Leben kehrt zurück in die Stadt: Neumarkt-St. Veit fährt langsam wieder hoch

Werbegemeinschaftsvorsitzender Christian Göttlinger stellt die Kampagne vor. Verkehrs- und Werbegemeinschaft Neumarkt

Verkehrs- und Werbegemeinschaft will jetzt in die Offensive gehen. Starthilfe gibt das Corona-Selbsthilfe-Programm des Bayerischen Wirtschaftsministeriums. In der Stadt will sich ein Aktionsstab um Wirtschaftsreferent Peter Gruber darum kümmern, dass die Wirtschaft wieder an Zugkraft gewinnt.

Neumarkt-St. Veit – Die Unterhaltung an der Ecke oder im Geschäft, der Kaffee in der Stadt – Vieles was noch vor Monaten selbstverständlich war, ist in den vergangenen Wochen wegen Corona in weite Ferne gerückt. Jetzt aber kehrt das Leben stufenweise zurück, die Geschäfte öffnen und bringen Leben in das Bild der Stadt. „Hello again“ – nennt man das in Neumarkt-St. Veit. Die Mitglieder der Verkehrs- und Werbegemeinschaft Neumarkt-St. Veit freuen sich auf diese Rückkehr. Und sie erhalten Unterstützung. Die Werbegemeinschaft hat sich nämlich für das Corona-Soforthilfe-Programm des Bayerischen Wirtschaftsministeriums beworben und bekam prompt den Zuschlag.

Corona gibt immer noch Spielregeln vor

In den nächsten Wochen soll nun ein intensives Unterstützungs-Programm zum Zug kommen unter dem Motto „Hilfe zur Selbsthilfe“. Die CIMA-Handelsberatung unterstützt dabei bei der Planung von drängenden Handlungsansätzen und Projekten. „Wir hatten bereits ein telefonisches Auftaktgespräch und uns ausgetauscht, welche Aktionen wir im Jahresprogramm durchführen können. Corona gibt leider immer noch die Spielregeln vor“, berichtet der Vorsitzende der Werbegemeinschaft Christian Göttlinger. Digitale Workshops sollen nächste Woche folgen, danach will man Maßnahmen erarbeiten in Form von Webinaren, um danach auch an der Front aktiv werden.

Ein Herz zwischen Maskenpflicht und Abstandgebote

Und das alles in einem Alltag, der sich geändert hat. Stoppschilder, Maskenpflicht, Abstandsgebote. Was ist wieder erlaubt, was kann ich guten Gewissens tun? „Auch die Mitglieder der Werbegemeinschaft in den Geschäften, bei den Dienstleistern, im Handwerk und im produzierenden Gewerbe müssen sich auch völlig neue Situationen einstellen“, erzählt Göttlinger. Nicht einfach, wenn Geschäftsinhaber und Mitarbeiter ihr Lächeln hinter Masken verstecken müssen. „Die Herzlichkeit und die Liebe zu den Kunden bleibt aber auch hinter den Masken bestehen“, leitet Göttlinger thematisch zur Aktion über, mit der die Mitglieder der Werbegemeinschaft nun verstärkt um ihre Kunden buhlen: „Hello again...gerne wieder für Sie da!“ steht auf den Herzen, die an den Ortseingängen, in der Stadt, an den Eingängen und auf Firmenschildern und in Schaufenstern die Kunden dazu animieren sollen, vor Ort einzulaufen. „Viele Geschäfte haben Einwegmasken vorbereitet, sollte wirklich jemand die Maske zuhause vergessen haben.“

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Göttlinger ist pausenlos im Einsatz, um im Gespräch mit Kunden und Mitgliedern zu zeigen, dass es trotz der Einschränkungen möglich sein kann, eine neue Normalität zu leben. Nach den ersten Lockerungsmaßnahmen habe man nämlich zwiespältige Erfahrungen gemacht, sagt Göttlinger: „Die Leute wollen bewusst vor Ort einkaufen, aber sind nach den Wochen der Einschränkung auch noch sehr zurückhaltend. Zum einen ist es die Angst, zum anderen auch die Ausnahmesituation, in der sich viele auch in finanzieller Hinsicht befinden.“

So sieht die Hilfe für Werbegemeinschaften aus.

Probleme, mit denen die Geschäftswelt unmittelbar konfrontiert ist, macht er an den Fixkosten fest, „die sind ein Riesenthema“, weiß Göttlinger. Kosten fallen für Arbeitgeber an, die ihre Azubis nicht in Kurzarbeit schicken dürfen.

Und dann sind die Händler vor Ort auch noch damit konfrontiert, stets ein aktuelles Sortiment bereitszustellen: „Wir haben einen Riesenwarendruck. Teilweise sind die Läden mit Frühjahrsware bestückt und den Herbst muss man auch schon wieder im Blick haben.“

Aktionsstab in der Stadt gebildet

„Auch wenn die Einschränkungen jetzt wieder Schritt für Schritt zurückgefahren werden, so ist auch nach wie vor die Ungewissheit groß, wie sich die Geschäftslage in den einzelnen Feldern entwickeln wird, ob künftige Umsätze ausreichen werden oder ob ein rentables Arbeiten mit Einschränkungen oder Mehrkosten überhaupt möglich sein wird“, meint CSU-Stadtrat Peter Gruber, der sich als frischgebackener Wirtschaftsreferent der Stadt Neumarkt-St. Veit seinen Beitrag dazu liefern möchte, dass die Geschäftstätigkeit wieder Fahrt aufnimmt. „Wichtig ist der konkrete Erfahrungsaustausch, was ist sinnvoll, womit machte man gute Erfahrungen, welche Fragen sind zu klären.“

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Zur Mitarbeit am Corona-Soforthilfeprogramm hat sich deshalb bereits ein Aktionsstab aus Werbegemeinschaft, Zweitem Bürgermeister Egbert Windhager und dem Wirtschaftsreferenten gebildet. Im Fokus: Die Nacht der Musik etwa, ein fester Termin Ende Juli – geht es nach Gruber, sollte dieser auf jeden Fall durchgezogen werden. „Wenn man die Regeln einhält, sollte dies alles möglich sein. In anderen Kommunen zeigen sich die Leute ja auch ideenreich, wenn es zum Beispiel darum geht, eine Alternative zu einem Volksfest anzubieten!“

Bei Christian Göttlinger stößt Gruber damit auf offene Ohren. „Wenn die Nacht der Musik nicht in der gängigen Form möglich sein sollte, dann eben angepasst. Kontakt zum Wirtschaftsministerium hat Göttlinger bereits aufgenommen. Er nimmt dabei den bayerischen Wirtschaftsminister beim Wort, der die Möglichkeit solcher Einkaufsnächte durchaus in Erwägung gezogen hatte. „In diesem Jahr dann halt nicht mit Musik, sondern mit einzelnen Solokünstlern. Kleine Blitzlichter, die mal hier, mal dort aufblitzen!“ Eine Bewirtung draußen sei ja ab sofort wieder möglich. „Warum nicht auch eine Einkaufsnacht!“

Göttlinger ist durchaus bewusst, dass auch die Regierung nur auf Sicht fahren könne, gegebenenfalls eine Erlaubnis erst kurzfristig erteilt werden könne oder das Ganze wieder abgeblasen wird. „Aber wir sind heiß, wir wollen was tun, wir müssen was tun. Es muss aber auch Sinn machen!“

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