Kommunalwahl 2020

Erwin Baumgartner (UWG) geht mit voller Rückendeckung in den Wahlkampf in Neumarkt-St. Veit

Die Stadtplatzsanierungspielte auch bei der Nominierungsversammlung von Erwin Baumgartner (links) eine große Rolle. Die UWG-Mitglieder ließen sich vom Bürgermeister die geplanten Maßnahmen erklären. Enzinger

Neumarkts Bürgermeister Erwin Baumgartner bewirbt sich um vierte Amtszeit: Kompletter Rückhalt des UWG-Ortsvereines und aus der Stadtratsfraktion. Stadtplatzsanierung ist die große Herausforderung in den nächsten Jahren. Warum der UWG-Kandidat nicht von Wahlkampf, sondern von Wahlwerbung spricht.

Neumarkt-St. Veit– Blut und Wasser habe er geschwitzt. Damals, vor 18 Jahren, als er sich mit 44 Jahren als Bürgermeisterkandidat der UWG vorgestellt hatte. Jetzt, nach drei Legislaturperioden im Amt könne davon keine Rede mehr sein. Selbstbewusst stellte sich Erwin Baumgartner den UWG-Mitgliedern vor, warb dafür, ihn auch für eine vierte Amtszeit als Kandidat aufzustellen. Das taten die Mitglieder dann auch: 35 Personen – bei einer Enthaltung – wollen ihn auch nach den Kommunalwahlen von 2020 als Gemeindeoberhaupt von Neumarkt-St. Veit sehen.

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Eines stellte der Ortsvorsitzende der UWG Neumarkt-St. Veit, Peter Hobmaier, gleich zu Beginn der Nominierungsversammlung im Nebenraum des Gasthofes „Zur Post“ heraus: Es sei keinesfalls so, dass sich Baumgartner aufgedrängt habe. Im Vorfeld habe Neumarkts Bürgermeister angeboten, nicht mehr zu kandidieren, sollte die UWG einen Alternativvorschlag haben.

Hobmaier: Gut vernetzt und kompetent

Davon konnte aber nicht die Rede sein, betonte Hobmaier und stellte die Alleinstellungsmerkmale Baumgartners heraus: „Er ist sehr gut vernetzt, hat beste Kontakte bis in die oberste politische Ebene. Vor allem habe in den vergangenen 18 Jahren sein Amt großer Kompetenz ausgeführt, so dass sich für den UWG-Ortsverein und für die Fraktion im Stadtrat nur eine Antwort geben konnte: „Erwin, bittschön mach weiter!“

57 Prozent bei der ersten Wahl 2002, ohne Gegenkandidaten im Jahr 2008 und dann, weitere sechs Jahre später eine weitere Steigerung auf knapp 67,5 Prozent – trotz eines Gegenkandidaten.

Dem will er nun eine weitere Amtszeit folgen lassen, ließ Baumgartner im Anschluss wissen, „um die Tradition eines UWG-Bürgermeister in Neumarkt-St. Veit fortzuführen“. Seit 36 Jahren den Bürgermeister und seit zwei Legislaturperioden die Mehrheit im Stadtrat zu stellen, „so etwas ist nicht leicht zu finden in Bayern“, stellte Baumgartner heraus.

Spange, Umfahrung, Radwege: Viel passiert in 18 Jahren

Zu seiner nun vierten Kandidatur betonte der 61-Jährige, dass „ich das im Kreuz habe“. Spange, Umfahrung, Radwege, Kreisverkehr sowie Wasser und Kanal – viel sei in den vergangenen 18 Jahren in Neumarkt-St. Veit passiert. Doch es stünden noch weitere Baustellen an, die er als Oberhaupt der Stadt Neumarkt-St. Veit gerne noch zu Ende begleiten möchte. Allen voran die Stadtplatzsanierung, für die nun spannende Auseinandersetzungen und Diskussionen anstünden. Er stellte dabei heraus: „Mit der Stadtplatzsanierung wollen wir nichts Böses. Die Sanierung ist eine gute Sache, sie soll die Leute zusammenbringen und die Stadt für die Zukunft gut aufstellen.“ Aktuell stünden viel Unwissenheit und Falschinterpretationen im Raum, die man im offenen Diskurs beseitigen möchte. In Zeiten, in denen viele Geschäfte via Internet abgewickelt würden, müsse man alles dafür tun, dass der Stadtplatz lebendig bleibt. Die Schaffung von Wohlfühlzonen und Flächen zum Spazierengehen würden die Attraktivität steigern. „Es hilft uns nichts, wenn wir viele zehn bis 15 Parkplätze mehr haben, aber niemand fährt mehr rein.“

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Aber auch die Ertüchtigung der Kläranlage sei neben den Investitionen in die Kinderbetreuung ein Projekt, das in den nächsten Jahren viel Geld verschlingen werde. „Man kann es nicht allen Recht machen. Ich habe mir auch in all den Jahren Schrammen geholt“, weiß Baumgartner inzwischen nach drei Legislaturperioden im Amt. Und doch habe man im Stadtrat immer wieder versucht Wünsche möglich zu machen, wenn es etwa um das Bauen im Außenbereich gegangen sei. „Oft war das verzwickt, aber wir schauen, was geht!“

Baumgartner

Er warb um Verständnis, dass er sich erst jetzt zur Kandidatur bereit erklärt hätte. Eine Krankheit im familiären Umfeld nannte er für die Verzögerung. Froh sei er, dass sich alles zum Guten gewendet hat, damit er nun den Kopf frei habe für eine erneute und letzte Kandidatur. „Dafür wünsche ich mir einen fairen Wahlkampf“, wobei er selbst den Begriff Wahlwerbung vorziehe. „Wir kämpfen hier schließlich nicht, sondern wollen zusammen arbeiten!“

Zusammen mit den Stadtratskandidaten werde man ein Programm für diese Wahlwerbung erstellen. Namen wollte UWG-Ortsvorsitzender Hobmaier noch keine nennen. Er sprach aber von einer „gigantischen Liste“, die man im Rahmen einer Nominierungsversammlung im November präsentieren werde.

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