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Kräuter tun auch der Rottstadt gut

Wenn der Stadtplatz zum Kräutergarten wird: An neun von elf Baumscheiben wachsen jetzt Kräuter. Die pflegeleichten Pflanzen entlasten die Stadtkasse, weil sich der Pflegeaufwand in den Folgejahren in Grenzen halte, findet Sandra Prieschl, die den Stein nach einem britischen Modell ins Rollen gebracht hatte. Foto je
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Wenn der Stadtplatz zum Kräutergarten wird: An neun von elf Baumscheiben wachsen jetzt Kräuter. Die pflegeleichten Pflanzen entlasten die Stadtkasse, weil sich der Pflegeaufwand in den Folgejahren in Grenzen halte, findet Sandra Prieschl, die den Stein nach einem britischen Modell ins Rollen gebracht hatte. Foto je

Als Kräuterbeete dienen die Baumscheiben auf dem Neumarkt-St. Veiter Stadtplatz.

Zum Frühlingsbeginn wurden diese herausgeputzt und mit Kräutern bepflanzt. "Neumarkt-St. Veit - Essen erlaubt". Jeder soll sich an den öffentlichen Beeten bedienen dürfen, von denen es bald noch mehr geben soll.

Neumarkt-St. Veit - Bunte Stiefmütterchen vor der Johanneskirche, Salbei vor dem NKD, duftender Thymian vor dem Hotel "Zur Post". Zwischendrin Tulpenzwiebeln, die sich nach ihrer Blüte langsam wieder zurückziehen - erste Farbtupfer nach dem Winter. Mit einer Baumscheibe hat alles begonnen. Inzwischen sind es neun von elf, die mit allerlei Essbarem bepflanzt worden sind. Zwei weitere werden von Pflegepaten betreut. "Der Buchs, der bislang die Beete um die Bäume geschmückt hat, war etwas fad. Wir wollten die Baumscheiben bunter machen und zugleich Essbares bepflanzen", erklärt Sandra Prieschl vom Bio-Blumen-Geschäft "Quer-durchs-Beet", die den Anstoß für die Neubepflanzung gegeben hat und mit dem bisherigen Ergebnis zufrieden ist: "Die Beete sind bunter und der Bauhof wird entlastet." Denn die Pflanzen seien mehrjährig, der Pflegeaufwand hielte sich also in Grenzen.

"Im Grunde genommen ist alles essbar", zeigt die Fachfrau auf die Gewächse, die die Rundungen zu einem kleinen Kräutergarten werden lassen. Selbst die dort gepflanzten Stiefmütterchen aus biologischer Herkunft, sagt Prieschl, die mit Hilde Baumgartner die neun Beete auf dem Stadtplatz angelegt hat. Pflanzen stellte nicht nur sie selbst zur Verfügung, sondern auch Branchenkollege Robert Lächele.

Die Idee der Pflanzung von Kräutern, und irgendwann vielleicht auch mal von Obst und Gemüse an anderen exponierten Stellen, ist nicht neu. Prieschl ließ sich von einer Stadt in Großbritannien inspirieren, wo Einwohner auf öffentlichen Grünflächen nach deren Belieben mit essbaren Pflanzen begrünen. Städte wie Freiburg, Halle, Heidelberg oder Kassel hätten diese Idee ebenfalls aufgegriffen. München stehe in den Startlöchern. Und auch in Neumarkt-St. Veit sieht sie Potenzial für das gemeinsame Pflanzen: "Jeder darf sich bedienen, jeder darf sich einbringen, wenn er die ein oder andere Pflanze übrig hat", freut sich Prieschl auf jede Initiative, die diese Idee weiter reifen lässt.

Weitere Grünflächen seien nach Ansicht Prieschls vorhanden. Die Parkanlage am Kriegerdenkmal stand unter anderem im Fokus der Diskussion, Stadträtin Rosmarie von Roennebeck hatte dies in einer Stadtratssitzung als pietätlos abgetan. So würde es zwar KSK-Ehrenvorstand Franz Luferseder nicht bezeichnen, er sieht aber ein Problem. Nämlich dass, wie schon in der Vergangenheit geschehen, Pflanzen ausgerissen werden könnten und damit das Denkmal verschmutzt werden könnte. "Bei der Pflanzung von Basilikum und Schnittlauch wäre ich skeptisch, doch Ziersträucher wie Lavendel - dagegen habe es nichts einzuwenden", zeigt sich Luferseder dennoch offen.

Ein anderer Ort, die auch dem Bauausschuss bereits vorgestellt wurden, wären der Rottweg. Und auch die immer wieder diskutierten kargen Kreisverkehre könnten durch entsprechende Gartenkräuter eine Aufwertung erfahren - an dieser Stelle wäre das Pflücken wegen des Verkehrs eher unratsam. Doch die professionelle Gartenbauerin sieht den Kosten-Nutzen-Effekt: Einmal gepflanzt wertet das Grün diese Flächen auf, ohne viel Aufwand einzufordern.

Klar, dass auch Bürgermeister Erwin Baumgartner hinter dem Engagement der Gärtnerin steht, zumal das Ortsbild auf jeden Fall gewinne. je

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