Kicker in Käfighaltung: Die Stadt Neumarkt-St. Veit bewegt große Erdmassen für die Jugend

Die Umrandung ist mittlerweile so gut wie fertig: Man kann sich bereits die Größe des Fußballkäfigs vorstellen. Eventuell ist eine Eröffnung sogar noch in den Ferien möglich. Stadt Neumarkt-St. Veit

Skaterplatz, Fußballkäfig und Rollhockeyfeld: Die Bauarbeiten an der Ampfinger Straße sind in vollem Gange. Die Frage: Gelingt die Fertigstellung der neuen Freizeitanlagen noch vor dem Ende der Sommerferien?

Von Josef Enzinger

Neumarkt-St. Veit – Einige Kubikmeter Erde sind es, die an den Sportanlagen an der Ampfinger Straße in Neumarkt-St. Veit bewegt werden. Es wird fleißig gearbeitet, westlich der Fußballanlage des TSV Neumarkt-St. Veit, um einen sportlichen Treffpunkt für Jugendliche zu schaffen. „Wenn alles glatt läuft, könnten die Anlagen noch in den Ferien freigegeben werden“, sagt Florian Reichl vom Neumarkter Bauamt.

Käfig auf einer Fläche von 20 auf 13 Metern

Akkurat zieht der Bagger die Kiesschicht ab, während ein Arbeiter bereits die Rüttelplatte über den Pflasterbereich steuert – die Ausmaße des Feldes, auf dem der sogenannte Fußballkäfig später stehen soll, sind bereits zu erkennen. Auf einer Fläche von 20 auf 13 Metern sollen die Jugendlichen noch in diesem Sommer die Möglichkeit haben, zu kicken. Ein drei Meter hohes Netz soll für ungestörten Spielspaß sorgen und verhindern, dass der Ball auf die benachbarte Staatsstraße fliegt.

Erst Fallschutz, dann Kunstrasen

So ein Fußballkäfig ist nichts Neues im Landkreis, die Stadt Mühldorf hat bereits einen. Dort hat man sich diese Idee abgeschaut und für gut befunden. Schließlich hat der Stadtrat entschieden, dass es so einen Käfig auch für Neumarkt-St. Veit geben sollte.

Kunstrasenplatz wird mit Quarzsand befüllt – das ist der Grund

Der Unterbau ist bereits fertiggestellt, informiert Florian Reichl. Sukzessive folgt nun der Aufbau für das Spielfeld aus Kunstrasen. Zunächst wird die Fläche mit einer „Elastikschicht“ versehen, ein wasserdurchlässiger, 3,5 Zentimeter dicker Fallschutz aus Kunststoff, einem Gemisch aus Kunststoffgranulat und Polyurethan, der Verletzungen vorbeugen soll. „Darüber kommt dann der Kunstrasenteppich“, informiert Reichl, „der zu 70 Prozent mit Quarzsand aufgefüllt wird.“ Der Sand sorgt dafür, dass die Kunststoffasern stehen bleiben und der Ball besser läuft. Er sei einem Gummigranulat vorgezogen worden, um das Ausschwemmen von Mikroplastik zu vermindern.

Asphaltierung für neue Skateranlage

Der Fußballkäfig ist die eine, die Skaterbahn die andere Baustelle. Auch dafür wird gerade der Unterbau hergestellt. Im Anschluss wird die Fläche asphaltiert und schließlich werden die neuen Sportgeräte für Skater montiert: Curbs, Rails, Pipes – so nennt man die Plattformen, auf denen die Sportler dann ihre Kunststückchen trainieren können.

Das könnte Sie auch interessieren: Der Bauausschuss beschäftigte sich schon vor eineinhalb Jahren mit einem Fußballkäfig

Zuschusszusage: Knapp die Hälfte der Kosten trägt das Mühldorfer Netz

Insgesamt lässt sich die Stadt die Ertüchtigung und Erneuerung dieser Freizeitanlage knapp 160 000 Euro kosten – und freut sich dabei auf satte Zuschüsse. Aus dem Leader-Programm des Mühldorfer Netzes fließt knapp die Hälfte der Kosten – laut Reichl exakt 86 727,39 Euro – in die Maßnahme.

Lesen Sie dazu auch: Diese Projektewerden aus dem Leader-Programm außerdem unterstützt

EC Schpana macht mit und erneuert gleichzeitig seine banden

Pause haben während der Bauarbeiten die Hockeyspieler des EC Schpana. Denn im Zuge der Neuinstallationen an der Ampfinger Straße wird auch deren Platz saniert. Der Asphaltbelag hat in den knapp 15 Jahren, seit es das Rollhockeyfeld gibt, gelitten. Die Witterung hat ihre Spuren hinterlassen, Rillen machen es den Hockeyspielern schwer, gefahrlos über den Asphalt zu gleiten. „Wenn schon in der Nähe asphaltiert wird, dann nutzen wir das gleich aus, um auch das Rollhockeyfeld herzurichten und ihm eine neue Asphaltschicht zu verpassen“, sagt Reichl.

Auch Rollhockeyfeld wird hergerichtet

Das ist auch der Grund, warum der EC Schpana vor einigen Tagen die Banden entfernt hat. „Die hätten zwar noch ein, zwei Jahre gehalten. Aber weil jetzt asphaltiert wird, haben wir uns entschlossen, diese schon jetzt auszutauschen“, erklärt Schpana-Chef Günther Ohneis. Das macht der EC auf eigene Kosten, wie der Präsident der Hobby-Eishackler betont. Die Ausbesserung begrüßen die Schpana-Spieler. Denn ein neuer Asphalt schont nicht nur die Rollen, sondern auch die Gelenke der Spieler, „weil es sich auf neuem Asphalt einfach besser laufen lässt“, erklärt Ohneis.

Auch TSV-Fußballer dürfen den neuen Käfig nutzen

Auch die Kicker des TSV sollen vom neuen Fußballkäifg profitieren. Das freut Abteilungsleiter Hanjo Hellfeuer natürlich besonders. Noch sei nichts Konkretes mit der Stadt vereinbart worden. Doch sei die Rede davon gewesen, dass der TSV-Nachwuchs ein, zwei Termine zugewiesen bekommt, an denen die Kinder und Jugendlichen diese zusätzliche Trainingsmöglichkeit nutzen können.

200 Kinder und Jugendliche benötigen Trainingsplätze

Die Platznot bei rund 200 Kinder und Jugendlichen ist nichts Neues. Schon seit Jahren plant die Fußballabteilung den Bau eines Kunstrasenplatzes. „Bisher ist das ein Wunsch und eine Idee. Wir planen auch, aber hier ist noch nichts entschieden. Der Fußballkäfig als Alternative kommt uns da natürlich entgegen“, gibt Hellfeuer zu. Schon jetzt blinzeln die Kinder und Jugendlichen, die später einmal die erste und zweite Herrenmannschaft verstärken sollen, hinüber zu den Bauarbeiten – während sie selbst in der Sonne schwitzen und von der Audi-Schanzer-Fußallschule des FC Ingolstadt getrimmt werden.

Kommentare