Mantelsonntag in Neumarkt-St. Veit trotz Corona ein Gewinn

Absperrbänder regelten den Kundenverkehr. Übereinstimmiend zogen die Geschäftsleute einpositives Fazit vom Mantelsonntag. Sie lobten dabei ausdrücklich die Disziplin.
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Absperrbänder regelten den Kundenverkehr. Übereinstimmiend zogen die Geschäftsleute einpositives Fazit vom Mantelsonntag. Sie lobten dabei ausdrücklich die Disziplin.
  • Karlheinz Jaensch
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Am Kirchweihsonntag wurde in Neumarkt-St. Veit viel geschaut, geplaudert und gekauft. Einige sprachen sogar von Volksfestersatz. Und der Vorsitzende der Werbegemeinschaft zieht eine positive Bilanz – auch wenn 35 Kilogramm Schokolade übrig geblieben sind.

Neumarkt-St. Veit – „Der Mantelsonntag findet statt, auch in Coronazeiten“, das war die Ansage der Verkehrs- und Werbegemeinschaft in der Rottstadt, die sich eng mit dem Landratsamt und der Stadt Neumarkt-St. Veit abgestimmt hatte, damit der verkaufsoffene Kirchweihsonntag dann auch tatsächlich über die Bühne gehen konnte. Der Vorsitzende Christian Göttlinger hatte es vorausgesagt: „Der so wichtige persönliche Kontakt lässt sich auch unter Hygieneauflagen hervorragend bewerkstelligen!“ Und genau das war am Sonntag dann auch der Fall.

Fast alle Neumarkter Fachgeschäfte hatten geöffnet

Das Wetter hätte freilich besser sein können. Und dennoch: Um 13 Uhr hatten fast alle Neumarkt-St. Veiter Fachgeschäfte geöffnet und etliche sogar ihre Warenangebote auf dem Stadtplatz ausgestellt.

Auf großes Interesse stießen auch die Freiflächen der Autohäuser, die ihre aktuellen Modelle zur Schau stellten. Die Neugier der Kunden war geweckt und auch wenn die Autoschau nur in einem genau definiertem Bereich stattfinden konnte und der Zutritt zahlenmäßig beschränkt war, so störte dies am Ende die allerwenigsten.

Corona-Warnungen oder gestiegene Inzidenzzahlen halten die Kunden nicht vom Bummel ab

Geschäfte und Händler mit Dekorationsartikeln und Bastelarbeiten fanden die Aufmerksamkeit der Besucher. Corona-Warnungen oder gestiegene Inzidenzzahlen schienen die Kunden nicht vom Bummel abzuhalten. Die Geschäftsleute jedenfalls freuten sich über das rege Interesse der Neumarkter, auch die Kauflust lobten die. Die Neumarkter Gastronomen hatten an diesem Kirchweihtag schon vorher mit guten Mittagessen die Gäste angezogen. Die örtlichen Blumenhändler hatten zwei Wochen vor Allerheiligen ihre Vorschläge in Form von Grabbestecken präsentiert.

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Eisenbahn als Volksfestersatz

Und für die Kleinen standen Eisenbahn, Kinderkarussell, Wurfbude und Süßigkeiten bereit. Wenigstens ein Hauch von Wiesn-Stimmung, nachdem das Volksfest an Pfingsten Corona-bedingt ausfallen musste.

Der Gag der Neumarkter Verkehrs- und Werbegemeinschaft, dass für jeden Kassenbon von diesem Sonntag eine „Neumark-St. Veiter Schokolade“ gespendet wurde, war ein nettes Zuckerl obendrauf, das bei den Kunden entsprechend positiv zur Kenntnis genommen wurde.

Hygienekonzept der Werbegemeinschaft ist aufgegangen

35 Kilogramm, knapp die Hälfte ihres zur Verfügung stehenden Kontingents an Neumarkter Schokolade, gab die Werbegemeinschaft aus. „Den Rest heben wir uns auf für unsere Weihnachtsaktion“, hat Vorsitzender Göttlinger seinen Blick schon wieder auf die nächsten Aktionen gerichtet. Das Konzept sei gut gewesen, die Resonanz der Leute bestärke die Werbegemeinschaft darin, mit kundenfreundlichen Maßnahmen die Einkaufsfreude zurück zu den Menschen zu bringen.

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Mitarbeiter in Quarantäne –Autohaus Blank musste kurzfristig absagen

Die Kunden hätten sich sehr diszipliniert verhalten und seien auch sehr tolerant gewesen, wenn beispielsweise die maximal erreichte Kundenanzahl im Geschäft erreicht war. „Es tut einem Händler zwar in der Seele weh, Kunden wieder rauszuschicken. Aber diese brachten sehr viel Verständnis mit!“ Göttlinger bedauerte, das das Autohaus Blank kurzfristig absagen musste. „Ein Mitarbeiter befand sich wegen Corona in Quarantäne. Es ist verständlich, dass die Firma dann zurückgezogen hat. Man ist in Zeiten wie diesen umso vorsichtiger!“

Positives Echo von Geschäftsleuten und Kunden

Heike Schmaußer, 51, Sekretärin, Neumarkt-St. Veit: „Also am Anfang war ich sehr skeptisch. Die Bundeskanzlerin warnt vor Menschenansammlungen und die Neumarkter halten ihren Mantelsonntag. Als treuer Besucherin des Mantelsonntags kam ich trotzdem. Und ich bin überrascht, wie diszipliniert alles ablief. Weil alle Masken aufhatten, klappten die Gespräche untereinander tadellos. Auch mit Abstand. Freilich besuchte ich dann auch Geschäfte und habe eingekauft, ohne Angst vor einer Infektion.“

Josef Bauer, 48,Autohaus Bauer, Neumarkt-St. Veit: „Dieser Mantelsonntag gehört zum gesellschaftlichen Leben von Neumarkt-St. Veit. Wir sind jedes Mal dabei. Es geht uns auch um Werbung, aber in erster Linie machen wir es wegen der Kontaktpflege. Die Besucher begegnen sich am Stadtplatz, unterhalten sich, setzen sich auch an Tischen zusammen. Das ist wichtig in Zeiten, in denen sogar das Volksfest ausgefallen ist. Wenn alle die Regeln beachten, dann ist das ein gelungener Höhepunkt der Kontaktpflege.“

Uschi Scharnagl, 71,Hausfrau, Neumarkt-St. Veit: „Also wir waren schon mittags in einem Restaurant zum Essen. Dann sind wir den Stadtplatz auf und ab gebummelt. Wir haben uns alles angesehen und auch Manches erklären lassen. Alle tragen Masken – wir, die Besucher, die Geschäftsleute. Alle haben das gleiche Schicksal und tragen es mit Gleichmut. Niemand hat Probleme. Jetzt gehen wir noch zum Stand der Werbegemeinschaft und holen uns die gute Schokolade ab. So ist wenigstens mal was los.“

Klaus Stoiber, 56Busunternehmer, Neumarkt-St. Veit: „Wenn sich die Leute an die Hygienevorschriften halten, sehe ich keine Probleme. Gefährlich sind doch nur die unkontrollierten Veranstaltungen und Partys. Von denen gehen doch die Gefahren für die Bevölkerung aus. Dieser Mantelsonntag ist eine Gelegenheit für die Geschäfte, sich für die kalte Saison vorzustellen und findet deshalb auch in Mühldorf und Waldkraiburg statt. Wer sich also an die Regeln hält, ist nicht gefährdet und ist keine Gefahr.

Zuckerwatte für die jungen Besucher. Dafür durfte dann auch der Mundschutz für kurze Zeit weichen.
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Heike Schmaußer, 51, Sekretärin, Neumarkt-St. Veit: „Erst skeptisch, dann positiv überrascht!“
Josef Bauer, 48,Autohaus Bauer, Neumarkt-St. Veit: „Der Mantelsonntag gehört zum gesellschaftlichen Leben!“
Uschi Scharnagl, 71, Hausfrau, Neumarkt-St. Veit: „Wir waren schon mittags in einem Restaurant zum Essen.“
Klaus Stoiber, 56Busunternehmer, Neumarkt-St. Veit: „Wenn sich die Leute an die Hygienevorschriften halten, sehe ich keine Probleme.“

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