Milchbauer Markus aus dem Landkreis Mühldorf bei "Bauer sucht Frau"

„Kühe melken ist für mich Ausgleich“

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Der 26-jährige Markus ist jeden Montag bei "Bauer sucht Frau" auf RTL zu sehen, aber nicht immer begeistert von der Ausstrahlung.

„Die nehmen mich ja eh nicht.“ Mit diesem Gefühl im Bauch hat Markus, der in einer kleinen Gemeinde im Landkreis Mühldorf wohnt, seine Bewerbung für die Fernsehsendung „Bauer sucht Frau“ abgeschickt. Genommen haben sie ihn doch. Jeden Montagabend ist der 26-Jährige nun auf RTL zu sehen. Bei seiner Suche nach der Frau fürs Leben ist jetzt Halbzeit.

„Wenn ich mich im Fernsehen sehe, habe ich schon ein komisches Gefühl“, gibt der zu. Das Format und die Sendung „Bauer sucht Frau“ kannte der bodenständige, stämmige Mann mit dem Kurzhaarschnitt, bevor er sich „aus Langeweile“ und natürlich, „um eine Frau kennenzulernen“ als Kandidat bewarb. „Es war ein regnerischer Tag. Man sucht halt eine Frau und schaut, was es für Serien gibt. Dann habe ich mich beworben und gleichzeitig gehofft, dass ich nicht drankomme.“

Doch RTL hat ihn für die zehnte Staffel von „Bauer sucht Frau“ genommen, für Markus ein mulmiges Gefühl. Seine Freunde seien erst etwas sprachlos gewesen, dann hätten sie ihn aber gelobt - und löchern ihn seither mit Fragen, was denn als nächstes passiert. „Da verrate ich aber nichts. Das müssen sie selbst im Fernsehen sehen, wie die Zuschauer auch.“

Seine Familie hingegen sei geschockt gewesen. „Es hat schon etwas Überzeugungsarbeit gebraucht, damit sie auch mitmachen. Ich habe aber versucht, sie so weit wie möglich aus dem Dreh herauszuhalten“, erzählt der 26-Jährige, der zusammen mit seinen Stiefeltern, seiner Stiefschwester und der fast zweijährigen Hündin Luna auf dem Hof lebt.

Fürs Fernsehen zu lächeln ist anstrengend

Für den rund zehntägigen Dreh mit einer vierköpfigen Filmcrew von RTL hat sich „Bauer Markus“, wie er in der TV-Sendung genannt wird, extra Urlaub genommen. Damals war er noch Kranführer, heute ist er wieder in seinem Lehrberuf als Zimmermann tätig. „Meine Kollegen haben mich ein bisschen aufgezogen, aber das ist mir egal.“ Etwas anstrengend seien diese außergewöhnlichen Urlaubstage schon gewesen, besonders die Tatsache, dass er viel lächeln sollte. „Das ist mir ein bisschen schwer gefallen.“

Auf dem Hof der Stiefeltern hilft er normalerweise nach der Arbeit oder am Wochenende und den Feiertagen mit, dennoch sei er Bauer mit Leib und Seele. „In der Stadt zu leben, kann ich mir nicht vorstellen. Ich hasse die Enge.“ Die kleine Gemeinde im Landkreis Mühldorf ist er Zuhause. Er ist Mitglied in sechs Vereinen, darunter die Feuerwehr, zwei Schützenvereine dem 1860er Fanclub und der Marianischen Männerkongregation. Ob er den Hof einmal von seinen Stiefeltern übernehmen wird, steht derweil noch nicht fest. Dennoch, eine Landwirtschaft später im Nebenerwerb zu führen, das kann sich Markus gut vorstellen. „Für mich ist das ein toller Ausgleich. Zwei Stunden Kühe melken im Stall, da kommt man runter.“

Jeder macht alles auf dem Hof, die Aufgaben verteile sein Stiefvater, der „Chef“, so der 26-Jährige. Dazu gehört neben dem Melken der drei Kühe auch, sich um die beiden Jungtiere und den Stier, die zehn Hühner und 30 Hektar Wiese, Ackerland und Wald zu kümmern. Angebaut wird unter anderem Mais, aus dem Silage zum Füttern der Kühe gemacht wird. „Was wir anbauen verwenden wir selbst. Nur wenn etwas übrig bleibt, wird es verkauft.“

Angst, dass sich keine Frau bewirbt um ihn kennenzulernen, hatte er nicht. „Da habe ich mir keine Gedanken drüber gemacht. Ich war eher überrascht, dass sich doch jemand für mich beworben hat.“ Seine Einstellung war „dabeisein ist alles“. Am Ende hatte er die Briefe dreier Damen zur Auswahl, zwei von ihnen lud er zum Hoffest ein, für die Hofwoche hatte er sich dann für Christina entschieden.

Auch für den 26-Jährigen ist es jede Woche wieder eine Überraschung, was ausgestrahlt wird - und nicht immer eine positive. Besonders mit den Ausstrahlungen der letzten beiden Wochen, die seine Auserwählte Christina auf dem Hof gezeigt haben, ist er verärgert, denn das beherrschende Thema ist die fehlende Sauberkeit auf dem Hof. „Ich hätte mir schon gewünscht, dass auch etwas anderes gezeigt wird, denn Material gibt es genug. Da war ich schon ein bisschen stinkig.“ Erst letzten Montag war im Fernsehen zu sehen, wie Christina den Hof verlassen hatte, weil es ihr zu schmutzig war.

Debatten im Internet verfolgt er nicht

Die Debatten, die auch im Internet über die Sendung und seine Teilnahme geführt werden, verfolgt er aber nicht. „Das ist mir zu viel und nervt.“ Denn der ganze Rummel um seine Person ist ihm gar nicht so recht. Er hadert aber nicht mit seiner Bewerbung. „Die Erfahrung muss man machen.“ Er ist froh, dass er mitgemacht hat - auch wenn er sich nicht wieder für „Bauer sucht Frau“ bewerben würde.

Nachdem Christina Markus und den Hof verlassen hat, kommt heute Abend eine neue Frau. Wie sie heißt, das verrät er noch nicht. „Das sollen sich die Zuschauer heute Abend selbst anschauen.“ So viel darf er aber dennoch sagen: „Die Zuschauer kennen sie noch nicht persönlich. Es ist die dritte Frau im Bunde, die sich für mich beworben hatte.“ Mit ihr habe er sich besser verstanden, sie habe das Hofleben gekannt - und es werde auch geputzt. „Aber mehr sage ich nicht. Ob etwas aus uns wird, sollen die Zuschauer selbst sehen.“

Noch bis zum 17. November ist Markus bei „Bauer sucht Frau“ auf RTL zu sehen.

nk

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