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Zuverlässiger Strom an Informationen

Mühldorfs Geschichtskoordinator Daniel Baumgartner über die Bedeutung der Neumarkter Klöster

Vater uns Sohn in gemeinsamer Mission unterwegs: Als Historiker interessiert den Koordinator für Geschichtsarbeit des Landkreises Mühldorf, Daniel Baumgartner, auch die Geschichte seines Heimatortes Neumarkt-St. Veit. Zum Jubiläum der Klostergründung von St. Veit hat die Stadt Neumarkt eine Urkundenbroschüre herausgegeben, die Bürgermeister Erwin Baumgartner vorstellt. Diese gibt es im Rathaus zu erwerben.
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Vater uns Sohn in gemeinsamer Mission unterwegs: Als Historiker interessiert den Koordinator für Geschichtsarbeit des Landkreises Mühldorf, Daniel Baumgartner, auch die Geschichte seines Heimatortes Neumarkt-St. Veit. Zum Jubiläum der Klostergründung von St. Veit hat die Stadt Neumarkt eine Urkundenbroschüre herausgegeben, die Bürgermeister Erwin Baumgartner vorstellt. Diese gibt es im Rathaus zu erwerben.
  • Josef Enzinger
    VonJosef Enzinger
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Die bewegte Geschichte des St. Veiter Klosters ist Gegenstand des Vortrages, den es am Samstag, 18. September, um 15 Uhr in der Kirche Mariä Himmelfahrt in Elsenbach zu hören gibt.

Neumarkt-St. Veit – Daniel Baumgartner, Koordinator für Geschichtsarbeit des Landkreises Mühldorf und Stadtarchivpfleger der Stadt Neumarkt-St. Veit, gibt Einblicke in die fast 1000-jährige Klostergeschichte. Im aktuellen Interview berichtet er, wie aufwendig die Recherche war und bezieht auch Stellung zu Legenden rund um das Kloster.

Die Geschichte des Klosters in St. Veit umfasst 900 Jahre: Wie schwer ist es, diese Jahrhunderte in einen Vortrag zusammenzufassen? Wo liegen die Schwerpunkte in Ihrer geschichtlichen Betrachtung?

Daniel Baumgartner: Die Klostergeschichte der Klöster Elsenbach und St. Veit in einem Vortrag zu behandeln, würde den Rahmen der Veranstaltung wohl sprengen. In meinem Vortrag werden daher die circa 50 Jahre, in denen das Kloster in Elsenbach stand, im Vordergrund stehen. Dabei geht es mir vor allem um die Frage, was wir denn eigentlich wirklich über das Kloster wissen und welche Bedeutung die Gründung für das Gebiet des heutigen Neumarkt-St. Veit hatte.

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Was macht die Geschichte des Klosters besonders interessant?

Baumgartner: Das Kloster war über mehrere Jahrhunderte ein geistiger und geistlicher Mittelpunkt der Region und hat diese nachhaltig geprägt. Als Historiker ist für mich von besonderer Bedeutung, dass wir durch das Kloster erstmals einen zuverlässigen Strom an Informationen über das Gebiet des heutigen Neumarkt-St. Veit erhalten.

Was ist denn aus der Zeit vor der Klostergründung bekannt?

Baumgartner: Für die Zeit vor 1121 haben wir in den Quellen nur einzelne Hinweise. Dazu gehören drei Salzburger Urkunden aus dem 10. Jahrhundert, in denen wir etwas über die Orte Wolfsberg, Kai und Weibach erfahren. Nach der Klostergründung und der damit verbundenen Schriftlichkeit ändert sich das grundlegend. Für die 50 Jahre nach der Schenkung Dietmar von Lungaus haben wir mehr Quellen als für die Jahrhunderte davor insgesamt.

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Wie beurteilen Sie grundsätzlich die Datenlage zum Kloster? Welche Quellen werden Sie in ihrem Vortrag heranziehen?

Baumgartner: Die wichtigsten Quellen sind die Urkunden des Klosters St. Veit, die 1960 für den Zeitraum von 1121 bis 1450 von Helmut Hör und Ludwig Morenz in einer Edition herausgegeben wurden. Die Originalurkunden liegen größtenteils in der Universitätsbibliothek Leipzig und im Bayerischen Hauptstaatsarchiv. Daneben gibt es vor allem für die Frühzeit noch einige Hinweise in Salzburger Annalenwerken und anderen Salzburger Überlieferungen. Abgerundet wird das durch einzelne Erwähnungen in anderen Geschichtswerken, Urkunden oder Traditionsnotizen. Als besonderes Beispiel ist eine Urkunde Papst Alexanders III. aus dem Jahr 1177 zu nennen.

Die Klostergeschichte endet mit der Säkularisierung im 19. Jahrhundert. Die Zeit der Brauerei ging in den 80er-Jahren zu Ende. Wie beurteilen Sie heute die Bedeutung des Komplexes, auch für Neumarkt-St. Veit?

Baumgartner: Der St. Veiter Kirchturm prägt immer noch das Neumarkter Ortsbild, die ehemalige Klosterkirche ist das Zentrum des heutigen Pfarrverbandes Neumarkt-St. Veit. Die Klostergebäude wurden größtenteils einer neuen Verwendung zugeführt und auf dem Klostergelände ist ein Alten- und Pflegeheim entstanden. Ich denke, man kann durchaus sagen, dass St. Veit auch im heutigen Ort immer noch eine große Rolle spielt.

Ist zur Klostergeschichte in St. Veit schon alles erforscht? Es gibt Hobbyhistoriker, die über ein geheimes Tunnelsystem unterhalb von St. Veit gibt. Ist das etwas Wahres dran oder handelt es sich darum nur um eine Legende?

Baumgartner: Es gibt noch genug Bereiche der Klostergeschichte, bei denen es sich lohnt, einen genaueren Blick darauf zu werfen. Viele Quellen, die in den staatlichen Archiven liegen, wurden noch nie genauer angeschaut und begutachtet. Und auch bei schon bekannten Quellen ergeben sich immer wieder neue Erkenntnisse, wenn man mit anderen Fragestellungen an sie herangeht. Zu den angeblichen Tunneln unter St. Veit gibt es viele Erzählungen, Anekdoten und Spekulationen. Belastbare archäologische Erkenntnisse sind mir aber nicht bekannt.

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