Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Eva-Maria Maier, Elisabeth Berghammer und Johanna Hirtelreiter

Landespreis geht nach Neumarkt: Viertklässler haben das Thema „Schule nach 1945“ aufgegriffen

  • Josef Enzinger
    VonJosef Enzinger
    schließen

Zum Thema „1945 –Kriegsende in Bayern“ waren bayernweit Schüler aufgerufen, sich auf Spurensuche in ihrer Heimatgemeinde zu begeben. Die Neumarkter Viertklässlerinnen Eva-Maria Maier, Elisabeth Berghammer und Johanna Hirtelreiter haben das getan und gewannen den ersten Landespreis.

Deutschland liegt in Trümmern, es folgen Befreiung und demokratischer Neubeginn: Unterstützt von der pensionierten Oberlehrerin Maria Huber, Leiterin des Neumarkter Schulmuseums, haben sich die drei Mädchen auf das Wettbewerbsthema gestürzt. Die Sonderausstellung in Schloss Adlstein passte genau, und im Rahmen ihres Besuches im dortigen Schulmuseum stellten sie sich 16 Fragen, denen sie detailliert nachgingen. Maria Huber, die als Zeitzeugin sehr lebendig die Umstände in der Schule nach 1945 schildern kann, war dazu eine nie versiegende Quelle.

Geschichtsinteressierte Viertklässlerinnen und stolze Laudatoren: (von links) Elisabeth Berghammer, Bürgermeister Erwin Baumgartner, Eva-Maria Maier, Maria Huber vom Schulmuseum und Johanna Hirtelreiter.

Lesen Sie dazu auch: Wegen Corona geschlossen – Das Neumarkter Schulmuseum hilft Kindern trotzdem bei den Hausaufgaben

Bei der Recherche Exponate und Schriftstücke unter die Lupe genommen

Anhand von Exponaten und Schriftstücken haben sich für die drei Schülerinnen eindrückliche Themenkomplexe ergeben. Eva-Maria Maier, Elisabeth Berghammer und Johanna Hirtelreiter rückten die Beschulungssituation nach Kriegsende in den Fokus, die geprägt war vom Mangel an Schulbüchern und dem Verbot der Alliierten, Schulbücher aus der Nazi-Zeit zu nutzen.

Elisabeth Berghammer: „In einer solchen Schüssel, diese ist sogar ein Original, haben wir ausprobiert, wie früher gewaschen wurde. Da gab es einen Wasserdienst. Wasser und Schwamm wurden später für den Tafeldienst weiter verwendet.“

Schuhversorgung und Schulspeisung im Fokus

Die Schuhversorgung der Schulkinder haben die drei ebenso beleuchtet wie die Schulspeisung. Sie lernten dabei auch, dass die Kinder Bucheckern gesammelt haben, um daraus Speiseöle zu gewinnen – zum Ausgleich des Mangels an Fett in der Nahrung. Dass Kinder behördlich dazu angewiesen wurden, Kartoffelkäfer abzusammeln, um die Ernte sicherzustellen, war auch ein Aspekt, den die drei Mädchen so noch nicht gekannt hatten.

Eva-Maria Maier: „Puppen fand man viel zu schade zum Spielen. Man hat Steine als Puppenersatz genommen.“

Das könnte Sie auch interessieren: Deutsche Schrift oder Tattoo-Vorlage?

Drei Schülerinnen haben eigene Texttafeln kreiert

Bei ihrer Recherche zogen die drei Forscher Anordnungen und Bekanntmachungen des Kultusministeriums heran, Schulamtsrundschreiben sowie Klassenchroniken von Lehrkräften. Mithilfe von Fotografien und Quellenkopien illustrierten die Schülerinnen handschriftlich erstellte Texttafeln, die sie nun bei einem Rundgang im Rahmen der Preisverleihung im Schulmuseum kommentierten. Sie berichteten davon, dass Kinder oft nur mit Steinen als Puppenersatz spielten, dass Schulranzen aus Pappe nur selten einen Regenguss überlebten. Oder dass regelmäßig gewogen und gemessen wurde, um festzustellen, welche Kinder in der kargen Nachkriegszeit eine Schulspeisung bekamen.

Auch interessant : Die Rückkehr zur Normalität

Es fehlte nach dem Krieg an allem!

Grundschülerin Eva-Maria Maier

Gratulation von Kultusminister Piazolo und Landtagspräsidentin Aigner

Bayerns Kultusminister Michael Piazolo würdigte in seiner schriftlich abgefassten Laudatio die Arbeiten der Grundschülerinnen: „Mit ihrer Spurensuche haben sie ein wichtiges Stück bayerischer und deutscher Geschichte lebendig gemacht.“

Auch Landtagspräsidentin Ilse Aigner gratulierte: „Ich bin beeindruckt, wie viele Kinder und Jugendliche sich mit ganz unterschiedlichen Aspekten des Kriegsendes 1945 hier in Bayern befasst haben und wie tief sie dabei in die Geschichte ihres Ortes oder die Lebensgeschichte einzelner Menschen eingestiegen sind.“

Lesen Sie dazu auch: Neumarkter Geschichten im Schulmuseum

Johanna Hirtelreiter: „Regelmäßiges Messen war angesagt, um zu ermitteln, wer eine Schulspeisung erhalten sollte.“

Im Wettbewerbszeitraum 2020/2021 hatten rund 490 Schüler die Erinnerungszeichen nach 1945 untersucht. 57 Beiträge waren bei der Jury eingegangen, davon holten sich die Neumarkterinnen schließlich den ersten Preis. Entsprechend stolz zeigte sich auch Neumarkts Bürgermeister Erwin Baumgartner bei der Übergabe der Urkunde, welche seitens der Stadt durch ein Geldgeschenk zusätzlich aufgewertet wurde.

Die nostalgischen Schulbänke hatten es den drei Mädchen besonders angetan.

Viel Grundwissen aus Opas Erzählungen

Nach der Geschenkübergabe beteuerten alle drei Mädchen, dass die Arbeit im Schulmuseum mit Maria Huber viel Spaß gemacht habe. Eva-Maria Maier erzählte, dass sie schon über den Zweiten Weltkrieg aus den Erzählungen ihres Opas wusste und neugierig darauf gewesen sei, noch tiefer in die Materie einzutauchen. Das hatte auch Johanna Hirtelreiter motiviert: „Ich fand es interessant, herauszufinden, was die Kinder früher erlebt haben.“

Bei der Überreichung der Urkunden mit der Leiterin des Schulmuseums, Maria Huber, die das Projekt auch betreut hatte.

Rubriklistenbild: © Enzinger

Mehr zum Thema

Kommentare