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Eine Million Rücklagenentnahme

Kämmerer Thomas Menzel: „Das Egglkofener Jahresergebnis muss besser ausfallen“

Die Gemeinde Egglkofen entnimmt in diesem Jahr rund eine Million Euro ihren Rücklagen. Zudem muss sie aus dem Vermögenshaushalt Geld in den Verwaltungshaushalt schieben. Normalerweise sollte es umgekehrt sein, doch die Einnahmen sind voraussichtlich nicht so hoch, wie die Ausgaben. Verena Klinger
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Die Gemeinde Egglkofen entnimmt in diesem Jahr rund eine Million Euro ihren Rücklagen. Zudem muss sie aus dem Vermögenshaushalt Geld in den Verwaltungshaushalt schieben. Normalerweise sollte es umgekehrt sein, doch die Einnahmen sind voraussichtlich nicht so hoch, wie die Ausgaben. Verena Klinger
  • Harald Schwarz
    VonHarald Schwarz
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In diesem Jahr decken die laufenden Einnahmen der Gemeinde nicht die Ausgaben. „Ein solcher Zustand ist dauerhaft nicht darstellbar und würde die finanzielle Leistungsfähigkeit der Gemeinde stark gefährden“, warnte Kämmerer Thomas Menzel eindringlich, als er den Haushalt für 2022 vorstellte.

Egglkofen – Aus seiner Sicht muss das Jahresergebnis deutlich besser ausfallen als der Haushaltsplan, so dass am Jahresende wieder ein Jahresüberschuss erwirtschaftet wird, der „mindestens so hoch ist wie die Tilgungsleistungen der Darlehen“. Am Ende stimmte der Gemeinderat geschlossen und ohne Diskussion dem Haushaltsentwurf zu.

Über zwei Millionen Euro möchte die Gemeinde in diesem Jahr investieren. Rund eine Million Euro wird dabei durch den Anbau einer Kinderkrippe an den bestehenden Kindergarten sowie die Ausstattung von Krippe und Grundschule mit Lüftungsanlagen fällig. Beinahe 112 000 Euro müssen auf das Konto des Verwaltungshaushaltes gebucht werden, damit dieser in Ausgaben und Einnahmen ausgeglichen ist.

Dazu kommen beinahe 300 000 Euro für Straßenbauarbeiten und Wasserleitungsbau in der Fürstbergstraße. 170 000 Euro hat Kämmerer Thomas Menzel für den Kauf von Grundstücken eingeplant. Außerdem 40 000 Euro, um am Bahnhof Parkmöglichkeiten für Radfahrer und Autofahrer schaffen zu können.

„Ein beachtliches Investitionsvolumen“

Der Vermögenshaushalt sieht Ausgaben und Einnahmen in Höhe von fast 2,7 Millionen Euro vor. Er liegt damit um rund 641 000 Euro höher als im Jahr 2021. Insgesamt ist das ein Investitionsvolumen, das „für die Gemeinde Egglkofen sehr beachtlich ist“, stellte Menzel fest.

Um das alles finanzieren zu können, muss er aus der allgemeinen Rücklage allerdings eine Million Euro loseisen. Zudem muss die Gemeinde ein Darlehen von 300 000 Euro aufnehmen. Dazu kommen Einnahmen aus Zuschüssen und Förderungen in Höhe von 855 000 Euro.

Die laufenden Einnahmen sind geringer als die laufenden Ausgaben

Beim Verwaltungshaushalt, das ist der Haushalt, der die laufenden Einnahmen und Ausgaben der Gemeinde dokumentiert, sieht es für das Jahr 2022 nicht so rosig aus. Während das Jahresergebnis für 2021 einen Überschuss von beinahe 338 000 Euro ergeben hat, ist es „im Haushaltsplan 2022 nicht möglich, einen Überschuss aus den laufenden Einnahmen und Ausgaben darzustellen“, bedauerte Kämmerer Thomas Menzel. Es mussten 111 250 Euro mehr ausgegeben werden, als die Gemeinde an Einnahmen generieren konnte. Das hat zur Folge, dass die Tilgungsleistungen der Kredite nicht aus den laufenden Einnahmen und Ausgaben bedient werden. Da dies nicjht möglich ist, müssen die Tilgungszahlungen aus der allgemeinen Rücklage der Gemeinde beglichen werden. Zusätzlich muss der Haushaltsfehlbetrag im Verwaltungshaushalt ebenso mit der allgemeinen Rücklage ausgeglichen werden, zeichnete Menzel die Folgen auf. Er sagte aber auch gleich, dass die Finanzplanung der Jahre 2023 bis 2025 wieder einen Verwaltungsüberschuss ergeben würden.

Keine weiteren finanziellen Auswirkungen durch Corona

Dabei zeigte der Kämmerer, dass die Einnahmen aus der Gewerbesteuer (rund 220 000 Euro) mit rund 20 000 Euro über dem Niveau des Jahres 2021 liegen. Er ist auch überzeugt, dass es durch die Coronapandemie zu keinen weiteren finanziellen Auswirkungen für die Gemeinde kommen wird. Auch die Einkommenssteuerbeteiligung und die Schlüsselzuweisungen setzt der Kämmerer etwas höher an.

Allerdings sind die Ausgaben im Verwaltungshaushalt deutlich angestiegen. So hat Menzel die Personalkosten bei fast 726 500 Euro angesiedelt, was eine Steigerung um rund 51 000 Euro gegenüber dem Vorjahr bedeutet. Das liegt, so seine Erklärung, zum einen bei den regelmäßigen tariflichen Erhöhungen, aber auch „den rasant steigenden Personalkosten der Kinderbetreuung“. Der Kämmerer prognostizierte zudem weiter steigende Personalkosten durch die Erweiterung um eine Kinderkrippengruppe.

Kreisumlage ist der größte Ausgabenposten im Verwaltungshaushalt

Einer der größten Ausgabeposten ist, wie auch in den vergangenen Jahren, die Kreisumlage. Sie liegt im Jahr 2022 bei fast 665 000 Euro. Das sind rund 51 000 Euro mehr als im vergangenen Jahr, obwohl der Kreisumlagensatz um 0,2 Prozent auf 51,5 Prozent gesenkt worden ist.

Damit ergibt sich bis zum Ende des Jahres ein Schuldenstand von beinahe 815 500 Euro; 49 500 Euro an Tilgungsleistungen sind dafür notwendig.

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