Keine Mehrheit für Georg Kobler

Die ersten fünf der Einheitsliste, von links: Franz Eder, Steffi Gansmeier, Wilhelm Gründl, Josef Schmid und Richard Stefke. Foto nz
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Die ersten fünf der Einheitsliste, von links: Franz Eder, Steffi Gansmeier, Wilhelm Gründl, Josef Schmid und Richard Stefke. Foto nz

Zuerst sah alles nach Einigkeit aus. Die Wählergruppe Isengau und die Freie Wählergemeinschaft Erharting hatten sich für die kommende Gemeinderatswahl auf eine gemeinsame Liste geeinigt. "Warum sollen wir getrennt auftreten, wenn wir doch alle das beste für Erharting wollen," so der Tenor in der Versammlung. Bei der Nominierung zum Bürgermeisterkandidaten allerdings war von Einigkeit nichts mehr zu spüren: Der amtierende Georg Kobler erhielt nicht die erforderliche Mehrheit.

Erharting - Fast 80 Interessenten waren ins Gasthaus Bäckerwirt gekommen, um die Weichen für die Kommunalwahl im März zu stellen. 79 Stimmberechtigte zählte Leiterin der Wahlaufstellungsversammlung Gerlinde Schmid.

Die Initiatoren dieser Wählergemeinschaft hatten sich Georg Kobler - seit 1994 im Amt - als Bürgermeisterkandidaten gewünscht und ihn für den ersten Wahlgang für dieses Amt vorgeschlagen. Weitere Vorschläge kamen aus der Versammlung nicht - trotz mehrfacher Nachfrage durch die Leiterin.

Obwohl die Versammlungsleiterin deutlich erklärt hatte, dass auf dem Zettel hinter dem Namen nur ja oder nein angekreuzt werden darf, wurde der erste Wahlgang für ungültig erklärt, weil viele doch wohl Namen in die freien Zeilen geschrieben hatten und hinterher behaupteten, die Zettel unwissentlich ungültig gemacht zu haben.

Der zweite Wahlgang war dennoch nötig, weil der Kandidat Kobler im ersten Wahlgang nicht die Mehrheit der abgegebenen Stimmen erreicht hatte. Es war dann aber auch keine große Überraschung mehr, dass in diesem Wahlgang auf den 77 abgegebenen Wahlzetteln nur 35 "Ja" für Georg Kobler standen. 41 stimmten mit Nein, eine Stimme war ungültig.

Betretene Gesichter bei den amtierenden Gemeinderatsmitgliedern. Auch führte das Ergebnis zu etwas Unruhe im Saal. "Gestörter Dorffrieden", wurde in einem Eck des Lokals skandiert, von einem "Keil in die Bevölkerung" war die Rede, aber auch vom "Willen des Volkes".

Die Wahlleiterin stellte fest, dass nun die Gemeinschaftsliste ohne Bürgermeisterkandidat eingereicht werde. Wenn keine weitere Liste mehr aufgestellt würde, dann dürfe am Wahltag jeder erwachsene Bürger zum Bürgermeister gewählt werden. Wer dann die meisten Stimmen vereine, erhalte das Amt, wurde die Versammlung informiert.

In einer weiteren Wahl stellte man die Bewerber um den Gemeinderat auf. Zwölf Wahlvorschläge erklärten sich bereit, für einen der acht Gemeinderatsposten zu kandidieren. Sie wurden namentlich auf einer Liste notiert und die Kopien davon als Wahlzettel verteilt. Die Wahlberechtigten hatten also höchstens zwölf Stimmen zu vergeben, wobei sie bis zu drei Stimmen für einen Kandidaten häufeln durften. Dieser Wahlgang verlief ohne Störung und die Reihenfolge der Bewerber der Einheitsliste standen fest.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar "Retourkutsche für Netto". nz

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