Kulhanek lehnt ab: CSU-Gegenkandidat von Baumgartner will kein zweiter Bürgermeister werden

Kein zweiter Bürgermeister,kein Fraktionschef, nur noch CSU-Stadtrat, der auch seine Tätigkeit im Finanzausschuss fortsetzen will. Offen lässt Michael Kulhanek, ob er sich im nächsten Jahr der Wiederwahl für den Ortsvorsitz der CSU stellen will. Das macht er von seiner gesundheitlichen Verfassung abhängig. Enzinger

Konstituierende Sitzung des Neumarkter Stadtrates am kommenden Donnerstag. Im Vorfeld spricht der ehemalige Bürgemeisterkandidat Michael Kulhanek über Amtsverzicht, Depression und Gerüchte.

Neumarkt-St. Veit – Welche Konstellation wird der Finanzausschuss haben? Wie setzt sich der Bauausschuss zusammen? Und wer bekommt welchen Referentenposten? Das sind die entscheidenden Fragen, wenn sich der neue Neumarkt-St. Veiter Stadtrat am kommenden Donnerstag, 7. Mai, um 18.30 Uhr zu seiner konstituierenden Sitzung Saal des Kulturbahnhofs trifft.

Rothkopf ist jetzt Fraktionssprecher

Gleich zu Beginn – nach der Vereidigung der neu gewählten Stadtratsmitglieder – wird die spannendste Frage beantwortet, wenn der Zweite Bürgermeister gewählt wird. Dieses Amt hatte seit 2008 Michael Asbeck inne. Nachdem sich der Hörberinger, der gleichzeitig Feuerwehrreferent war, aus der Politik zurückgezogen hat, wird es auf jeden Fall ein neues Gesicht, das zukünftig den ersten Bürgermeister Erwin Baumgartner vertreten wird. Einer, der für diese Amt in Frage gekommen wäre, ist Michael Kulhanek. Er hatte als Bürgermeisterkandidat der CSU den amtierenden Rathauschef der UWG mit nahezu gleicher Stimmenanzahl in eine Stichwahl gezwungen, hatte dann aber plötzlich – drei Tage nach der Kommunalwahl – signalisiert, dass es aus gesundheitlichen Gründen dieses Amt nicht wahrnehmen könne. Mit der ungewöhnlichen Bitte war Kulhanek in die Öffentlichkeit gegangen, ihn bei der Stichwahl keine Stimme zu geben. Der Weg war damit frei für Baumgartner, der mit dann 72,5 Prozent der Stimmen wiedergewählt wurde, auf Michael Kulhanek kamen 27,5 Prozent.

Erst ein fantastisches Ergebnis, dann der Rückzug Kulhaneks: Es war eine Berg- und Talfahrt für den 30-Jährigen, der Depressionen für seinen Rückzug im Kampf um das Bürgermeisteramt als Grund anführt. Er habe sich auch schnell erholt, erklärt der Leiter der Kinderwelt St. Vitus auf Nachfrage. „Mir geht es soweit gut, in meinem Beruf habe ich bereits zu alter Leistungsbereitschaft zurückgefunden“, verrät Kulhanek.

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Doch nach einem Rückfall, den er in den vergangenen Wochen erlitten habe, habe er für sich entschieden, bei seinen politischen Ehrenämtern kürzerzutreten. Er werde nicht mehr als Fraktionssprecher zur Verfügung stehen. Sein bisheriger Stellvertreter, Ferdinand Rothkopf, werde ab der neuen Legislaturperiode diese Position bekleiden. Auch den Vorsitz im CSU-Ortsverband habe er aktuell kommissarisch in Rothkopfs Hände gegeben. Er lasse es offen, ob er bei der regulären Neuwahl des Ortsvorstandes im Jahr 2021 noch einmal als Vorsitzender antreten werde. Im neuen Stadtrat will er, wie bisher, dem Finanzausschuss angehören und auch einen Posten im Büchereikuratorium würde Kulhanek gerne annehmen. Ausgeschlossen hat er allerdings eine Bewerbung zum zweiten Bürgermeister, „ich werde nicht meinen Hut in den Ring werfen“, betont Kulhanek im Vorfeld der Sitzung am Donnerstag. In einem informellen Gespräch habe Bürgermeister Erwin Baumgartner den CSU-Vorsitzenden ins Spiel gebracht, was Kulhanek jedoch dankend ablehnte.

Kulhanek: „Bin mit Leib und Seele CSUler!“

Dass seitdem die Gerüchteküche brodelt, ihm eine Nähe zur UWG unterstellt und sogar ein möglicher Wechsel zur UWG, wie ihn einst Michael Asbeck vollzogen hatte, angedichtet wird, weiß Kulhanek. „Das ist totaler Quatsch. Ich bin mit Leib und Seele CSUler“, weder im Kreistag noch im Stadtrat werde sich daran etwas ändern, betont der 30-Jährige. Und er fügt hinzu: „Bloß weil ich mich mit den Leuten der UWG gut verstehe, verlasse ich nicht die Partei!“

Keine Kandidaten von SPD und den Grünen

Wer es machen soll – davon ist bislang nichts an die Öffentlichkeit geraten. Seitens der SPD – mit Ulrich Geltinger und Ludwig Spirkl im Neumarkter Stadtrat vertreten – heißt es, dass sie keinen Anspruch auf des Bürgermeisters Stellvertreterposten erheben werde.

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Bleiben die UWG und die CSU. Doch die lassen sich nicht in die Karten schauen. UWG-Fraktionssprecher Christian Perau lässt die Frage nach einem Kandidaten aus den Reihen der acht Mandatsträger der Unabhängigen Wählergemeinschaft unkommentiert.

Und auch Ferdinand Rothkopf, Sprecher der mit neun Personen stärksten Fraktion im Neumarkter Stadtrat, hält sich bedeckt. Er bestätigt zwar, dass die CSU einen Kandidaten ins Rennen schicken werde. Auf Rücksicht des gerade stattfindenden Abstimmungsprozesses werde man aber zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine Namen nennen.

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