Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Ein Spezialgerät hilft

„Linde 21“ bekommt ein neues Heim - Geretteter Baum wird verpflanzt

Unbekannte haben, sehr zur Freude des Ehepaar Guse, nach der Attacke auf die Linde 21 ein Schild an den Baum gehängt, das dem Baum „Gute Besserung“ wünscht.
+
Unbekannte haben, sehr zur Freude des Ehepaar Guse, nach der Attacke auf die Linde 21 ein Schild an den Baum gehängt, das dem Baum „Gute Besserung“ wünscht.
  • Harald Schwarz
    VonHarald Schwarz
    schließen

Am Mittwoch, 29. September, ist es soweit: Dann wird die „Linde 21“ verpflanzt. Die Winterlinde, die mit Hilfe von zahlreichen Spendengeldern vom Ehepaar Guse gerettet worden ist, wird am Stadtplatz von einer Spezialfirma ausgegraben und auf einen Grünstreifen an der KZ-Gedenkstätte verpflanzt.

Neumarkt-St. Veit – Dort ergänzt sie sich mit einer Linde, die dort bereits steht und den Eingang zu der Gedenkstätte markiert.

Rund 6600 Euro sind bei dem Spendenaufruf zur Rettung der Linde bereits zusammengekommen. Das Ehepaar Guse hat sich mit dem Bürgernetzwerk NSV die Summe von 7777,21 Euro als Ziel gesetzt. Die Summe ist in etwa notwendig, damit eine Spezialfirma die Linde vom Stadtplatz an einen neuen Standort zu bringen. Sollte etwas übrig bleiben, wird die restliche Summe an den Bund Naturschutz und den Landesbund für Vogelschutz gespendet.

Wie Bernd Küster von der Firma Opitz erläutert, wird bei dem Verpflanzen eine sogenannte Rundspatenmaschine zum Einsatz kommen; ein Spezialgerät, das die Linde wie mit einer großen Baggerschaufel aus seinem jetzigen Standort heraushebelt und dann abtransportiert. Die Rundspatenmaschine kann Bäume mit bis zu einem Ballendurchmesser von drei Metern aus dem Boden holen, wie Küster sagt.

Bevor sie zum Einsatz kommt, müssen aber noch diverse Vorbereitungsarbeiten erledigt werden. So wird in einem ersten Šchritt das Pflanzloch am neuen Standort, einer Grünfläche bei der KZ Gedenkstätte, ausgehoben. Da die Stadt kein Grundstück zur Verfügung stellt, hat sich das Ehepaar Guse selbst auf die Suche nach einem passenden Standort gemacht. Die Grünfläche gehört einem Privatmann, der sich mit dem Einpflanzen der Linde einverstanden erklärt hat. Auch die Verwaltung der KZ-Gedenkstätte hat keine Einwände. Da dort bereits eine alte Linde steht, ist das eine schöne Ergänzung, erzählt Eva Guse von der Reaktion der Verwaltung.

In einem nächsten Schritt wird die Steinumrandung der Linde 21 entfernt, damit die Rundspatenmaschine ungehinderten Zugang hat. Wenn die Linde herausgehoben ist, werden die Äste zusammengebunden und teilweise zurückgeschnitten, denn dann kommt der kniffeligste Teil der Operation. Die Linde 21 muss aus dem Stadtplatz transportiert werden. „Wir haben uns vor Ort alles angesehen und es müsste funktionieren“, sagt Bernd Küster. Allerdings wird es Millimeterarbeit, denn die Rundspatenmaschine muss samt Linde über die Johannesstraße den Stadtplatz verlassen. „Durch die beiden Stadttore geht es nicht, da sie zu niedrig sind“, ergänzt Christian Guse. Danach rollt der Schwertransport in Richtung KZ-Gedenkstätte.

Dort wartet dann bereits ein Baumpflegetrupp, so Bernd Küster, der sich noch einmal um die Linde kümmert und das Pflanzloch entsprechend vorbereitet, sodass der Baum gut vorbereitet für den Winter ist. Die Firma Opitz habe eine 99-prozentige Erfolgsquote beim Verpflanzen von Bäumen lobt Christian Guse. Deshalb haben er und seine Frau auch ein gutes Gefühl bei der Verpflanzung.

Viel positives Feedback

Das gute Gefühl haben sie auch, weil sie im Rahmen der Rettungsaktion viel positives Feedback für die Rettung der Linde 21 bekommen haben. Ein Landschaftsarchitekt hat ihnen über das Internet seine kostenlose Hilfe angeboten, als die Linde 21 vor Kurzem mit einer Axt beschädigt worden ist. Ein Unbekannter hat in sechs Sprachen ein Schild mit der Aufschrift „Gute Besserung“ am Baum angebracht. Und der Sänger Hannes Vonbeck hat mit ihnen für die Linde 21 sogar ein Lied geschrieben. Jetzt hoffen sie alle, dass die Verpflanzung auch gut geht.

Kommentare