Der Kommandant der 523 Einsätze: Helmut Bruckner gibt nach 20 Jahren das Amt ab

Immer da, wenn‘s brennt:Helmut Bruckner war 20 Jahre lang Kommandant in der Feuerwehr Egglkofen. Da kann es auch mal sein, dass er Dorfpfarrer, hier Pater Paul Kalarickal, chauffieren muss. privat

Bei der Generalversammlung der Feuerwehr Egglkofen übergab Kommandant Helmut Bruckner sein Amt an Matthias Ortmeier. Ihn hat er persönlich ausgebildet, dessen Können und Einsatzbereitschaft lange beobachtet. Und er ließ ihm auch aus seinem Erfahrungsschatz eines zukommen – und das ist eine ganze Menge.

Egglkofen – Helmut Bruckner ist seit jeher ein begeisterter Feuerwehrmann. 1977 startete er in den Feuerwehrdienst in Erlbach/Altötting. Als er zehn Jahre später nach Egglkofen zog, schloss er sich gleich der dortigen Feuerwehr an. „Mei, ich wollte halt guten Anschluss finden im neuen Wohnort“, erklärt der Feuerwehrmann und Atemschutzträger ganz selbstverständlich.

Wie sind denn Ihre ersten Jahre in Egglkofen gelaufen?

Helmut Bruckner: Damals war der Sax Martin Kommandant und Jugendwart zugleich. Der hat fast alles gemacht. Als er mich bat, sein Jugendwart zu werden, war ich sofort bereit. Es lief gut an. Die Jungen konnte ich begeistern. Sie lernten und machten Leistungsabzeichen. Die Feuerwehr hatte zwar nur einen Raum zur Verfügung ohne viel Einrichtung. Im Winter wurde dort das Wasser abgestellt. Aber wir wurden eine pfundige Gemeinschaft, machten Wettbewerbe der Inspektion mit und „mir san richtig eikemma.“

Im Jahr 2000 wurden Sie schon Kommandant. Mit welchen Zielen sind Sie damals angetreten?

Helmut Bruckner:Der Zusammenhalt in der Truppe war gut, und so arbeitete ich auf bessere Fahrzeuge hin und auf eine Vergrößerung des Feuerwehrhauses. Beides brauchten wir dringend. Schon nach drei Jahren begannen wir den Umbau, davon alles in Eigenleistung – bis auf die großen Tore. Dann hatten wir einen Schulungsraum mit modernster Medienunterstützung. Dazu einen Aufenthaltsraum und ein Büro, das allen Gruppenführern offenstand. So etwas schweißt zusammen. Die ganze Bevölkerung nahm Anteil.

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Und die Fahrzeuge?

Helmut Bruckner:Derartige Anschaffungen wollen gut überlegt sein. Große Hilfe leistete da die Inspektion und wir erkundigten uns auch überall. Die Gespräche mit den Bürgermeistern führte ich offen und durchschaubar, so dass wir eigentlich schnell einig wurden. Das Verständnis war großartig und schon 2009 erhielten wir ein Hilfeleistungslöschfahrzeug (HLF) 20/16 mit modernsten Geräten zur technischen Hilfeleistung. Unsere Mobilität wurde noch vergrößert durch die Anschaffung eines Mehrzweckfahrzeuges Das machte uns stolz und erhöhte auch die Mitarbeit.

Was können Sie über Ihre Einsätze sagen? Haben Sie darüber überhaupt noch einen Überblick?

Helmut Bruckner:Statistisch gesehen leitete ich 47 Brandeinsätze, 228 Technische Hilfeleitungen und 248 sonstige Einsätze wie Straßenabsicherung und Ähnliches. Belastend für alle sind Einsätze bei Leuten, die man kennt oder wenn Kinder betroffen sind. Die Zahl der Brände steigt momentan wieder an. Aber ein großes Augenmerk legte ich auf praktische präventive Ausbildung wie Löschmaßnahmen allgemein und Ausbildung am Feuerlöscher, besonders mit Frauen. Die Bereitstellung eines Defibrillators, was auf Anregung der Harpoldener Wehr geschah, gehört dazu.

Was können Sie über das Ansehen der Feuerwehr sagen?

Helmut Bruckner:Im Ort sind wir gut angesehen, wir leisten auch Beiträge zum gesellschaftlichen Leben, die gut angenommen werden. Wir kleinen, freiwilligen Wehren helfen auch, die Feuerwehrgesetze einzuhalten, denn wir sind schnell zur Hilfe. Wenn die Sirene rief, waren meine Leute immer da. Bei Einsätzen draußen im Verkehr gibt es immer Eilige und Besserwisser. Wir können damit leben.

Worauf führen sie schließlich Ihre erfolgreiche Arbeit zurück?

Helmut Bruckner:Nun, mein Herz hängt schon sehr an den Aufgaben der Feuerwehr. Ein großes Vorbild war schon der Sax Martin, diesem fleißigen Mann wollte ich damals ein guter Jugendwart sein. Später habe ich als Kommandant gut arbeiten können, weil ich die Aktiven als Jugendliche noch kannte, weil die Bürgermeister voll hinter der Feuerwehr standen und uns nach Kräften unterstützten. Die Zusammenarbeit mit der Kreisbrandinspektion war in all diesen Jahren immer harmonisch. Wie auch unsere kleine Feuerwehr in Harpolden, die sehr viel mit uns gemeinsam machte.

Was ist Ihnen in all den Jahren immer am wichtigsten gewesen?

Helmut Bruckner:Von allen Einsätzen habe ich meine Leute unverletzt zurückgebracht, das war immer wichtig.

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