Eiserne Hochzeit

Irmgard und Walter Schwareiter aus Neumarkt-St. Veit sind seit 65 Jahren verheiratet

Ein Gläschen Sekt zum Jubeltag: Stellvertretender Bürgermeister Egbert Windhager (rechts) gratulierte dem Jubelpaar Irmgard und Walter Schwareiter.
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Ein Gläschen Sekt zum Jubeltag: Stellvertretender Bürgermeister Egbert Windhager (rechts) gratulierte dem Jubelpaar Irmgard und Walter Schwareiter.

„Man muss alles aussprechen. Und da gehört es einfach dazu, dass man auch mal nachgeben muss“, so lautet das Patentrezept von Walter Schwareiter, der mit seiner Frau Irmgard dieser Tage die „eiserne Hochzeit“ feierte.

Neumarkt-St. Veit – Eisern bedeutet, dass die beiden vor genau 65 Jahren vor den Traualtar getreten sind, um sich die Jawort zu geben.

Angefangen hat alles in der St.-Veiter-Straße. Walter Schwareiter erinnert sich: „Ich war damals in der Sattlerei Ege beschäftigt. Und da fiel mir die Irmgard immer auf, wenn sie auf den Weg zu ihrer Schwester Maria war, zum Babysitten.“ Als junger Mann habe er dann doch irgendwann auch den Schneid aufgebracht, die junge Dame anzusprechen. Es hat gefunkt und schon 1955 wurde geheiratet. „Ganz bescheiden“, erzählt Walter Schwareiter, „in der Klosterschänke. Als Musiker hatten wir einen Quetsch‘nspieler und einen Schlagzeuger. Eine zünftige Feier war das damals!“ Und Glück mit dem Wetter hatten sie auch, erzählt Walter Schwareiter. Denn nach kalten Tagen, die auch leichte Schneefälle mitgebracht hatten, herrschte Föhnwetter, als Walter Schwareiter seine Irmgard in der St. Veiter Kirche an den Altar führte.

Gerne gingen die beiden zum Tanzen, auf die Bälle in der Genossenschaft. „Turnerball, Arbeiterball. Vier bis fünf Bälle hat es damals noch pro Jahr gegeben“, schwelgen die Schwareiters in Erinnerungen.

Die beiden stammen aus Neumarkt und sind ihrer Heimatstadt immer treu geblieben. Am Anfang bewohnten sie eine Zwei-Zimmer-Wohnung in der Birkenstraße. 1993 haben sie das Eigenheim an der Jaudstraße erbaut.

Walter Schwareiter wurde am 16. Juni 1932 als ältestes Kind der Familie Schießl geboren und hatte vier Geschwister. Nach der Schulzeit erlernte er in der St.- Veiter Straße bei Andreas Ege das Sattler- und Polsterer-Handwerk und arbeitete ununterbrochen 46 Jahre im Tapezier- und Raumausstatter-Beruf. Dem Neumarkter Arbeiterverein gehört Walter Schwareiter über 45 Jahre an.

Irmgard Schwareiter wurde am 9. Juli 1934 als jüngstes Kind der Eisenbahner- Eheleute Lorenz und Therese Kagerer geboren und wuchs mit vier Geschwistern im Wechselwärterhaus an der Bahnhofstraße auf. Nach der in Neumarkt verbrachten Schulzeit arbeitete sie als Haushaltshilfe und 16 Jahre als Raumpflegerin bei der Bundesbahn. „Wir waren und sind zufrieden mit dem was wir in dieser langen Zeit gemeinsam erlebt haben“, stellen die beiden übereinstimmend fest. Erst vor Kurzem hatte sich Irmgard Schwareiter eine Schulterverletzung zugezogen, die sie aktuell in ihrer Bewegung einschränkt. Freilich ist da Walter Schwareiter zur Stelle, um im Haushalt zu helfen. Auch sonst zeigt sich der 88-Jährige noch sehr agil. „Ich brauche immer was zu tun“, verrät er, im Garten gebe es da stets Arbeit genug.

Gefreut haben sich die beiden darüber, dass zum 65. Hochzeitstag nicht nur ein Gratulationsschreiben vom neuen Landrat aus Neumarkt-St. Veit, Max Heimerl, im Briefkasten lag. Auch Bayerns Ministerpräsident Dr. Markus Söder gratulierte über den Postweg und ließ den beiden Jubilaren einen Bildband über Bayern zukommen. Neumarkts stellvertretender Bürgermeister Egbert Windhager und Pfarrer Pfarrer Franz Eisenmann stießen persönlich mit den Schwareiters an und wünschten dem Paar noch viele gemeinsame Jahre. hus

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