Leistungsfähige Lüftungsanlagen

Minderung der Virenlast und bessere Luft für Schüler: Schönberg rüstet in Grundschule auf

Die Schönberger Schule soll eine neue Lüftungsanlage erhalten. Dauerhaftes Lüften in Zeiten von Corona soll dann der Vergangenheit angehören.
+
Die Schönberger Schule soll eine neue Lüftungsanlage erhalten. Dauerhaftes Lüften in Zeiten von Corona soll dann der Vergangenheit angehören.

Und auch die anderen drei Gemeinden der Verwaltungsgemeinschaft Oberbergkirchen ziehen nach. Leistungsfähige Lüftungsanlagen an allen Schulstandorten der VG sollen schon bald für gute Raumluft sorgen. So sehen die Planungen aus.

Von Anneliese Angermaier

Schönberg – Fenster auf und Lüften. In Zeiten von Corona ist dies aktuell die gängige Praxis, um das Infektions-Risiko für Kinder und Jugendliche in Schulen zu minimieren. Der Preis dafür: Dicke Kleidung, Schüler nehmen teilweise in dicke Decken gehüllt am Unterricht teil. Die Verwaltungsgemeinschaft (VG) Oberbergkirchen will jetzt Abhilfe schaffen. Leistungsfähige Lüftungsanlagen an allen Schulstandorten der VG sollen für gute Raumluft sorgen. Der Schönberger Gemeinderat hat als erste Kommune der Anschaffung solcher Geräte zugestimmt. Inzwischen haben alle Gemeinden nachgezogen.

Bessere Luft in allen Schulhäusern der VG

In seiner jüngsten Sitzung hat der Schönberger Gemeinderat konkret den Einbau von dezentralen Raum-Lüftungsanlagen für die beiden Klassenzimmer des Schönberger Schulhauses behandelt. Die Grundlage dafür bildete ein Beschluss der Gemeinschaftsversammlung der VG Oberbergkirchen im Oktober diesen Jahres.

VG-Rat hatte Empfehlung ausgesprochen

Der VG-Rat von Oberbergkirchen hatte in seiner jüngsten Sitzung eine Empfehlung an die Mitgliedsgemeinden ausgesprochen, auf reine Luftreinigungsgeräten zu verzichten und stattdessen dezentrale Lüftungsgeräte vorzuziehen. Mehrfach war dabei die Auffassung vertreten worden, diese Lüftungsgeräte aufgrund der Wärmerückgewinnung und der Möglichkeit der freien Nachtkühlung – was besonders in den Sommermonaten von Vorteil wäre – einen echten Mehrwert bringen würden.

Geräte sind mit CO2-Sensor ausgestattet

Mit dezentralen Lüftungsgeräten würden sich die vorgeschriebenen Corona-Maßnahmen wie das häufige Stoßlüften vermeiden lassen. Auch könnten die Geräte zeitnah installiert werden. Die Geräte würden allgemein eine große Verbesserung der Luftqualität bringen, was auch Geschäftsstellenleiter Georg Obermaier auf Nachfrage bestätigt. „Die Geräte sind mit einem CO2-Sensor ausgestattet“, der Luftaustausch funktioniere automatisch, es herrsche stets ein gutes Raumklima. Die Empfehlung des VG-Rates bezog sich auf die beiden Grundschulen in Zangberg und Lohkirchen sowie auf die Schulen in Schönberg und Oberbergkirchen.

Pilotprojekt in Hamburg:

Edeka hat Corona-„Virenkiller“ in Betrieb genommen

In Schönberg kontrovers diskutiert

So überzeugend die Funktionsweise auch klingen mag: Eindeutig war das Votum in Schönberg jedoch nicht. In einer regen Diskussion sprachen sich mehrere Gemeinderatsmitglieder gegen den Einbau der Geräte aus. Kostengründen führten sie dabei an. Schönbergs Bürgermeister Alfred Lantenhammer (CSU) jedoch stellte sich hinter einen Einbau der dezentralen Lüftungsgeräte.

Und das so schnell wie möglich. „Diese würden schnell zu einer Verbesserung der Lüftungssituation führen und wären somit ein Vorteil für Kinder und Lehrer.“ Er sprach von einer Investition für die Zukunft. Moderne Unterrichtsräume seien heute alle mit diesen Lüftungsgeräten ausgestattet.

Konzentrationsschwächen vorbeugen und Virenlast vermindern

Eine gute und ausreichende Frischluftzufuhr sei im Unterricht unerlässlich. „Übermäßig verbrauchte Raumluft führt schnell zu Konzentrationsschwächen und Viren können sich vermehren“, argumentierte er auch im Hinblick auf die Corona-Pandemie.

Die dezentrale Lösung der Lüftung bezeichnete Lantenhammer darüber hinaus auch als energiesparend. Durch die in diesen Geräten integrierten Wärmetauscher würde 85 Prozent der Wärme zurückgewonnen werden. Anders beim aktuell praktizierten Stoßlüftung: „Bei der Fensteröffnung geht die ganze Heizwärme nach außen.“

News-Ticker zur Corona-Pandemie:

Polizei verzeichnet 230 Corona-Verstöße in Niederbayern

Gemeinderat Georg Berndl (WG Aspertsham), der selbst Vater eines Schulkindes im Schönberger Schulhaus ist, sprach über die Erfahrungen in der bisherigen Praxis. Kinder, Lehrer und auch die Eltern hätten Verständnis für das corona-bedingte ständige Lüften. „Befriedigend ist diese Situation jedoch nicht!“ Denn die Kinder säßen oft mit Jacken, Hauben und sogar Decken im Unterricht. Empfindliche Kinder bekämen leicht Schnupfen, was dazu führt, dass diese Kinder im Unterricht nicht mehr teilnehmen dürfen.

Ein Grund für Berndl, sich für den Einbau der dezentralen Lüftungsgeräte auszusprechen, wenn es dann auch noch eine schnell umsetzbare Möglichkeit sei, die man jetzt umsetzen könne.

Lüftung kostet circa 20.000 Euro

VG-Geschäftsstellenleiter Georg Obermaier berichtete, dass es jetzt die rechtliche Möglichkeit gäbe, corona-bedingte Vergaben bis 25 000 Euro direkt und unbürokratisch zu vergeben. Die zwei dezentralen Lüftungsgeräte für die beiden Klassenzimmer würden zusammen circa 20 000 Euro kosten. Somit wäre eine Direktvergabe möglich.

Schönberg stimmt mit 9:4 dafür

Mit dem Abstimmungsergebnis 9:4 wurde Bürgermeister Lantenhammer ermächtigt, die dezentralen Raumluftgeräte zu beschaffen.

Inzwischen ist Lantenhammer auch schon tätig geworden. Auf Nachfrage bestätigte er, dass die Geräte bereits bestellt seien. „Sie können wohl noch im Dezember, und damit vor den Ferien, eingebaut werden!“ Inzwischen, so bestätigt VG-Geschäftsstellenleiter Obermaier auf Nachfrage, hätten auch alle anderen Gemeinden darüber abgestimmt und die Anschaffung der dezentralen Lüftungsgeräte befürwortet.

Mehr zum Thema

Kommentare