Kulhanek verdient maximalen Respekt

Michael Kulhanek hat die Reißleine gezogen. Die Entscheidung des hoffnungsvollen CSU-Kandidaten, sich aus dem Wettbewerb um den Bürgermeisterposten in Neumarkt-St.

Veit zurückziehen, ist nachvollziehbar und verdient maximalen Respekt. Maximalen Respekt deswegen, weil er sie zum baldmöglichsten Zeitpunkt kommuniziert und damit sämtlichen Wahlkampf bemühungen zuvorkommt, die in den vergangenen Tagen, bereits mit zum Teil aggressiven Beiträgen in sozialen Netzwerken, ihren Anfang genommen hatten.

Maximalen Respekt verdient die Mitteilung auch deswegen, weil er den Grund seines Rückzugs beim Namen nennt, offen ausspricht, wofür sich andere vielleicht schämen würden, weil sie den transparenten Umgang mit der Volkskrankheit Depression mit Stigmatisierung gleichsetzen. Das erfordert viel Mut, Michael Kulhanek geht mit bestem Beispiel voran und hilft damit, ein Tabuthema in die Öffentlichkeit zu rücken.

Höchst anständig ist es, aus seinem Topergebnis vom Wochenende kein politisches Kapital schlagen zu wollen. Weil er das Wohl der Stadt vor das seiner Partei oder eigene Profilierungsgedanken stellt. Die Bürger aus Neumarkt-St. Veit sollten die Art und Weise, wie Kulhanek mit seinem Problem umgeht, mit Wertschätzung belohnen, indem sie eben – wie von ihm selbst gefordert – nicht ihm, sondern Baumgartner am 29. März ihre Stimme geben.

Damit stellen sie sicher, dass die Rottstadt handlungsfähig bleibt in einer Zeit, in der keine Kommune von der Corona-Krise verschont bleibt und in der es gerade jetzt erforderlich ist, dass erfahrene Politiker das Ruder in der Hand halten. Die 18 Jahre von Baumgartner im Rathaus Schloss Adlstein dürfte den Neumarktern ohne Zweifel entgegenkommen. Kein Raum für parteipolitisches Kalkül, jetzt ist Zusammenhalt das Gebot der Stunde.

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