Kommunalwahl 2020

Nach 18 Jahren reiner Männerdomäne: SPD Neumarkt-St. Veit schickt  eine Frau ins Rennen

Kandidat Nummer drei: Michele Gaulinger tritt für die SPD an, um ins Rathaus Schloss Adlstein einzuziehen.
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Kandidat Nummer drei: Michele Gaulinger tritt für die SPD an, um ins Rathaus Schloss Adlstein einzuziehen.

Sie ist 42 Jahre alt, gelernte Landwirtin, hat zwei erwachsene Söhne und reitet gerne: Warum Michele Gaulinger für den SPD-Ortsverband von Neumarkt-St. Veit ins Rennen um den Bürgermeisterposten geht.

Neumarkt-St. Veit – Neumarkt-St. Veit hat seinen dritten Bewerber um das Bürgermeisteramt. In seiner Aufstellungsversammlung kürte der SPD-Ortsverein von Neumarkt-St. Veit im Gasthof „Zur Post“ einstimmig Michele Gaulinger zu seiner Kandidatin. Das teilt die SPD nun in einer Presseerklärung mit. Nach 2002 schicken die Sozialdemokraten erstmals wieder eine Person ins Rennen um den Bürgermeisterstuhl im Rathaus. In ihrer Vorstellungsrede betonte die 42-Jährige die Wichtigkeit der Verteidigung der Demokratie in unserem Land. Diese sei keine Selbstverständlichkeit, sondern erfordere den Einsatz jedes Einzelnen.

Erschwinglicher Wohnraum und ortsnahe Arbeitsplätze

Die Stadt und der Außenbereich stünden vor gewaltigen Herausforderungen, ob die Bereitstellung von erschwinglichem Wohnraum, die Schaffung von ortsnahen Arbeitsplätzen, oder das Zusammenbringen von Ökonomie und Ökologie.

Alle diese Ziele erforderten zukunftsorientierte innovative Lösungsansätze unter Einbeziehung der Bürger. „Der Grundstein unserer Gesellschaft ist der Mittelstand, ob Gewerbe, Handwerk oder Landwirtschaft!“ Seine Förderung machte sie zur zentralen Aufgabe ihres angestrebten Amtes.

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Im Anschluss an die Vorstellungsrede erfolgte die geheime Abstimmung über die Aufstellung zur Bürgermeisterkandidatin, wobei Gaulinger alle Stimmen des SPD-Ortsverbandes auf sich vereinen konnte.

Der Ortsvereinsvorsitzende Ulrich Geltinger gratulierte zur einstimmigen Wahl. Mit Michele Gaulinger habe die SPD eine hervorragende Kandidatin für den Wettbewerb um die Wählergunst. „Den bevorstehenden Wahlkampf werden wir mit Respekt vor den Mitbewerbern führen, wobei man aber deutliche Akzente setzen wird“, betonte der SPD-Stadtrat.

Neumarkt-St. Veit hat jetzt drei Kandidaten

Gaulinger ist die dritte Person, die sich um das Bürgermeisteramt bewirbt. Zunächst hatte dieCSU Neumarkt-St. Veit Michael Kulhanek ins Rennen um das Bürgermeisteramt geschickt. In der vergangenen Woche hatte derUWG-Ortsverband den amtierenden Bürgermeister Erwin Baumgartner nominiert. „Zwei Kandidaten ist schon nicht schlecht, aber ein bisserl wenig. Umso mehr freut es mich, dass wir nun nach vielen Jahren wieder eine Frau ins Rennen schicken können“, kommentiert Geltinger die Bereitschaft Gaulingers zur Kandidatur.

Als Bäuerin kennt sie die Belange im Außenbereich

Als Bäuerin sei Gaulinger vor allem für die wahlberechtigten Bürger im Außenbereich interessant, findet Geltinger, der vor allem die Tatsache schätzt, dass die SPD-Kandidatin politisch unbelastet ist. Namentlich war Gaulinger jedoch bereits in einerInteressengemeinschaft gegen den Solarpark in Wolfsberg in Erscheinung getreten. „Gaulinger hat von sich aus angeboten zu kandidieren, musste nicht überredet werden“, betont Geltinger, dienstältester SPD-Stadtrat in Neumarkt-St. Veit. Er erhofft sich im Falle der Wahl Gaulingers eine neue Gesprächskultur im Stadtrat, weniger Aggression und wieder mehr Miteinander.

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Nominierung der Stadtratskandidaten spätestens im Dezember

Zwei Wahlperioden hatten die Sozialdemokraten in der Rottstadt auf einen eigenen Bürgermeisterkandidaten verzichtet. 2002 war Gunther Asen angetreten, als es galt die Nachfolge von Rudi Berghammer anzutreten. Rosmarie von Roennebeck war die Kandidatin der CSU, Erwin Baumgartner hatte sich schließlich gleich im ersten Wahlgang durchgesetzt und führt bis heute die Amtsgeschäfte im Neumarkt-St. Veiter Rathaus.

Eine Bürgermeister-Kandidatin hat die SPD nun. Die Nominierung der Kandidaten für den Stadtrat folgt noch, soll noch in diesem Jahr über die Bühne gehen, informiert Geltinger.

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