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Forschung steht vor einem Rätsel

Long Covid: Hörberingerin Elli Hellfeuer hat Symptome über Monate

Elli Hellfeuer aus Neumarkt-St. Veit hat seit ihrer Corona-Erkrankung im März mit den Folgen zu kämpfen.
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Elli Hellfeuer aus Neumarkt-St. Veit hat seit ihrer Corona-Erkrankung im März mit den Folgen zu kämpfen.
  • Max Darga
    VonMax Darga
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Dass man nach einer Krankheit nochmals ein bis zwei Wochen braucht, bis man wieder vollständig erholt ist, ist etwas, das wohl jeder mal Mal am eigenen Leib erfahren musste. Ganz anders bei „Long Covid“.

Neumarkt-St. Veit – Die Hörberingerin Elli Hellfeuer war vor knapp einem halben Jahr an Corona erkrankt und hat bis heute mit den Folgen zu kämpfen. „Heute ist es wieder schlechter. Ich kann kaum die Arme heben. Gemüse schneiden fällt mir unheimlich schwer“, erzählt die Mutter zweier Kinder an diesem Augusttag.

Es sind vor allem Muskelschmerzen, welche die ansonsten lebenslustige Frau seit ihrer Erkrankung plagen. „Verklebte Faszien“, weiß sie inzwischen. Und sie versucht alles, damit sie wieder ein geregeltes Leben führen kann nach ausgestandener Covid-Infektion.

Massagen gegen die Muskelschmerzen

Sie besuchte Heilpraktiker und Osteopathin. Nahm Vitamin C und Magnesium. Yoga steht jeden zweiten Tag auf dem Programm, sie dehnt sich viel gegen die Muskelschmerzen, meditiert. „Jeden zweiten Tag bekomme ich eine Massage, um das Muskelgewebe zu lockern“, berichtet sie. Und natürlich gönnt sie sich Ruhe.

„So viel wie möglich, Stress versuche ich komplett zu vermeiden, denn jeglicher Stress und jede Überanstrengung wirft einen um Tage zurück.“

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Hellfeuer war an Covid erkrankt. „Ich war schlapp, kraftlos, hatte Gliederschmerzen, konnte eine Woche nichts essen und hatte furchtbar Angst um die Familie. Besonders um die Eltern – die wir ja auch alle angesteckt haben!“ Nach gut einer Woche sei es langsam besser gegangen, sie konnte wieder aufstehen und was essen. „Ich war zuversichtlich, konnte spazieren gehen und war guter Dinge.“ Nach weiteren drei Wochen bemerkte sie beim Spaziergang, dass ihr die Luft wegblieb.

„Es brannte in der Brust, fast ständig, als ob ich einen Marathon gelaufen wäre.“ Dazu kam ein Dauer-Druck auf der Brust und starke Muskelschmerzen am Rücken. Der Hausarzt habe zunächst Entwarnung gegeben: Einfach langsam machen und etwas Yoga. Es handle sich wohl lediglich um Verspannungen.

Doch die Symptome blieben: „Ich wurde immer schlapper, war immer müde, konnte nur noch das Nötigste erledigen.“ Nach dem Einkaufen musste sie sich zwei Stunden hinlegen. „Und ständig die Ungewissheit und vor allem Angst: Woher kommt das Brennen und der Druck in der Brust?

Dazu das Gefühl, zu wenig Luft zu bekommen. Doch beim Arzt seien Sauerstoffsättigung und EKG in Ordnung gewesen. „Man zweifelt dann schon langsam an sich selbst.“ Sie wurde vergesslicher, sei sehr zerstreut gewesen und nicht mehr strukturiert. Stimmungsschwankungen seien dazugekommen. „Ich und fast depressiv? Das konnte ich nicht glauben“, berichtet Hellfeuer, die man von lustigen Waldbeisser-Auftritten der Rottalia Faschingsgesellschaft kennt. Doch von den Ärzten hieß es nursagen nur: Abwarten.

Doch Elli Hellfeuer wollte nicht mehr abwarten. Im Mai hat sie sich dann einen Termin in der Long-Covid Sprechstunde geben lassen – und musste erneut in die Warteschleife: Ende August. Doch Hellfeuer hatte endlich eine Perspektive: Ein konkretes Datum, um mit einem Spezialisten zu reden. „Und alle Fragen zu stellen, die täglich Todesängste auslösen!“

Erste echte Hilfe in der Selbsthilfegruppe

In der Zwischenzeit hat sich Hellfeuer einer Selbsthilfegruppe im sozialen Netzwerk Facebook angeschlossen. „Dort gibt es 4000 Leidensgenossen und dort habe ich dann endlich erfahren, dass meine Muskelschmerzen keine Verspannungen, sondern typisch für Long-Covid sind.“ Die Selbsthilfegruppe tut ihr gut, beteuert Hellfeuer. „Man kann sich austauschen, anderen Mut zusprechen oder bekommt Tipps. Seitdem fühle ich mich nicht mehr so alleingelassen.“

Was sie vor allem schätzt: Man hat kompetentere Ansprechpartner, Leidensgenossen, die über mehr fundiertes Wissen verfügen, das als die Hausärzte vor Ort. Hellfeuer muss Geduld haben. „Ich mache mir so schnell keine Hoffnungen, dass es bald besser wird. In meiner Gruppe sind manche schon über ein Jahr in der Situation!“ „Long-Covid steckt in mir. Seit der Erkrankung ist nichts mehr wie es vorher war!“

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