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AUS DEM GEMEINDERAT

Keine Begeisterung für Wohnblöcke

Skeptisch äußerten sich Gemeinderäte zum Vorschlag, im neuen Baugebiet Kollmannseck auch Wohnblöcke zuzulassen. Es gab Befürchtungen, dass sozial Schwache zuziehen könnten. Muss die Gemeinde überhaupt so schnell wachsen?, lautete eine andere Frage.

Niederbergkirchen – Eigentlich sollte der Niederbergkirchener Gemeinderat über die Änderung des Aufstellungsbeschlusses für den Bebauungsplan „Kollmannseck“ abstimmen. Doch soweit kam es nicht. Einige Gemeinderäte störten sich an den Wohnblöcken, drei an der Zahl, die plötzlich im nördlichen Teil des Wohnbaugebietes entstehen sollen. Architekt Thomas Schwar zenböck hatte die geänderte Planung an die Wand geworfen und erklärt.

Die wegweisende Änderung: Es wird nicht mehr, wie ursprünglich vorgesehen, einen Wendehammer geben, stattdessen eine Ringstraße durch das Baugebiet. Ein zusätzliches Grundstück gewinnt die Gemeinde hinzu, nachdem es nun die Möglichkeit gibt, das Regenrückhaltebecken in den nördlichen Teil zu verschieben.

Die überraschendste Änderung: Plötzlich stehen wieder drei Mehrfamilienhäuser im Plan, die schon früher diskutiert worden waren, während der Planungsphase dann wieder verworfen wurden, nun aber wieder als dreigeschossige Häuser, inklusive Tiefgaragen, das zum Norden hin stark abfallende Gelände des Baugebiets hin begrenzen sollen. „Städteplanerisch nicht das Non-Plus-Ultra“, gab Architekt Schwarzenböck zu. Doch das Gelände ließe eine andere Bebauung, also Einfamilienhäuser, kaum zu.

Wohnraum nicht um jeden Preis

Gemeinderat Franz Artinger wunderte die Einteilung der Gebäude, deren Baukörper anfangs noch mit 15 mal 40 Meter angegeben wurden. „Das wären ja Wohnungen mit 150 Quadratmeter“, wunderte er sich. Realistischer wären hingegen Wohnungen zwischen 80 bis 95 Quadratmeter, sodass es schließlich wohl zwölf Wohnungen pro Block sein würden; summa summarum also bis zu 36 Wohnungen.

Gemeinderat Richard Petermeier konnte sich mit den Wohnblöcken nicht anfreunden. „Muss man denn um jeden Preis Wohnraum für Auswärtige schaffen? Ist das unsere Aufgabe?“ Er befürchtete die Zuwanderung von Personen, die in München arbeiten würden, das dörfliche Leben aber nicht bereichern würden. „Außerdem müssen wir auch noch die Infrastruktur zur Verfügung stellen!“

Bürgermeister Werner Biedermann erklärte, dass das nördliche, stark abfallende Gelände des Baugebiets nur nutzbar sei, wenn dort größere Blöcke gebaut würden. „Für ein normales Grundstück kommt dieser Bereich nicht in Frage.“ Außerdem betonte Biedermann: „Wir brauchen Familien in der Gemeinde, damit wir Kindergarten und Schule vollbekommen“, was gleichzeitig auch deren Erhalt fördere. Der Bürgermeister argumentierte auch mit Wohnraum für junge Leute, die man im Ort halten will, die sich aber kein Wohneigentum leisten könnten. Für diese kämen nur Mietwohnungen in Frage und daran fehle es in der Gemeinde.

Bedenken gegenüber sozial Schwachen

„Wir müssen uns aber auch nicht mit Mühldorf vergleichen“, konterte Petermeier, verwies auf die Gemeinde Zangberg, die wohl Grundstücke für die eigene Bevölkerung anbiete. Außerdem meinte er: „Wir haben auch keine Nahversorgung!“ Petermeier war strikt dagegen, „eine Arbeitergemeinde für Mühldorfer und Münchner zu sein!“

Franz Lohr sprach von seinen Erfahrungswerten, dass Baukörper von solcher Größe manchmal auch sozial Schwache bewohnen würden. „Dann möchte ich als Nachbar nicht unbedingt wort wohnen. Mit solchen Baukörpern tun wir uns keinen Gefallen!“, warnte er.

„Ich glaube nicht, dass wir einen sozialen Brennpunkt schaffen“, meinte Biedermann, der schließlich den Antrag zur Geschäftsordnung stellte, dass der Antrag zurückgestellt wird. Dem folgte der Gemeinderat dann auch.

Damit wurde auch die Billigung des geänderten Vorentwurfes des Bebauungsplanes „Kollmannseck“ von der Tagesordnung gestrichen. Bürgermeister Biedermann will mit Architekt Schwarzenböck die Bedenken der Gemeinderäte einarbeiten; schon zur nächsten Sitzung soll dann eine Variante des Planes vorgestellt werden.

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