Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


GUTER ZULAUF

Hilfe bei geistlicher Orientierung: Männerkongregation im Landkreis Mühldorf wächst weiter

Die Muttergottes im Altarraum der Wallfahrtskirche in Teising bei Neumarkt-St. Veit. Bis Ende des 19. Jahrhunderts war die Kirche in Teising ein blühender Marien-Wallfahrtsort.
+
Die Muttergottes im Altarraum der Wallfahrtskirche in Teising bei Neumarkt-St. Veit. Bis Ende des 19. Jahrhunderts war die Kirche in Teising ein blühender Marien-Wallfahrtsort.
  • Robert Wagner
    vonRobert Wagner
    schließen

Im Marienmonat Mai widmen sich die Ortsgruppen der Marianischen Männerkongregation (MC) der Verehrung der Gottesmutter, insbesondere mit den Maiandachten. Die geistliche Laiengemeinschaft von Männern genießt in der Region Altötting/Mühldorf hohes Ansehen.

Neumarkt-St. Veit/Niederbergkirchen – Das hohe Ansehen spiegelt sich in den Zahlen wider,ist doch die Marianische Männerkongregation Altötting mit über 200 Ortsgruppen und etwa 10 000 Mitgliedern mit Abstand die größte Kongregation in Europa.

Präfekt Stefan Burghardt (links) und Präses Bruder Georg Greimel.MC/Dorfner

Bruder Georg Greimel von den Altöttinger Kapuzinern steht als Präses an der Spitze der Marianischen Männerkongregation Altötting und er formuliert es so: „In einer Zeit, in der Menschen nach geistlicher Orientierung suchen, wird die MC weiter eine Rolle spielen – in einer säkularisierten, sich ständig verändernden Welt, in der der christliche Glaube zu versickern droht.“

Erhalt des „geistlichen Grundwasserspiegels“

Die Marianischen Sodalitäten hätten sehr gute Voraussetzungen, zum Erhalt des religiösen Lebens etwas beizutragen, zum Erhalt des „geistlichen Grundwasserspiegels“. Das sei in einer für die Kirche ständig schwieriger werdenden Zeit immer wichtiger. „Es gilt, das Christliche im Abendland zu erhalten. Dazu sollen die Sodalen beitragen.“ Die Sodalen orientieren sich laut Greimel an Maria als der bedeutendsten Frau im christlichen Glauben. Das Marien-Heiligtum in Altötting ist geistlicher Mittelpunkt der bayerischen Sodalen. Die Kongregation feiert darum zweimal im Jahr ihr Hauptfest in Altötting. Die Pfarrgruppen gehören zum Quellgebiet der Altöttinger Marienwallfahrt.

Mitverantwortung in den Pfarreien und für den Glauben

Die Männer trügen Mitverantwortung in ihren Pfarreien und für den Glauben: „Wir leben in und mit der Kirche als Gemeinschaft gläubiger Männer, aus der Kraft der heiligen Sakramente, insbesondere der Eucharistie und aus der Heiligen Schrift“, so Pater Greimel.

Ein weiterer Schwerpunkt sei das Christsein im Alltag, das sich im religiösen Leben, persönlich und in der Familie, im guten Beispielgeben und im Leben nach dem Gewissen spiegle.

Örtliche Kongregationen erfreuen sich guten Zuspruchs

Trotz Corona erfreuen sich die örtlichen Kongregationen eines guten Zuspruchs, wie die Obmänner Helmut Hüttner – zuständig für die MC Feichten, inklusive Teising und Fraßbach, und kommissarisch für die MC Neumarkt St. Veit – und Hans Georg Weingartner (MC Niederbergkirchen) erklären. Letzterer ist seit gut einem Jahr auch als Sekretär in der Altöttinger Männerkongregation angestellt, nachdem derObertaufkirchener Michael Reiser plötzlich verstorben war.

Hans-Georg Weingartner, Sekretär der MC Altötting.

Schon die Großväter und Väter waren Sodalen

Bei beiden spielt die Marianische Männerkongregation schon seit jeher eine Rolle in der Familie. Großväter und Väter gingen den Weg voran. Helmut Hüttner schloss sich 2008 der Feichtner Ortsgruppe an und wurde 2014 Obmann. Seither hat sich der Mitgliederstand stabil gezeigt, mit einer leichten Tendenz nach oben, sagt Hüttner.

Pandemie schränkt die Aktivitäten ein

Erfreulich sei, so Hüttner, dass sich erst vor Kurzem zwei neue Mitglieder in Feichten und einer in Neumarkt St. Veit angeschlossen hätten, alle in der Altersgruppe zwischen 30 und 40 Jahren. Letztere Ortsgruppe führt er nach dem plötzlichen Tod von Andreas Hammermeier seit 2019 als kommissarischer Obmann.

Helmut Hüttner, Obmann in Neumarkt St. Veit

Hüttner bedauert es, dass durch die Pandemie die Aktivitäten in den Ortsverbänden, wie Maiandachten, nur mit Einschränkungen möglich sind. Vom Abhalten einer Versammlung beziehungsweise des Jahreskonvents ganz zu schweigen.

Neue Mitglieder zwischen 30 und 40

Ähnlich sieht es Hans Georg Weingartner aus Niederbergkirchen. In seiner Ortsgruppe gibt es 50 Mitglieder – mit einer stabilen Entwicklung und Steigerungstendenz. So wurden beim letzten Konvent gleich sieben neue Mitglieder aufgenommen, alle zur jüngeren Generation gehörend.

Er ist seit 2019 Obmann und wünscht sich, die Ortsgruppe noch mehr in das „pfarreiliche und gesellschaftliche Leben“ zu integrieren. Neben der Veranstaltung von Maiandachten, der Teilnahme an den Einkehrtagen und dem Besuch der beiden Hauptfeste in Altötting, nimmt die Niederbergkirchener Ortsgruppe auch an Ortsmeisterschaften teil. Für die Zukunft –„wenn es die Pandemie zulässt“ soll diese Engagement ausgeweitet werden.

Austausch unter den Sodalen anregen

„Ich möchte erreichen, dass der Austausch unter den Sodalen angeregt wird“, sagt Weingartner, der sich auch an seiner Arbeitsstelle in Altötting bestens aufgehoben fühlt und seine Erfüllung im Arbeitsleben gefunden hat. Denn, wie sagte er vor einem Jahr in einem Interview: „Beruf hat auch mit Berufung zu tun!“

Geschichte der MC Altötting reicht bis 1591 zurück

Die Geschichte der Marianischen Männerkongregation Altötting reicht bis 1591 zurück. Die Jesuiten kamen in diesem Jahr nach Altötting, an den Ort mit langer Tradition und mit einer noch jungen Wallfahrt. Bereits am 25. März 1599 gründeten sie die Marianische Männerkongregation mit 30 Männern und Jünglingen unter dem Titel Mariä Verkündigung. Die Sodalen sollten Vorbilder im katholischen Glauben sein und damit auch die Arbeit der Jesuiten unterstützen. Seit der Gründung ist die MC Altötting zur größten Marianischen Männerkongregation in Europa angewachsen.

204 Ortsgruppen in der Zentralkongregation Altötting

Die Zentralkongregation Altötting umfasst 204 Ortsgruppen in den Diözesen Passau, Regensburg und München-Freising. Rund 10 000 Sodalen im Betreuungsgebiet Altötting haben sich mit ihrer Lebensweihe unter den Schutz der Muttergottes von Altötting gestellt. Daneben bestehen in Bayern weitere 14 Kongregationen von verschiedener Größe, mit insgesamt etwa 40 000 Mitgliedern. In einer Arbeitsgemeinschaft treffen sich die Präsides und Präfekten aus Bayern in der Regel zweimal im Jahr.

Von den aktuell 204 Pfarrgruppen im Bezirk Altötting befinden sich im Landkreis Mühldorf 54 Pfarrgruppen mit 2675 Sodalen, das ist gut ein Viertel der Altöttinger MC.

Altöttinger MC wird seit 1874 von den Kapuzinern betreut

Die Altöttinger MC wird seit 1874 von den Kapuzinern betreut. Die wechselvolle Geschichte zeigt die tragende Bedeutung einer solchen Gemeinschaft für das Glaubensleben. Sie trägt eine große Mitverantwortung, die Kirche von innen heraus zu beleben und das religiöse Leben zu bereichern und zu stärken. So gehören die Marianischen Sodalitäten und Kongregationen mit ihren vielen Pfarrgruppen zu jenen geistlichen Gruppen, die mit der Kirche mitgehen, mitdenken und mitfühlen, in guten Zeiten, aber auch in schwierigen Phasen des kirchlichen Lebens.

Kommentare