Die Mahnung ist wichtig, denn die Zeitzeugen werden immer weniger

392 Opfer nationalsozialistischer Gewaltherrschaft wurden 1945 aus einem KZ-Massengrab im Harter Forst bei Mettenheim in einem schön gelegenen Hain in Neumarkt-St.

Veit umgebettet. In diesem „KZ-Friedhof“, wie ihn der Volksmund nennt, findet seit den 80ern jedes Jahr eine Gedenkfeier statt, in der an die Gräuel der Nazi erinnert und um Frieden gebetet wird. Dieses Jahr begründete Neumarkts Bürgermeister Erwin Baumgartner das Fehlen einer Musikkapelle mit dem eigentlich derzeit herrschenden Versammlungsverbot. Dennoch konnte er rund vier Dutzend Besucher begrüßen, da runter Reinhard Schmid, den 80-jährigen Mitbegründer dieser Gedenk- und Trauerfeier. Schmid selbst betonte in kurzer Ansprache, dass er wisse, dass sein Vater als „Nazi“ bei der Umbettung mitarbeiten musste. Er selbst aber – ganz im Sinne von Max Mannheimer – hege keine Schuldgefühle, er unternehme aber alles, damit sich solch Terror nicht mehr wiederholt. Pfarrerin Anke Sänger betonte, dass so menschenverachtende Systeme – wie eben das Hitlerregime – nicht mit der christlichen Lehre zu vereinbaren seien. Nur die wiederkehrende Erinnerung an das unvorstellbare Leid könne auch nachfolgende Generationen zum Frieden mahnen, „denn die Zeitzeugen werden immer weniger“. Pfarrer Franz Eisenmann verlas vor den Besuchern Fürbitten um Frieden und Gerechtigkeit. Nach dem Vaterunser sprach er noch das Friedensgebet der Vereinten Nationen. Der Bürgermeister legte zum Ehrenkranz der Stadt einen Stein mit einem Gedenkspruch ab. Unser Foto rechts zeigt Bürgermeister Baumgartner, Pfarrer Eisenmann, Pfarrerin Sänger und Reinhard Schmid beim Abschlusssegen (von links). Das Bild links zeigt eine Gedenktafel, die vor einigen Jahren am Eingang des Friedhofs eingelassen wurde. Jaensch

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