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Diskussion um Luftfilter gegen Corona

Teure Wartung von mobilen Geräten: Stadt Neumarkt rückt Maximallösung in den Fokus

Mobile Filteranlagen wie diese wird es in Neumarkt-St. Veit nicht geben. Die Verwaltung prüft bis zur nächsten Stadtratssitzung die Preisgestaltung fest installierter Anlagen.
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Mobile Filteranlagen wie diese wird es in Neumarkt-St. Veit nicht geben. Die Verwaltung prüft bis zur nächsten Stadtratssitzung die Preisgestaltung fest installierter Anlagen.
  • VonPeter Becker
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Corona-Prävention in Schule und Kindergarten: Der Neumarkter Finanzausschuss hat die Anschaffung von mobilen Filteranlagen für Kindertagesstätten und Schulen abgelehnt. Vom Tisch ist das Thema aber damit nicht. Es werden jetzt Alternativen ausgelotet.

Neumarkt-St. Veit – Die Mitglieder des Neumarkter Finanz- und Verwaltungsausschusses diskutierten die Notwendigkeit von Filteranlagen in den rund 70 Gruppen- und Klassenräumen der städtischen Kindertagesstätten und der Schulen.

Bürgermeister Baumgartner

Laut Bürgermeister Erwin Baumgartner (UWG) seien mobile Filteranlagen umstritten, weil ihre Wirkung möglicherweise sogar kontraproduktiv sei: „An der falschen Stelle im Raum aufgestellt, saugt es die Viren womöglich von einem kranken Kind an allen anderen vorbei!“

Unterricht dennoch nicht garantiert?

Expertengremien von Bund und Freistaat empfehlen auch im Falle vorhandener Filteranlagen das regelmäßige Lüften der Gruppen- und Klassenräume, um die Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus klein zu halten. „Das Umweltbundesamt hat eine wissenschaftliche Studie zur Sinnhaftigkeit von Filteranlagen veröffentlicht, in der Räume in Kategorien eingeteilt werden“, erklärte Michael Kulhanek (CSU), der sich auch beruflich mit der Materie beschäftigt. Sinnvoll seien dem Umweltbundesamt zufolge mobile Filteranlagen nur in Räumen, die keine oder nur kleine Fenster zum Lüften hätten. „Solche haben wir aber gar nicht“, verdeutlichte Baumgartner auf Nachfrage von Heike Perzlmeier (CSU).

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Fördersumme pro Raum auf 1750 Euro gedeckelt

Ein Förderprogramm der Staatsregierung hatte die Beschaffung von Filteranlagen attraktiv werden lassen, weil zunächst die Hälfte der Kosten erstattet werden sollte. Allerdings sparte Baumgartner, wie übrigens bereits andere Bürgermeister auch, nicht mit Kritik an dem Angebot aus München: „Erstens gilt das nur für Kitas und Grundschulen und nicht für die Mittelschule.“ Zweitens sei die Fördersumme pro Raum inzwischen auf 1750 Euro gedeckelt worden. „Und drittens werden die Geräte durch die steigende Nachfrage sicher nicht billiger.“

Baumgartner rechnet mit dreimonatiger Lieferfrist

Schon jetzt müsse man mit Lieferfristen von mindestens drei Monaten rechnen. Er gehe nicht davon aus, dass die Geräte im Herbst, wenn die Filteranlagen vermutlich am dringendsten benötigt würden, überhaupt schon zur Verfügung stehen. „Außerdem ist nicht klar, ob mit den Filteranlagen Unterricht stattfinden darf“, fügte Baumgartner hinzu.

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Verwaltung kalkuliert mit 35.000 Euro für die jährliche Wartung

Trotz der vielen Unwägbarkeiten hatte die Stadtverwaltung eine Kostenrechnung erstellt und eine Beschlussvorlage für die Mitglieder des Finanzausschusses erarbeitet: Für rund 50.000 Euro könnte man die nötigen 15 Geräte für die Kindertagesstätten besorgen, mit weiteren 35.000 Euro wurde die jährliche Wartung, wie beispielsweise der Tausch von Filtern, veranschlagt. Auch für die Schulen müssten dann zusätzlich noch insgesamt 55 Geräte beschafft werden, wie aus den Unterlagen der Verwaltung hervorgeht.

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SPD: „Kosten dürfen nicht entscheidend sein!“

Stadtrat Ludwig Spirkl (SPD) argumentierte für die Reinigungsgeräte: „Luft kann gewaschen werden“, erklärte er mit Blick auf medizinische Einrichtungen, in denen Filteranlagen inzwischen weit verbreitet seien. „Die Kosten dürfen nicht entscheidend sein, denn das bringt auf jeden Fall was, auch für Wasserdampf und Kohlendioxid“, so Spirkl weiter. Schließlich habe man trotz aller Zweifler, beispielsweise an den FFP2-Masken, mit den Hygienemaßnahmen auch die Verbreitung vieler anderer ansteckender Krankheiten minimiert.

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Anlage im neuen Kindergarten entspricht nicht dem Corona-Standard

Dr. Klaus Windhager (UWG) gab dem SPD-Stadtratskollegen recht: „Das wird sowieso kommen“, mutmaßte der Mediziner, „warum gehen wir also nicht gleich den Königsweg und installieren feste Anlagen?“ Tatsächlich wird es beispielsweise im neuen Kindergarten, der aktuell gebaut wird, eine solche fest installierte Anlage geben. „Die entspricht aber auch nicht dem Corona-Standard“, präzisierte Kämmerer Thomas Menzel, „die wälzt nur dreimal und nicht sechsmal um.“ Menzel gab dabei auch zu Bedenken, dass so eine „Corona-konforme“ Lösung auch einen ständigen Luftzug im Raum bedeute, der die gefühlte Temperatur drastisch sinken lasse.

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Verwaltung prüft feste Installation

Einen Beschluss gab es nicht, da lediglich Spirkl „zumindest einige mobile Geräte“ anschaffen wollte. Sylvia Wegner (UWG) zeigte sich zuversichtlich: „Es sind sowieso immer mehr Menschen geimpft, deswegen überstehen wir diese Welle auch noch.“ Auch sie sprach sich dafür aus, die Möglichkeit zur Installation fester Filteranlagen zu prüfen. Das Thema soll daher auch in der nächsten Stadtratssitzung auf der Tagesordnung stehen. Dann womöglich schon mit genaueren Schätzungen zur Machbarkeit und den Kosten in den einzelnen Einrichtungen.

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