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Meister Lampe ist immer einen Tick schneller: Vergebliche Hasenjagd in Neumarkt-St. Veit

So sieht er aus,der Mümmelmann, der die Kleingärten in Neumarkt-St. Veit unsicher macht.

Reich gedeckter Tisch: Freilaufendes Kaninchen frisst sich durch Neumarkts Schrebergärten

Neumarkt-St. Veit – „Weiß jemand, wem der dicke Hase gehört, der sich in den Schrebergärten in Neumarkt-St. Veit breit macht und sich an den Anbaupflanzen bedient?“ Die Frage eines Neumarkt-St. Veiters in den sozialen Netzwerken klingt fast schon verzweifelt. Seit einer Woche versucht Chiko Keskin nämlich, ein frei laufendes Kaninchen einzufangen, das sich an den Salatbüffets in den zahlreichen Gärten labt. „Leider kann der Hase nicht eingefangen werden, da er schnell in die Gärten flüchtet, die abgesperrt sind“, schildert der Neumarkter das Dilemma. Weil er sich um die Gesundheit des offensichtlich scheuen Tieres sorgt – schließlich könnte der Hase ja den Zorn anderer Gartenbesitzer zu spüren bekommen – bringt er eine Lebendfalle ins Spiel. „Hoffentlich endet der kleine nicht im Kochtopf, wenn ihn der Falsche in den Finger kriegt“, schließt Keskin.

An der Birkenstraße gesichtet

Gesichtet wurde das Kaninchen am Parkplatz an der Birkenstraße, bei den Mülltonnen. „Auch vor meiner Werkstatt hat er sich schon öfters rumgetrieben“, verrät Anwohner Emil Steinbach, der dem Tier aber bislang auch nicht habhaft geworden ist.

Selbst Werner Berggold, Vorsitzender des Kleintierzuchtvereines in Neumarkt-St. Veit, keine echte Empfehlung geben, wie man Meister Lampe am besten einfangen könnte. Man könnte ihn natürlich mit Futter anlocken, „was sich derzeit aber als schwierig herausstellen könnte, weil rundherum genügend Nahrungsangebot in den Gärten vorhanden ist“. Eine Lebenfalle aufzustellen hält er ebenfalls für vergebliche Liebesmüh‘, „da geht der Hase nicht rein“. Den Rat, den er geben kann: Auf die Lauer stellen und abwarten bis es dämmert. Dann könnte man die Müdigkeit des Tieres nutzen, um es einzufangen.

Tipp vom Experten: Einkreisen oder in die Enge treiben

Die beste Empfehlung aber: „Es sollten sich mehrere Leute zusammentun, das Tier umzingeln und am besten in die Enge treiben. Wenn der Hase merkt, dass er nicht mehr ausweichen kann, wird er sich vielleicht ganz klein machen und sich still hinsetzen.“ Dann müsse man aber schnell zugreifen. Und wie: „Optimalerweise den Hasen mit der rechten Hand am Genick beziehungsweise am Rückenfell packen und mit der linken Hand das Hinterteil halten“. Es sei ratsam, dass danach eine Kiste bereit stünde, in die das Tier gesteckt werden könne. „Denn ein Hase, der sich wehrt kann ziemlich kratzen und krallen“, warnt Berggold.

Danach ins Tierheim, sofern der Besitzer unbekannt ist

Danach sei das Tierheim die richtige Adresse, sofern der Besitzer nicht bekannt ist. Züchter würden sich nicht gerade aufdrängen, ein Tier aufzunehmen, das sie nicht kennen. Schließlich will man sich nicht dem Risiko aussetzen, dass ein Fundtier Krankheiten auf die eigenen Tiere überträgt.

Wortwörtlich: Sie vermehren sich wie die Karnickel

Zwischenzeitlich war sogar von einem weiteren Mümmelmann die Rede, das man gesehen haben will. Befürchtungen wurden schon geäußert, dass sich die beiden Kaninchen vermehren könnten. Welche Auswirkungen das haben kann, sah man zuletzt in Mettenheim, wo sich auf einem Privatgrundstück frei laufende Kaninchen ungehindert fortpflanzen konnten und zu einer regelrechten Plage ausgewachsen haben. In der ganzen Siedlung seien diese zu finden gewesen, in einem Umkreis von einem halben Kilometer.

Das war zumindest im Februar dieses Jahres der Fall (wir berichteten). Mittlerweile habe sich die Population verringert, berichtet Mettenheims Bürgermeister Stefan Schalk auf Anfrage. „Es sind deutlich weniger geworden. Doch wohin sie gekommen sind, kann ich nicht sagen!“ 

In Neumarkt-St. Veit soll es gar nicht so weit kommen. Denn nachdem schon eine Bekannte Keskins am Montag bereits vier Stunden lang vergeblich versucht hatte, das Tier zu fangen, hat sich der Tierschützer gestern noch eine Lebendfalle bestellt. „Die werde ich mit einem Fahrradschloss in der Nähe vom Aufenthaltsort des Kaninchens festketten.“ Über seine Kontakte in den sozialen Netzwerken will er dann die Leute sensibilisieren, die Falle öfter zu kontrollieren.

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