade noch ausweichen. Doch rutscht ihm der Vorderreifen weg und er schlägt mit voller Wucht auf den Asphalt auf. Die Folge: Jochbein-Fraktur, Gehirnerschütterung, das Radiusköpfchen im Ellbogen angebrochen. Der Autofahrer fuhr weiter, ohne sich um den Verletzten zu kümmern.


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Ein Spezl findet Seidl auf der Straße

„Ein Spezl hat mich an der Straße liegend gefunden und den Sanka gerufen. Ich selbst kann mich an nichts mehr erinnern“, erzählt Seidl von dem Unfall, der ihm erst einmal einen Tag Intensivstation einbrachte, „weil die Gefahr einer Gehirnblutung bestand“, erklärt der Hörberinger, der immer noch an teilweise Amnesie leidet. „Ich habe ausgesehen wie ein Preisboxer!“ Ein Bluterguss im linken Auge zeugt noch von dem Unfall, der sich am 25. Juli ereignet hat. Ansonsten ginge es ihm mittlerweile ganz gut. Doch er weiß auch: „Ich könnte tot sein!“

Verhandlungen verliefen bislang erfolglos

Und das ist für Seidl ein Grund dafür, Alarm zu schlagen: „Wir brauchen einfach einen Radweg bis nach Hörbering!“ Den gibt es nicht, auch wenn in der Vergangenheit immer wieder der Versuch unternommen worden ist, mit Grundstücksanliegern ins Gespräch zu kommen, um einen lückenlosen Weg von Neumarkt-St. Veit in Richtung Hörbering in die Realität umzusetzen. Bislang erfolglos.

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Weg endet in Kinning – dann geht es auf die Staatsstraße

Und Seidl stellt sich die Frage, die in solchen Diskussionen immer kommt: „Muss denn erst jemand sterben?“ Derzeit ist es so, dass es lediglich den Rottweg gibt, um fernab der stark befahrenen Staatsstraße mit dem Rad zu fahren. Dieser Weg endet aber bei Kinning, Radler mit dem Ziel Hörbering müssen dann auf die St 2086 wechseln.

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Selbst mit Licht und Reflektoren übersehen worden

Doch selbst mit Licht und Reflektoren ausgestattet ist Seidl das zum Verhängnis geworden. Und seine Frau Claudia pflichtet ihm bei. „Der Verkehr auf der Staatsstraße wird ja nicht weniger!“ Mautflüchlinge, welche die Bundesstraßen umfahren. Schweres landwirtschaftliche Maschinen auf der engen Fahrbahn. Dazu die Mülltransporte nach Marklkofen, die nach der Stilllegung der Bahnlinie auf die Straße verlegt worden sind, seien nur drei Beispiele, die nicht gerade zur Sicherheit von Radfahrern auf der Strecke nach Hörbering beitragen.

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Windhager wünscht sich neue Diskussion

Und auch zweiter Bürgermeister Egbert Windhager, selbst leidenschaftlicher Radfahrer, findet, dass der Verkehr auf der Staatsstraße enorm zugenommen hat. Er ist der Meinung, dass es wieder erlaubt sein müsse, über eine Radwegeverbindung nach Hörbering zu diskutieren. „Die Zeit ist reif, um auf die Grundstückseigentümer zuzugehen und das Gespräch zu suchen. Ganz vernünftig. Ohne Emotionen. Wir sind auf die Grundstücksanleger angewiesen.“

Es kommt nur eine Verlängerung des Rottweges in Frage

Man werde sich auf eine mögliche Verlängerung des Rottweges konzentrieren müssen, sagt Windhager. Denn entlang der Staatsstraße sehe er kaum eine Chance, einen asphaltierten Radweg durchzusetzen. „Da stehen die Häuser zu eng!“ Hans Seidl würde die Schaffung eines Radweges, wo auch immer das sein würde, befürworten: „Damit mein Unfall ein Einzelfall bleibt!“

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