Lohkirchen: Gemeinderat stimmt für lockere Variante

So sieht die ursprüngliche Planung mit acht Parzellen aus.Auf dieser Grundlage sollen nun weitere Abmerkungen in den Bebauungsplan eingearbeitet werden. VG Oberbergkirchen

Neun Parzellen mit reduzierter Grundstücksfläche oder nur acht und dafür mehr Grund und Boden vor der Haustür? Diese Frage beschäftigte den neuen Lohkirchener Gemeinderat, als er sich mit der Aufstellung des Bebauungsplanes „Binderwiese“ beschäftigte.

Von Josef Enzinger

Lohkirchen – Ginge es nach den Empfehlungen der Regierung, sollte auf Wohnraumverdichtung gesetzt werden. Der Gemeinderat sprach sich aber am Ende mehrheitlich für die lockere Variante aus. Aus neun Grundstücken werden damit acht.

Bevor die Entwurfsplanung Punkt für Punkt durchgearbeitet wurde, schickte Bürgermeister Siegfried Schick voraus, dass sich bereits Interessenten für Grundstücke in diesem neuen Baugebiet gemeldet hätten. Die Tendenz gehe eher in Richtung größerer Grundstücke, informierte er den Gemeinderat, dem zu diesem Zeitpunkt bereits eine Planung mit neun Parzellen vorgelegen war. Im Vergleich zu einem ersten Entwurf also eine Parzelle mehr, was Schick damit erklärte, dass man damit dem Flächenspargebot nachkomme. „Man favorisiert immer mehr den Geschoßwohnungsbau. Es soll auch bei Einfamilienhäusern mehr in die Höhe als in die Breite gebaut werden“, erklärte dazu Georg Obermaier, Geschäftsstellenleiter der Verwaltungsgemeinschaft Oberbergkirchen. „Die Zeit großer Grundstücke scheint vorbei zu sein“, betonte Obermaier, „denn die Flächen dafür ist knapp!“

Flächenspargebot durch die Regierung

Bürgermeister Schick betonte, dass es für die Gemeinde keine Rolle spiele, ob es acht oder neun Grundstücke würden, finanziell habe die Gemeinde nichts davon, wenn am Ende neun Parzellen entstehen würden. Zweiter Bürgermeister Martin Gruber (CSU/FWG) argumentierte aber, dass sich die Kosten der geforderten Linksabbiegespur ins Baugebiet, dann auf mehrere Grundstücksbesitzer verteilen würden, sie damit damit für jeden Einzelnen billiger würde. Immerhin schlägt diese nach ersten Schätzungen mit knapp 100 000 Euro zu Buche. „Ich denke auch, dass es heutzutage auch nicht mehr viele Leute gibt, die dazu bereit und auch in der Lage sind, 150 000 Euro für ein Grundstück auszugeben“, fand Gruber.

Gemeinderat Gerhard Obermeier (UWG) hielt dagegen, dass eine Aufteilung auf neun Grundstücke nur kleine Grundstücke zuließe. Er fand das zu eng bemessen. Die kleinteilige und enge Bauweise habe eine Verschattung der Grundstücke zur Folge, argumentierte Rupert Kirchisner (UWG). Der Gemeinderat war zwiegespalten, was sich auch bei der Abstimmung niederschlug. Mit 5:4 Stimmen sprach sich der Rat für die Lösung mit acht und damit größeren Grundstücken aus. Damit wurde auch der Billigungsbeschluss für die vorgelegte Planung – sie hatte neun Grundstücke vorgesehen – obsolet. Bis zur nächsten Sitzung soll diese nun überarbeitet werden. Dies nutzte Gerhard Obermaier dazu, um einige zusätzliche Änderungswünsche loszuwerden.

Er beklagte zu große Niveauunterschiede bei den einzelnen Garagenzufahrten. Um spätere Anträge auf Ausnahmegenehmigungen zuvorzukommen, sollte man die Möglichkeiten gleich großzügiger reglementieren. Drei Meter ab aufgeschüttetem Gelände sollten es sein, was 8:1 Stimmen auf sich vereinte. Gemeinderat Obermaier war es auch wichtig, dass der Zaunabstand zur Straße hin eingehalten werde (50 Zentimeter).

Zisternen als Empfehlung

Den Passus der Regenrückhaltung sollte gestrichen werden, zumal ein bereits bestehender Weiher diese Aufgabe übernehmen könnte, wie Geschäftsleiter Obermaier informierte. Reinhard Retzer und Josefine Putz (beide UWG) schlugen aber vor, die Grundstücksbesitzer zum Einbau einer Zisterne zu verpflichten. „Wir sollten mit dieser Ökomaßnahme den Weg zu mehr Nachhaltigkeit einschlagen“, argumentierte Putz. 4:5 Stimmen reichten nicht aus, um diesen Vorschlag als Verpflichtung aufzunehmen. Lediglich als Empfehlung soll die Zisterne im Bebauungsplan festgeschrieben werden, der nun überplant wird.

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