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Investitionen in Lüftungsanlagen

1,5 Millionen gegen Corona: Neumarkt will Luft in Schulen, Hort und Kindergarten verbessern

Stationäre Luftreinigungsanlagen sollen in den Schulen, dem Hort und dem Kindergarten installiert werden. Die Stadt Neumarkt-St. Veit investiert 1,5 Millionen Euro.
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Stationäre Luftreinigungsanlagen sollen in den Schulen, dem Hort und dem Kindergarten installiert werden. Die Stadt Neumarkt-St. Veit investiert 1,5 Millionen Euro.
  • Josef Enzinger
    VonJosef Enzinger
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Das Infektionsrisiko in Räumen mit hoher Fluktuation zu senken – das ist das Ziel des Förderprogramms des Bundes für coronagerechte raumlufttechnische Anlagen. Die Stadt Neumarkt-St. Veit hat sich entschieden, diese Fördermittel abzugreifen, um ihre Einrichtungen damit auszustatten.

Neumarkt-St. Veit – In nichtöffentlicher Sitzung hat sich der Neumarkter Stadtrat des Themas angenommen, nachdem er im Juli noch eine Anschaffung von mobilen Filtergeräten für die Kindertageseinrichtungen abgelehnt hatte.

Doch in derselben Sitzung im Juli hatte der Stadtrat den einstimmigen Beschluss gefasst, für die Installation von stationären raumlufttechnischen (RLT) Anlagen eine Entwurfsplanung inklusive Kostenermittlung für die städtische Kindertageseinrichtung an der Wintermeierstraße, im Kinderhort und in der Grundschule in Auftrag zu geben. Außerdem sollten für diese Einrichtungen die Unterlagen für einen Förderantrag vorbereitet werden.

Bis zu 80 Prozent Förderung vom Bund

Der Einbau von stationären Lüftungsanlagen wird mit bis zu 80 Prozent der Ausgaben gefördert, gedeckelt auf maximal 500.000 Euro pro Standort. Nach der Kostenschätzung würden die Gesamtkosten für den Einbau einer RLT-Anlage für die Grund- und Mittelschule, den Kinderhort und den städtischen Kindergarten bei rund 1,5 Millionen Euro liegen. Der Eigenanteil der Stadt Neumarkt-St. Veit würde bei rund 300.000 Euro liegen, wie Bürgermeister Erwin Baumgartner (UWG) auf Anfrage mitteilt. In Einzelbeschlüssen habe der Stadtrat jeweils einstimmig grünes Licht für die weitere Veranlassung gegeben.

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Alle Klassenzimmer werden ausgestattet

In der Grundschule sollen demnach alle Klassenzimmer, im Untergeschoss die Ausweichräume, der Handarbeitsraum, die Schulküche, die Werkstatt sowie das Lehrerzimmer jeweils ein dezentrales Lüftungsgerät erhalten.

In der Mittelschule würden alle Klassenzimmer, im Erdgeschoss das Lehrerzimmer, die Ganztagesbetreuung, der Mehrzweckraum sowie im ersten und zweiten Obergeschoss alle Fachräume jeweils ein dezentrales Lüftungsgerät erhalten.

Auch Ü12-Schüler werden berücksichtigt

Erfreulich: War man im Juli noch davon ausgegangen, dass lediglich Räume bezuschusst würden, in denen sich Kinder unter zwölf Jahren aufhalten, kommt nun die gesamte Mittelschule in den Genuss der Förderung. „Wir haben in Berlin nachgefragt. Dabei wurde uns zugesichert, dass die komplette Einrichtung mit Zuschüssen bedacht wird, selbst wenn die Schüler nur teilweise unter zwölf Jahren sind“, erklärt Baumgartner.

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Verschiedene Varianten bei der Ausstattung

Im neu gebauten Kinderhort sollen der Personalraum und alle Gruppenräume jeweils ein dezentrales Lüftungsgerät erhalten. Im Personalraum könnte aufgrund Platzmangels ein Deckengerät zur Ausführung kommen. Der Essenraum müsste aufgrund der benötigten Luftmenge zwei Standgeräte erhalten.

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Anlagen auch für alle Gruppenräume im Kindergarten

Und im städtischen Kindergarten sollen alle Gruppenräume ein dezentrales Standgerät erhalten, die Intensivräume jeweils über das dezentrale Lüftungsgerät aus dem nebenliegenden Gruppenraum mit Zuluft versorgt werden. Für den Mehrzweck- und Gruppenraum wurde jeweils ein dezentrales Standgerät vorgeschlagen. Die beiden Schlafräume würden jeweils ein Deckengerät erhalten.

Die Aula bleibt aber ohne Lüftungsanlage

Optional war auch der Einbau einer Lüftungsanlage für die Aula der Herzog-Heinrich-Mittelschule geprüft worden. Dort müsste man allerdings gleich vier dezentrale Lüftungsgeräte oder ein separates Zentralgerät einbauen, wie Bürgermeister Baumgartner mitteilt. Da die Aula aber meistens nur kurz für die Pausen sowie als Durchgang genützt wird und die Aula extrem hoch und groß ist, sei nach Angaben Baumgartners der Einbau einer Lüftungsanlage dort nicht empfohlen und in die erste Kostenschätzung auch nicht aufgenommen worden.

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Einbau erst bis Ende des Schuljahres?

Für alle Einrichtungen lägen bereits die Zuschusszusagen vor. Im nächsten Schritt erfolgt die Beauftragung eines Planungsbüros, das dann die Maßnahmen ausschreibt und weiter betreut. „Dann erfolgen die Vergabe und eine möglichst zügige Abwicklung“, so Baumgartner. Das sei nicht einfach, denn der Schulbetrieb und die Kinderbetreuung in Kindergarten und Hort sollen weiterlaufen. Und es wird sich ziehen: „Ich hoffe, dass die Einbauten bis Ende des Schuljahres erfolgen können. Ausschreibung, Vergabe und Einbau brauchen Zeit.“

Bürgermeister froh darüber, dass mobile Filter-Anlage keine Mehrheit bekam

Baumgartner ist froh, dass der Stadtrat nicht auf die billigere, mobilen Filter-Variante gesetzt habe. „Bei der Entscheidung im Juli überwog die Skepsis zum Wirkungsgrad. Die Luft wird angesogen und durch den ganzen Raum gewirbelt.“

Jetzt könne man viel Geld aus einem Zuschusstopf zum Wohle der Kinder schöpfen. Er ist sich sicher: „Gerade in der aktuellen Situation mit stetig steigender Inzidenz die bessere Entscheidung.“

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