Das Kiebitz-Projekt ist erfolgreich

So bewirtschaften kiebitzfreundliche Landwirtedie Kiebitznester, die von den Helfern der Landschaftspflegeverbandes mit zwei Stangen markiert werden konnten. Das Nest befindet sich genau zwischen den Stangen. Schubert

Wenn es um den Schutz des Kiebitz geht, ist gute Zusammenarbeit wichtig. Wie dies funktionieren kann, darüber gab es bei der Auftaktveranstaltung zum Kiebitz-Projekt 2020 einiges zu hören.

Schönberg – Zur Auftaktveranstaltung zum Kiebitz-Projekt 2020 hatte Elisabeth Knapp vom Landschaftspflegeverband (LPV) gemeinsam mit dem Bauernverband (BBV) ins Gasthaus Esterl in Schönberg geladen. Seit 2016 bemüht sich der Landesbund für Vogelschutz (LBV) zusammen mit dem (BBV), der Wildlandstiftung Bayern und der Unteren Naturschutzbehörde des Ladkreises Mühldorf (UNB) um die Förderung des Bestandes dieses so beliebten Erdbrüters. Ab 2020 übernimmt der LPV die Projektkoordination vom LBV. Frau Elisabeth Knapp war angenehm überrascht, dass die Vertreter aller dieser Verbände erschienen waren, wie auch der Besuch von Interessenten recht hoch war. Schon in den anderen Bundesländern hatte man festgestellt, dass das Projekt nur in Zusammenarbeit mit den Landwirten erfolgreich sein kann.

Mit Ferngläsern Gelegeplätze gesucht

So übernahm die Begrüßung gleich der Kreisvorsitzende des BBV Mühldorf, Ulrich Niederschweiberer, der sich besonders freute, weil auch die Imker und Jäger des Landkreises vertreten waren, denen ja der Natur- Landschaftsschutz ebenfalls ein großes Anliegen ist. Er meldete erste ansehnliche Erfolge des Projekts.

Elisabeth Knapp und Esther Lindner vom LPV erklärten dann, wie sie das Projekt organisieren und sie betonten, wie wichtig die Zusammenarbeit aller Verbände in diesem Projekt sind. Christoph Schwitzke und Barbara Scholz von der Außenstelle Dorfen der Wildland-Stiftung umrissen ihr Wirkungsgebiet und die Arbeitsweise in den Landkreisen Erding und Mühldorf.

Ingrid Schubert, die Kreisvorsitzende vom LBV, erläuterte in einem Referat die bisherige Arbeit innerhalb des Projekts. 2016 habe man zunächst mit drei Mitarbeitern begonnen, Ausschau nach balzenden Kiebitzen zu halten. Zeitaufwendig mit Ferngläsern werden Gelegeplätze festgestellt, gemeldet und markiert. Die weiteren Maßnahmen bespricht sie dann mit den Grundbesitzern.

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Stolz berichtete sie, dass 2016 acht Gelege gefunden und davon drei bis zum Schlipf betreut wurden, 2019 waren es bereits derer 44.

Das war nur möglich, weil die ehrenamtlichen Mitarbeiter mittlerweile auf 13 angestiegen waren, und das Jahr 2020 sogar mit 16 Helfern begonnen wird.

Nun stellten sich die Helfer der Versammlung persönlich vor, nannten ihre Einsatzgebiete, die größtenteils im nordwestlichen Landkreis liegen und schilderten ihre Motive und Arbeiten. Aus Tagesprotokollen von sechs Gelegen bei Lambrechten bei Neumarkt-St. Veit zeigte Ingrid Schubert, an welchen Tagen Verluste zu verzeichnen waren und dass nur bei zweien Bruterfolge festgestellt wurden.

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So war von den 44 beobachteten Gelegen im Jahr 2019 nur 18 ein Erfolg beschieden. Trotz aller Schutzmaßnahmen durch Landwirte ist die Gefahr durch natürliche Feinde eben groß. Gelungene Zusammenarbeit mit Landwirten zeigte sie an Bildern, die sie bei ihrer Arbeit aufgenommen hatte. An dieser Stelle erinnerte sie noch einmal, wie wichtig gute Zusammenarbeit aller Verbände und der Beteiligten sei, und dass Beobachtungen der Bevölkerung sehr hilfreich sind, wenn sie gemeldet werden.

Stärkerer Schutz für Wiesenbrüter

Ein sehr ausführliches Referat hielt Michael Stadler von der UNB im Landratsamt. Er vermittelte Grundwissen über Wiesenbrüter im Landkreis und erläuterte er vor allem für die Grundbesitzer, welche Zuwendungen sie bei einer kiebitzfreundlichen Bewirtschaftung erwarten können.

Bürgermeister Alfred Lantenhammer wies auf die Veränderungen in der Landwirtschaft in den letzten 30 Jahren hin, die den stärkeren Schutz der Wiesenbrüter erfordere. Er sieht schon Möglichkeiten, Landwirten zu helfen, die den Vogelschutz unterstützen. nz

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