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Letzte Ritterschlacht

Mit Kettenhemd und Dinosaurier: Umfeld zur Schlacht von Erharting 1322 authentisch nachgestellt

Vor allem auch für die Kinder war ein abenteuerlicher Nachmittag bei den Rittern geboten, schnell hatten sich Valentin und Miriam mit Ritter Leo angefreundet und bestätigt, dass sie schon jetzt tapfere Ritter seien – in diesem Fall mit Dinosaurier und Pluschtier.
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Vor allem auch für die Kinder war ein abenteuerlicher Nachmittag bei den Rittern geboten, schnell hatten sich Valentin und Miriam mit Ritter Leo angefreundet und bestätigt, dass sie schon jetzt tapfere Ritter seien – in diesem Fall mit Dinosaurier und Pluschtier.
  • VonLeo Biermaier
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In wenigen Tagen kann der 699. Jahrestag der letzten Ritterschlacht ohne Feuerwaffen auf deutschem Gebiet begangen werden. Dieses historische Datum nahm der Heimatbund Töging zum Anlass für eine heimatgeschichtliche Exkursion zum Kampfgebiet vom 28. September 1322.

Erharting – Einen Tag zuvor hatten die Akteure des Erhartinger Brauchtumsvereins ein Ritterlager aufgeschlagen, um für den nächsten Tag den Besuchern eine anschauliche, mittelalterliche Kulisse bieten zu können. Spontan entstand dabei die Idee, auf dem Kampffeld von 1322 zu übernachten um den Morgen der bevorstehenden Schlacht im Geiste nachzuvollziehen.

Eine Reise in die Vergangenheit

Einen Einblick in die Waffenkammer bieten von links: Stefan Kafurke, Markus Hüther, Tobias Schwarz und Michael Rieder.

Zwei Ritter, ein Knappe und die Trossköchin, verbrachten eine von der klammen Nebelluft geprägte Nacht in den Zelten. Pünktlich um 6 Uhr früh, geweckt vom Glockengeläut der Erhartinger Kirche, begaben sie sich ins Freie und gedachten der vielen Tausend Kämpfer die an diesem Morgen des 28. September 1322 einem ungewissen Schicksal entgegenblickten.

110 Besucher ziehen über das Schlachtfeld von 1322

Nach den Aufzeichnungen der Chronisten war die Schlacht von Erharting am frühen Nachmittag zugunsten Ludwigs des Bayern entschieden und die verbliebenen Truppen zogen sich zurück. An diesem Nachmittag war es aber genau umgekehrt. Eine Gruppe von etwa 110 Besuchern, darunter auch viele Kinder, zogen über das Schlachtfeld von 1322 zum Lager der Ritter, Fußsoldaten und des Küchentrosses.

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Ausschlaggebend für die Auseinandersetzung war die Doppelwahl in Frankfurt

Dort begrüßte Stefan Grünfelder, der Vorsitzende des Töginger Heimatbundes, die Geschichtsinteressierten und Akteure des Brauchtumsvereins. Es gab eine Einführung über die damalige Doppelwahl von Frankfurt, bei der Ludwig der Bayer und Friedrich der Schöne zu deutschen Königen gewählt wurden und den daraus entstandenen Zwistigkeiten, die auf dem Verhandlungswege nicht ausgeräumt werden konnten.

Ganz wichtig: Ein Gottesdienst vor der Schlacht

So sei es dann zur Schlacht von Erharting gekommen, informierte „Ritter“ Leo Biermaier. Er berichtete, dass Ludwig nach ritterlichem Brauch die Schlacht am Vortag angesagt hatte, damit sich der Gegner für den bevorstehenden Kampf rüsten konnte und – was besonders wichtig war – einen Gottesdienst vor der Schlacht abhalten zu können.

6000 kämpfende Männer auf beiden Seiten wollen erst einmal versorgt sein

An der Station des Küchentrosses brodelte inzwischen der Getreidebrei und in einer Pfanne sahen die Fladenbrote ihrer Vollendung entgegen. Küchenleiterin Maria Atzinger erläuterte die Zubereitung dieser Speisen und verwies darauf, dass neben den auf beiden Seiten etwa 6000 kämpfenden Männern noch mindestens die gleiche Anzahl an Personen, die zur Unterstützung des Heeres, der Feldküchen und weiterer Dienstleistungen erforderlich waren, verpflegt werden mussten. Unmengen von Lebensmitteln waren erforderlich, unter anderem täglich etwa 15,5 Tonnen Brot, 2,6 Tonnen Fleisch und 128 Hektoliter Bier für annähernd 15.000 Personen.

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63 Tonnen Futter für 5400 Tiere waren erforderlich

Für die Pferde der Ritter, die Gespannpferde und Lasttiere, insgesamt etwa 5400 Tiere, waren 63 Tonnen an Futter erforderlich. Dass es nicht einfach war, diese Mengen an Verpflegung für Mensch und Tier zu beschaffen, erläuterten dann zwei Bauern (Thomas Mück und Christian Hans), die gerade ihre letzten Habseligkeiten zur Küche brachten.

Sogar eine Klauensteuer wurde erhoben

Von zusätzlichen Kriegssteuern und Sonderabgaben, wie der Klauensteuer, die für Rinder zu erbringen war, berichteten sie ebenso wie von zusätzlichen Sonderarbeiten zur Vorbereitung der Kampfhandlungen. Furten über die Bäche anlegen, Brennholz herbeischaffen und stets den Launen der Grundherren ausgeliefert, das war das karge Dasein der Landbevölkerung von damals.

Schaukampf mit Schwertern

An einer weiteren Station warteten einige Ritter in Rüstung und Kettenzeug auf die Besucher. Fußsoldat Stefan Kafurke erläuterte die breite Palette der Waffen bei der Schlacht von Erharting. In einem Schaukampf mit Ritter Markus Hüther konnte man den schützenden Gebrauch des Schildes ebenso erkennen wie die Abwehrmöglichkeiten durch den geschickten Einsatz von Schwert und Hellebarde.

Fachvortrag über die strategische Ausrichtung der Heeresgruppen

Ritter Michael Rieder ging in seinem Vortrag auf die strategische Ausrichtung der Heeresgruppen ein. Hier zeigte sich aus wie vielen Landesteilen, auch über Deutschland hinaus, die Waffenbrüder der beiden streitbaren Könige herangezogen waren um eine Entscheidung herbeizuführen, die bis heute weite Teile von Europa geprägt hat.

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