„Wir sind Oberkante Oberlippe“

Keller statt Container: Gemeinde Schönberg improvisiert bei der Kinderbetreuung

Vorne der Hartplatz, dahinter die Grundschule. Es gibt Bestrebungen die Schule mit einem Anbau nach Westen hin zu verlängern. Das aber soll erst im nächsten Kindergartenjahr der Fall sein. Erst dann soll die Containerlösung zum Tragenkommen.
+
Vorne der Hartplatz, dahinter die Grundschule. Es gibt Bestrebungen die Schule mit einem Anbau nach Westen hin zu verlängern. Das aber soll erst im nächsten Kindergartenjahr der Fall sein. Erst dann soll die Containerlösung zum Tragenkommen.
  • Josef Enzinger
    vonJosef Enzinger
    schließen

Aktuell befinden sich 90 Kinder unter Betreuung, die Kindertagesstätte platzt aus allen Nähten. Doch die Planungen für einen Anbau liegen schon in der Schublade. Wie die Gemeinde die Situation verbessern will, das ist unter anderem Thema der Gemeinderatssitzung am Mittwoch

Schönberg – Der Kindergarten in Schönberg platzt aus allen Nähten. „Wir sind Oberkante Oberlippe“, schlägt auch Bürgermeister Alfred Lantenhammer Alarm. Um die Betreuungssituation in der Kindertagestätte St. Michael zu verbessern, wird der Schönberger Gemeinderat in seiner nächsten Sitzung am Mittwoch deswegen einige wegweisende Entscheidungen treffen. Von einer Containerlösung ist die Rede, die bei Bedarf und binnen kürzester Zeit realisiert werden könnte. Aber auch ein Anbau an das bestehende Schulhaus wird bereits thematisiert.

Kellerraum statt Containerlösung

Konkret geht es in der Sitzung um einen Aufenthalts- und Sanitär-Container, der für die Kindertagesstätte in Schönberg auf dem Gelände der Schule aufgestellt werden soll. So steht es zumindest auf der Tagesordnung der Sitzung im Gasthaus Esterl. Doch Lantenhammer erklärt dazu, dass es nach der Versendung der Tagesordung noch ein Gespräch mit der Kindergartenleitung gegeben habe. Demnach sei das gesamte Kontingent an Kindergarten- und Krippenplätzen tatsächlich bis auf ein, zwei Plätzen zwar ausgereizt.

Grundsatzbeschluss für Container – aber keine Entscheidung über Kauf oder Miete

Die Unterbringung der aktuell knapp 90 Kinder könne jedoch weiter gewährleistet werden, weil unter anderem die Betreuungszeiten flexibler gehandhabt würden. „Wir werden am Mittwoch einen Grundsatzbeschluss zur Beschaffung von Containern fällen. Die Entscheidung darüber, ob diese Container dann gemietet oder gekauft werden soll – ein Punkt, der im nichtöffentlichen Teil der Sitzung besprochen werden sollte – wird aber zurückgestellt“, sagt Lantenhammer.

Kindergartenleitung prognostiziert schon bald einen Betreuungsbedarf für über 100 Kinder

„Aktuell haben wir 27 und 29 Kinder in den beiden Gruppen. Dazu 15 Krippenkinder und 18 Kinder in der Nachmittagsbetreuung. Tendenz steigend! Wir werden schon bald einen Betreuungsbedarf von über 100 Kindern haben“, signalisiert die Kindergartenleiterin Inge Brams. Das heißt, dass es wohl schon im Januar, wenn die Anmeldungen für das neue Kindergartenjahr eingehen werden, der Container für eine mögliche dritte Gruppe bestellt werden muss.

Turnraum im Keller soll die Gruppen entlasten

Um die Gruppen schon jetzt zu entzerren, will die Gemeinde neben den Räumen in der Kindertagesstätte und im Schulhaus, wo eine Gruppe im Obergeschoß untergebracht ist, verstärkt den Turnraum im Keller der Grundschule heranziehen.

Dass die Gemeinde schon jetzt einen Anbau mit ins Spiel bringt, hält Brams mit Blick auf die nächsten Jahre für eine vernünftige und vorausschauende Planung. Zumal die Gemeinde mit dem Bondlfeld auch über ein Neubaugebiet verfügt, das in den nächsten Jahren verstärkt Familien anlocken und damit auch die Kinderbetreuung fordern wird.

So machen es andere Kinderbetreuungseinrichtungen:Michael Kulhanek soll Kindertagesstätten koordinieren

Außerdem sind eine Küche und ein zusätzlicher Eßbereich vorgesehen.

Wie dazu Bürgermeister Latenhammer erläutert, würden mit dem Anbau zwei Krippenräume entstehen, die Platz für jeweils zwölf Kinder bieten würden. Außerdem seien eine Küche und ein zusätzlicher Eßbereich vorgesehen. Denn aktuell würden recht beengte Verhältnisse vorherrschen. „Maximal zehn Kinder können gleichzeitig essen. Wir versorgen die Kinder in Schichten“, sagt Brams, die sich darüber freut, dass die Gemeinde auch diesen Punkt in ihre Überlegungen aufgegriffen hat.

Das könnte Sie auch interessieren:Endspurt mit viel Arbeit

Bis zu 1,5 Millionen Euro für den Anbau

Die Grundlage für einen Anbau schafft der Gemeinderat ebenfalls in der Sitzung am Mittwoch, wenn es um die Feststellung des tatsächlichen Bedarfs geht und um erste Vorschläge für die Planung.

Kein billiges Unterfangen. Lantenhammer spricht vage von Investitionen zwischen einer Million und 1,5 Millionen Euro. Ein Batzen Geld für eine kleine Kommune wie Schönberg. Doch gibt es auch Zuschüsse, der Schönberger Bürgermeister rechnet mit knapp 600 000 Euro Förderung für einen möglichen Anbau.

Das sind die weiteren Themen in der Gemeinderatssitzung:

Ein straffes Programm hat der Schönberger Gemeinderat in seiner nächsten Sitzung zu absolvieren. Im Zuge des Neubaus des Feuerwehrhauses mit Wohnungen geht es um die Elektro-Projektierung und die Festlegung der Größe der Photovoltaik-Anlage. Die Gemeinderäte haben sich auch mit dem Finanzplan und dem Investitionsprogramm 2019 bis 2023 und dem Nachtragshaushalt zu befassen und stimmt über die Aufstellung des Bebauungsplanes „Solar-Park Fuchshub mit dem Billigungsbeschluss ab.

Lesen Sie dazu auch:4,5 Millionen Euro für die Neumarkter Kinder

Von Kibitzprojekt bis zum atomaren Endlager

Die Entschlammung des Hanginger Weihers wird ebenso Thema sein wie die Vergabe der Baumkontrolle und das Kiebitz-Projekt im Landkreis Mühldorf. Auf der Tagesordnung steht die Bekanntgabe des Bescheides über das Kohlenstoff-Untersuchungsfeldes. Außerdem sollen die Gemeinderäte einen Zwischenbericht über Teilgebiete eines möglichen atomaren Endlager erhalten.

Auch Bauangelegenheiten im Rat

Auch Bauangelegenheiten sind zu behandeln. Dem Gemeinderat liegt ein Antrag zum Ausbau eines landwirtschaftlichen genutzten Gebäudes in zwei Wohnungen in Inzlham vor. Es geht um den Neubau eines Einfamilienhauses mit Garagen in Peitzing, einen Tektur-Antrag für ein Einfamilienhaus in der Hofmarkstraße und den Neubau eines Einfamilienhauses mit Doppelgarage in der St. Michaelstraße. Die Sitzung beginnt um 19.30 Uhr.

Kommentare