Modellflug kurz vor dem Aus?

Bilder wie diese wird man in Zukunft vielleicht seltener sehen, falls eine Höhenbeschränkung für Modellflieger Gesetz wird. hij
+
Bilder wie diese wird man in Zukunft vielleicht seltener sehen, falls eine Höhenbeschränkung für Modellflieger Gesetz wird. hij

Die Motorengeräusche startender Modellflugzeuge bei Egglkofen könnten schon bald verstummen. Denn eine Höhenbeschränkung, wie sie Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt fordert, würde das Hobby der Modellflieger nahezu unmöglich machen.

Egglkofen – Die Flugtage des Modellflugvereins MFC Egglkofen, die im August stattgefunden haben, könnten die letzten gewesen sein. Das neue Gesetzesvorhaben von Verkehrsminister Alexander Dobrindt, die Flughöhe von Drohnen bis auf 100 Meter zu beschränken soll auch Modellflieger betreffen.

„Sollte Herr Dobrindt das Gesetz durchsetzen können, würde das unser Hobby unmöglich machen“, sagt Vorstand Roman Hackner vom MFC Egglkofen. Auch Franz Mittermeier vom MFC Mettenheim spricht sich gegen ein solches Gesetzesvorhaben aus: „Es könnten keine Wettbewerbe mehr stattfinden. Für größere Modellflugzeuge über fünf Kilogramm wären Start und Landung praktisch unmöglich.“

Mittermeier befürchtet, dass das Schwarzfliegen stark zunehmen werde, sollte das Gesetz in Kraft treten. „Wir als Vereine müssen dann darunter leiden, wenn sich einige Modellflieger nicht an die Gesetze halten“, ärgert sich Mittermeier.

Eine Einschränkung für Quadrocopter gibt es bereits. Diese dürfen nicht höher als in Sichtweite aufsteigen. „Leider halten sich nicht alle an diese bereits bestehende Regelung“, sagt Robert Sedlmeier, Gebietsbeauftragter für Südostbayern vom Deutschen Modellflieger Verband. Er spricht sich gegen eine Höhenbeschränkung aus. „Mehr Regelungen tragen nicht zur Erhöhung der Sicherheit bei. Es wird immer Leute geben, die sich nicht an Gesetze halten“, stellt Sedlmeier fest.

In den Regelungen ist außer der Höhenbeschränkung für Quadrocopter auch vorgeschrieben, dass nicht über Menschenansammlungen oder Unfälle geflogen werden darf. Außerdem ist es für Modellflugzeuge als auch für Quadrocopter nicht zulässig die Privatsphäre anderer zu stören.

Eine Höhenbeschränkung für Modellflugzeuge gibt es jetzt schon. „Jeder Flugplatz muss vom jeweils zuständigen Luftfahrtamt eine Aufstiegserlaubnis beantragen, damit Modellflugzeuge dort starten dürfen“, erklärt Sedlmeier. Die Flughöhenbegrenzung ist vom jeweiligen Standort des Platzes abhängig. Modellflugplätze, die sich in der Einflugschneise von Flughäfen befinden, haben bereits eine Einschränkung in der Flughöhe von meist 100 oder 150 Meter.

Der Modellflug wird in Deutschland zu 99 Prozent in Vereinen, auf solchen genehmigten Flugplätzen, betrieben. „Bisher gab es praktisch keine Probleme zwischen der Luftfahrt und dem Modellflug“, sagt Sedlmeier.

„Wir am Flugplatz Egglkofen hatten bisher nie Schwierigkeiten mit unserer Nähe zum Flughafen München“, erklärt Hackner. Der Modellflugverein Mettenheim jedoch hat bereits eine Einschränkung von 100 Meter Flughöhe wegen seiner Nähe zum Flugplatz in Ampfing. „Wir starten wegen der Höhenbeschränkung nur mit Flugzeugen bis zu fünf Kilogramm auf unserem Flugplatz. Wenn wir größere Flugzeuge fliegen wollen, fahren wir auf andere Modellflugplätze“, erklärt Mittermeier.

Roman Hackner hat Bedenken, dass das Hobby Modellflug bald Geschichte sein könnte. „Zum Glück konnten wir bei unserem Modellflugtag etwa 500 Stimmen gegen das Vorhaben Dobrindts sammeln“, sagt Hackner.

Um das Gesetzesvorhaben zu stoppen, sind 120 000 Stimmen nötig. Bisher konnten etwa 110 000 gesammelt werden.

Kommentare