2,3 Millionen für Geh- und Radweg nach Egglkofen: Ein Plus an Sicherheit – für jeden!

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Was lange währt, wird endlich gut: 17 Jahre ist es her, dass die Idee eines durchgängigen Radweges von Neumarkt nach Egglkofen in den Fokus gerückt ist. Jetzt erfolgte der Spatenstich, der die nördlichste Landkreisgemeinde entlang der B299 mit dem Neumarkter Ortsteil verbinden soll.

Neumarkt-St. Veit/Egglkofen – Rund 2,8 Kilometer soll der Geh- und Radweg lang sein, wenn er im Mai 2021 seiner Bestimmung übergeben werden soll. „Insgesamt 2,3 Millionen Euro an Bundesmitteln investiert der Freistaat Bayern in diesen Bereich, um die Verkehrssicherheit für die Radfahrer zu erhöhen“, nannte Daniel Drachenberg, Abteilungsleiter des Staatlichen Bauamtes Rosenheim beim Spatenstich die immensen Kosten, die der Radwegebau verschlingen wird. Nicht zuletzt auch wegen der Corona-Pandemie hätten die Bürger das Fahrradfahren wieder oder neu für sich entdeckt, im optimalen Fall auf sicheren und attraktiven Radwegen. „Mit dem Neubau des Geh- und Radweges zwischen Feichten und Egglkofen kann das Staatliche Bauamt diesem Wunsch Rechnung tragen“, hob Drachenberg hervor.

Bis zu vier Meter breit – wegen der Landwirtschaft

17 Jahre nach dem ersten offiziellen Wunsch nach einer durchgängigen Radwegelösung von Neumarkt nach Egglkofen wurde am Donnerstag fleißig geschaufelt, um den offiziellen Baubeginn zu dokumentieren, von links: Natascha Engelmann vom Bauamt im Rathaus Neumarkt-St. Veit, Tobias Pehn von der ausführenden Baufirma Habau, Daniel Drachenberg vom Staatlichen Bauamt in Rosenheim, Neumarkts Bürgermeister Erwin Baumgartner, stellvertretende Landrätin Ilse Preisinger-Sontag und Egglkofens Bürgermeister Johann Ziegleder.

Mindestens 2,5 Meter Breite soll der Radweg haben. „An Stellen, an denen es landwirtschaftlichen Verkehr gibt, ist eine Breite von 4 Metern vorgesehen“, informierte Drachenberg weiter. Landschaftspflegerische Maßnahmen zur Schaffung neuer Lebensräume für dort heimische Tiere sind bereits am Laufen, an mehreren Stellen wird bereits an der B 299 gebaggert. Pflöcke deuten bereits den späteren Radwegeverlauf an.

Fertigstellung bereits im Mai 2021

Lückenschluss im nördlichen Landkreis: Die rote Linie markiert den knapp 2,8 Kilometer langen Radweg, der im Mai 2021 für den Radverkehr freigegeben werden soll.

Mit einer Fertigstellung rechnet Drachenberg im Mai 2021. „Der Verkehr auf der B 299 wird während der gesamten Bauzeit nur geringfügig beeinträchtigt werden. Zeit- und abschnittsweise wird eine halbseitige Sperrung mit Ampelregelung nötig“, kündigte er an.

„Ein deutliches Plus an Sicherheit“, erwartet sich die stellvertretende Landrätin Ilse Preisinger-Sontag vom Radwegebau, „sowohl für Radfahrer als auch für Autofahrer.“ Gefährliche Situationen würden durch den Radwegbau deutlich reduziert, ist sich Preisinger-Sontag sicher. Sie dankte den Grundstückseigentümern, die durch die Bereitstellung von Grund und Boden einen „Akt der Solidarität“ geleistet hätten.

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Schon 2003 gab es eine Unterschriftenaktion

Bis es nun soweit war, sind allerdings einige Jahre ins Land gezogen. Schon 2003 seien im Rahmen einer Versammlung der Feuerwehr im Gasthaus Mittermaier in Feichten Unterschriften gesammelt worden zum Bau eines Radweges nach Egglkofen, wie Neumarkts Bürgermeister Erwin Baumgartner erinnerte. „Unzählige Gespräche, Schreiben, Emails, Verhandlungen und Anfragen sind seitdem über die Schreibtische gegangen“, so Baumgartner.

2016 führte der Radweg bereits bis nach Feichten

Die ersten Maßnahmen haben bereits begonnen. Ein Bagger bearbeitet eine Böschung bei Tegernbach.

Mit dem Bau des Radweges bis zum Kreisverkehr bei Mayerhof sei auf Neumarkter Gemeindegebiet 2006 schon ein Teilerfolg erzielt worden. Dieser sei mit Unterstützung des Bundestagsabgeordneten Stephan Mayer 2016 bis Feichten verlängert worden. Dass jetzt der Lückenschluss erfolgen kann, sei den Anliegern zu verdanken, welche die benötigten Flächen zur Verfügung gestellt haben.

Radweg soll bis Aich fortgesetzt werden

Ihnen galt dann auch der größte Dank von Egglkofenes Bürgermeister Johann Ziegleder, auf dessen Gemeindegebiet sich der Großteil des Radweges erstreckt. „Die Verhandlungen mit den Grundstückseigentümern ist am allerschnellsten gegangen“, würdigte er deren Kooperation.

Straßenbauamt hat bereits die Weiterführung bis nach Aich im Blick

Und mit der Anbindung von Egglkofen nach Süden hin wird die Radwegeerschließung nicht zu Ende sein. Wie Abteilungsleiter Drachenberg mitteilte, werde bereits an der Fortführung des Radweges bis nach Aich gearbeitet. Und mit Blick auf die lange Geduld bisher: „Ich wünsche mir, dass die Umsetzung dann deutlich schneller über die Bühne geht!“

Ziegleder serviert den Lärm auf dem Präsentierteller

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Ein Spatenstich direkt neben der stark befahrenen Bundesstraße. Im Zehn-Sekundentakt bretterten am Donnerstag die Lastwagen vorbei, die Wortbeiträge der einzelnen Redner gingen im Verkehrslärm unter. Wie Ziegleder ausführte, habe er diese Situation provoziert, bewusst auf eine Lautsprecheranlage verzichtet, um den Vertretern aus der Politik vor Augen – und Ohren – zu halten, wie groß die Verkehrsbelastung im Ort Egglkofen ist.

Ziegleder wünscht sich Alternativen, um Verkehrslärm und -aufkommen zu reduzieren

Nach dem offiziellen Spatenstich unterhielt sich Ziegleder dann mit der stellvertretenden Landrätin Ilse Preisinger-Sontag, brachte dabei seinen Unmut zum Ausdruck über die Resolution des Kreistages zum Stopp der Planungen einer B15neu im Landkreis Mühldorf. „Der Landkreis hat erst einmal darüber abstimmen lassen, ohne sich Gedanken über Alternativen zu machen“, warf er der Vertreterin des Landrats vor. Diese verteidigte die Resolution, argumentierte im Gespräch mit Ziegleder damit, dass im Falle Egglkofens eine zeitnahe Lösung erforderlich sei.

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Schönbergs Bürgermeister mit Befürwortern der B15neu an einem Tisch

Diese zeitnahe Lösung sehe sie eher durch den Bau einer Umgehungsstraße, die Planung einer neuen B 15 würde hingegen Jahrzehnte dauern. In diesem Punkt warf Bürgermeister Erwin Baumgartner ein, dass es mit einer Umgehungsstraße in Egglkofen alleine nicht getan sei. Der Verkehr würde auch viele weitere Gemeinden im Zuge der B 299 beeinträchtigen. Ziegleder monierte schließlich auch, dass stets von intelligenten Verkehrsleitsystemen die Rede sei, er könne sich nichts darunter vorstellen. Diesen Punkt betreffend jedoch war sich Daniel Drachenberg als Vertreter des Straßenbauamtes sicher, dass sich bezüglich moderner Verkehrssteuerung in den nächsten Jahren technisch einiges tun werde.

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