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STADTPLATZSANIERUNG

Keine Mehrheit für die zweite Winterlinde: Stattdessen kommt eine junge Silberlinde

Die Linde vor dem Gasthof „Zur Post“ (links) – genauso vital wie die Linde vor dem Café Auszeit (Bildmitte). Letztere darf bleiben, die andere muss weichen. Das Schicksal der zweiten Linde hat der Stadtrat mit 6:9 besiegelt.
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Die Linde vor dem Gasthof „Zur Post“ (links) – genauso vital wie die Linde vor dem Café Auszeit (Bildmitte). Letztere darf bleiben, die andere muss weichen. Das Schicksal der zweiten Linde hat der Stadtrat mit 6:9 besiegelt.
  • Josef Enzinger
    VonJosef Enzinger
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Baumdiskussion im Neumarkter Stadtrat: Bestandsbaum beim Post-Wirt muss jetzt doch weichen. Der Stadtrat war aber geteilter Meinung, hat kontrovers diskutiert.

Neumarkt-St. Veit – „Es wird ein grüner Stadtplatz werden“, versprach Planerin Christina Lehner, als in der jüngsten Neumarkt-St. Veiter Stadtratssitzung das Thema Bäume diskutiert wurde. Es galt, die Baumarten zu bestimmen, die nach der Sanierung den Stadtplatz schmücken sollen. Dabei kam auch der Erhalt einer weiteren Winterlinde zur Sprache, die vor dem Gasthaus „Zur Post“ steht.

Erhalt eines Bestandsbaumes auf Kosten zweier Stellflächen

In früheren Sitzungen hatte man sich im Stadtrat darüber geeinigt, dass eine Winterlinde aus dem derzeitigen Bestand erhalten werden sollte, es handelt sich dabei um den Baum vor dem Café Auszeit am oberen Stadtplatz. Die SPD hatte dann die Frage nach dem Erhalt weiterer vitaler Bäume aufgeworfen. Und Planerin Lehner hat das Ansinnen auch in ihre Ausarbeitung integriert, verbunden mit dem Hinweis, dass der Erhalt des Baumes vor der „Post“ den Verlust von zwei bis drei Parkplätzen zur Folge hätte.

Alten Baum erhalten oder neuen pflanze?

Christian Perau (UWG) bezeichnete die Baumauswahl zunächst als eine gute Wahl, er befürwortete es auch, dass zwei Linden aus dem Bestand stehen bleiben sollten. Er fragte sich aber, warum nicht am unteren Stadtplatz mehr Bäume eingeplant wurden, während die Bäume im oberen Bereich sehr nahe beieinander stehen würden. Planerin Christina Lehner machte die Leitungen im Boden dafür verantwortlich, „die liegen zu dicht übereinander“. Es sei nicht sinnvoll dort Bäume zu pflanzen beziehungsweise stehe der technische Aufwand, um eine Pflanzung zu ermöglichen, nicht im Verhältnis.

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Bedenken wegen Honigtau zerstreut

Peter Gruber (CSU) befürwortete die Auswahl der Baumarten. Im Falle der Pflanzung von Silberlinden habe sich die CSU schlau gemacht, weil sie befürchtete, dass Honigtau zu Lackschäden an Autos führen könnte. „Dies ist aber nicht der Fall. Diese Baumart ist extra dafür gezüchtet worden“, bezog sich Gruber deren Eignung für den Stadtplatz. Zur Diskussion um den Erhalt eines weiteren Bestandsbaums gab er zu bedenken, dass man dadurch „halt zwei Parkplätze verlieren würde“.

Spirkl möchte den alten und den neuen Baum

„Ich begrüße einen möglichst grünen Stadtplatz“, verdeutlichte Ludwig Spirkl (SPD). Am liebsten wäre es ihm, wenn zusätzlich zur Linde an der Post auch die in der Planung aufgeführte Alternativpflanzung realisiert würde. Aber: Der Schwerpunkt der Baumneupflanzungen liegt laut Planung eigentlich auf den Brunnenplätzen. Um eine zu hohe Baum-Konzentration – im Bereich der „Post“ mit der Bestandslinde und einem neuen Baum nicht weit davon entfernt vor Christls Sanitätshaus – zu verhindern gebe es nach der Erläuterung Lehners nur eine Entweder-Oder-Lösung. Im Klartext: Man soll sich für einen Baum entscheiden!

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Hobmaier wollte Baum versetzen lassen

Peter Hobmaier (UWG) sprach noch die Möglichkeit an, den Baum vor der „Post“ zu versetzen, und zwar genau an die Stelle, wo ein neuer Baum geplant sei. Lehner bestätigte, dass dies technisch möglich sei. „Aber so eine Standortveränderung erfordert einen großen Aufwand, muss über eine Saison lang vorbereitet werden und ist mit erheblichen Kosten verbunden.“ Und dann sei nicht sicher, ob der Baum die Versetzung überhaupt übersteht. Von Bürgermeister Erwin Baumgartner (UWG) gab es dazu klare Worte. Er sei gegen den Erhalt des Baumes, „er passt nicht ins Gefüge!“

Amperbäume jeweils an den Stirnseiten

Der Stadtrat beschloss schließlich die Pflanzung von zwei Amberbäumen, jeweils einen an den Stirnseiten des Stadtplatzes (Nord und Süd). Die beiden Baumgruppen an den die Brunnen werden mit jeweils vier Goldgleditschien bepflanzt. Über den gesamten Stadtplatz verteilt werden dann noch Silberlinden (Brabant), eine auf Höhe Sparkasse, eine auf Höhe von „Christls Sanitätshaus“, eine auf Höhe des Heizölhändlers Weindl sowie drei Linden am Johannesplatz.

Nur wenig später folgte eine Petition

Der Erhalt des Bestandsbaums auf Höhe des Hotels zur Post wurde mit 6:9 Stimmen abgelehnt. Die Reaktion folgte prompt: Eva Guse, die auch Mitinitiatorin des Bürgerbegehrens „Rettet unseren schönen Stadtplatz“ ist, hat nur wenig später eine Petition gestartet „Gesunde Bäume erhalten“. Damit will sie „das sinnlose Fällen von 50 Jahre alten Bienenweiden“ verhindern wie erklärend dabei steht. Bis Sonntag Mittag hatten 131 Leute unterschrieben.

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