Kein Nachfolger für Sedlmeier in Sichtweite

In der Reihenfolge der Listenplätze: Johann Reichl, Martin Gruber, Reinhard Retzer, Edith Dillkofer und Gerhard Obermaier. Foto ees
+
In der Reihenfolge der Listenplätze: Johann Reichl, Martin Gruber, Reinhard Retzer, Edith Dillkofer und Gerhard Obermaier. Foto ees

Zwei Listen gibt es in Lohkirchen, die Bewerber für die Kommunalwahlen im März aufstellen. Aber nach CSU/Freie Wähler hat nun auch die Unabhängige Wählervereinigung keinen Bürgermeisterkandidaten aufstellen können. Bürgermeister Konrad Sedlmeier, der nach 24 Jahren im Amt aus Gesundheits- und Altersgründen nicht mehr kandidiert, zeigte sich davon "stark enttäuscht".

Lohkirchen - Es gebe keinen Grund, das Ehrenamt zu scheuen - keine Verschuldung und auch sonst keine drängenden Probleme, sagte Sedlmeier bei der Aufstellungsversammlung. Dennoch konnte auch in der UWG trotz vieler Gespräche kein Freiwilliger gefunden werden. Vielen erscheint die zeitliche Belastung zu hoch, um das Amt neben Beruf, Familie, Kindern und oft auch einem Hof so ausfüllen zu können, wie man es sich vom künftigen Bürgermeister wünscht, so der Tenor in der Aufstellungsversammlung zum Gemeinderat.

Lohkirchen verfüge durch die Mitgliedschaft in der Verwaltungsgemeinschaft Oberbergkirchen über eine fachlich wie personell exzellente Ausgangsbasis. Versammlungsleiter Hubert Meier argumentierte, auch ein Bürgermeister könne Aufgaben delegieren, gab aber auch zu: "So, wie Konrad das Amt ausgefüllt hat, ist es schwer." Er bezeichnete die UWG als "Schiff ohne Kapitän" und hoffte auf ein "Wunder von Habersam".

Die Wahl des Bürgermeisterkandidaten wurde von Meier an den Schluss gestellt, zunächst wurde die Liste für den Gemeinderat gewählt. Für die Plätze zehn und elf gab es eine Stichwahl (siehe Kasten).

Ein erneutes Nachfragen nach diesem Wahlgang ergab in der Bürgermeisterfrage kein anderes Ergebnis - also werden in Lohkirchen am 16. März möglicherweise leere Wahlzettel verteilt, auf die jeder Wahlberechtigte einen beliebigen Namen schreiben darf. Allerdings muss ein solcherart Gewählter mindestens 50 Prozent aller gültigen abgegebenen Stimmen auf sich vereinen - und darf das Amt trotzdem ablehnen. Bis zum 23. Januar könnte jede der beiden Listen noch einen Kandidaten oder eine Kandidatin melden - dazu ist dann eine erneute Aufstellungsversammlung nötig. Da es in Lohkirchen noch gar keinen Vorschlag gibt, kann ein Wahlvorschlag sogar bis zum 30. Januar nachgereicht werden. Die Aussichten dafür stehen jedoch einigermaßen schlecht - schließlich bemühen sich Bürgermeister, Gemeinderat und politisch Aktive schon seit Monaten, einen Kandidaten zu finden.

Die letzte Option für Lohkirchen wäre die Einführung eines hauptamtlichen Bürgermeisters. Bei einer Größe von 500 bis 2000 Einwohnern entscheidet dies der Gemeinderat. Dies käme die kleine Gemeinde allerdings wesentlich teurer als das bisherige Ehrenamt, denn je nach familiärer Situation würde ein beamtetes Gemeindeoberhaupt bis zu dreimal so viel kosten. ees

Kommentare