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EIN STÜCK SÜDAMERIKA

In Hennetsberg dreht sich alles um Alpakas: Das steckt hinter dem Konzept der Erlebnisbauern

Ab sofort können wieder Alpaka-Wanderungen durchgeführt werden. Auch die Jahreskurse für Kinder starten wieder unter Einhaltung strenger Hygienerichtlinien.Buchner
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Ab sofort können wieder Alpaka-Wanderungen durchgeführt werden. Auch die Jahreskurse für Kinder starten wieder unter Einhaltung strenger Hygienerichtlinien.Buchner

Die aus den Anden stammende Kamelform fühlt sich in Niederbergkirchen pudelwohl. Halterin Ramona Liebhart über tiergestützte Intervention und die Nutzung von Alpaka-Wolle

Niederbergkirchen – Neben den Aktionen für die Kinder dreht sich auf dem Erlebnisbauernhof Hennetsberg bei Niederbergkirchen vieles um seine außergewöhnlichsten Tiere: Die Alpakas, die seit 2018 auf dem Hof der Familie Liebhart leben.

„Wir haben momentan zehn Tiere, vor sechs Wochen ist Fohlen Lotti zur Welt gekommen, drei weitere Fohlen erwarten wir im Laufe des Jahres noch.“

Tiere geben direkte Rückmeldung

Die ursprüngliche Idee für die Anschaffung sei die sogenannte tiergestützte Intervention gewesen, mit der Ramona Liebhart als Sozialpädagogin auch mit der Hündin Walli arbeite. „In der tiergestützten Intervention ermöglichen mir die Tiere, den Menschen, mit denen ich arbeite, ein Stückchen näher zu kommen. Tiere geben uns direkte Rückmeldung zu unserem Verhalten oder unserer Stimmung. Dies zu beobachten ist unglaublich spannend, erklärt Liebhart“. Neben Pferden und Hunden seien auch Alpakas für diese Arbeit geeignet. Erst später sei dann die Idee gekommen, auch Alpakawanderungen und Alpaka-Seminare anzubieten. So haben sich auch die Liebharts in der Sachkunde und tiergestützten Interaktion mit Alpakas fortgebildet.

Wollherstellung ist Teil des Konzepts

Außerdem sind die Produkte der Alpakas sehr wertvoll. „Das Besondere an der Alpakawolle ist, dass sie wegen ihrer einzigartigen Struktur warm hält, ohne dass man schwitzt.“ Die Liebharts lassen aus dem Fell ihrer Alpakas Strickwolle, Seife und Schuheinlagen herstellen, auf Anfrage sind auch Bettdecken, gefüllt mit der Wolle, erhältlich. „Wir separieren bereits bei der Schur die Wolle von jedem einzelnen Tier, also können wir genau sagen, welche Wolle von welchem Tier stammt.“ Jedes Jahr im Mai geht es den Tieren der Liebharts an die Wolle: Einen ganzen Tag lang geht es darum, die Alpakas zu scheren und die Wolle zu separieren. Unterstützung bekommen Ramona und Christian Liebhart dabei von befreundeten Alpakabesitzern. „20 Minuten brauchen wir circa pro Tier.“

Nach der Schur erkennen sich die Alpakas nicht mehr

Das Scheren sei nicht so leicht wie bei den Schafen. Die vereinten Kräfte von sechs Leuten seien nötig, um ein Alpaka zum Stillhalten zu bewegen und die Wolle nach A-, B- und C-Ware zu separieren. „Was witzig ist: nach der Schur erkennen sich die Alpakas nicht mehr gegenseitig. Sie müssen sich erst wieder neu beschnuppern, bis sie sich mit ihrer neuen Frisur wiedererkennen.“ Die Strickwolle und die Seife seien auch während des Lockdowns ein Verkaufsschlager gewesen. „Gerade als kleine Weihnachtsgeschenke waren unsere Alpaka-Produkte sehr gefragt. Aber der Verkaufsschlager waren natürlich Gutscheine für Alpakawanderungen.“ Diese dürfen nun seit Anfang Mai unter Einhaltung des Hygienekonzepts auch wieder durchgeführt werden“

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Ein Start nicht ohne Schwierigkeiten

Doch es lief nicht von Anfang an alles glatt mit den Alpakas. „Eine unserer ersten Stuten starb kurz nach der Geburt ihres Fohlens.“ Die Liebharts hätten das Fohlen dann mit der Flasche aufgezogen. „Besonders am Anfang war es schwer für das Kleine, es hat seine Mutter sehr vermisst und viel gejammert“, erinnert sich Ramona Liebhart.

Caspers Geschichte bald in Buchform?

Mittlerweile ist aus dem Fohlen ein ausgewachsener Alpakahengst namens Casper geworden, dem sein schwieriger Start nicht mehr anzumerken ist. „Caspers Geschichte hat uns aber noch lange bewegt“, sagt die 36-jährige Sozialpädagogin. So sei die Idee für ein Kinderbuch mit der Geschichte des kleinen Caspers entstanden. „Bei vielen Kinderbüchern habe ich oft das Problem, dass sie häufig viel zu kompliziert sind für die Kinder, mit denen ich arbeite. Ich muss die Geschichte meistens sehr vereinfacht nacherzählen.“

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Thema Tod kindgerecht aufbereitet

So habe sich Liebhart lange ein Buch für Kinder mit Verständnisschwierigkeiten gewünscht. „Passende Bücher konnte ich selten finden, schon gar nicht zum Thema „Alpaka“. Schließlich ist mir eingefallen, dass sich direkt vor meiner Nase eine erzählenswerte Geschichte abgespielt hat.“ Ramona Liebhart verarbeitete so die Erlebnisse des Alpakafohlens Casper zu einem Kinderbuch, wofür gerade die Illustrationen erarbeitet werden. „In Caspers Geschichte wird auch das Thema Tod auf kindgerechte und feinfühlige Art und Weise verarbeitet. Es richtet sich insbesondere an Kinder, die bereits Erfahrungen mit dem Tod machen mussten.“

Illustrationen sind geradein Arbeit

Gerade in der aktuellen Pandemie sei das Thema brandaktuell, ist sich Liebhart sicher. Das Buch „Casper und die Regenbogenfarben“ sei vor allem für Kinder im Kindergarten- und Grundschulalter geeignet. „Es soll den Kindern und natürlich auch den Vorlesern Mut machen“, sagt Liebhart.

Leider hat Ramona Liebhart noch keinen Verleger für ihr Buch gefunden. „Ich würde mir sehr wünschen, dass das noch klappt.“ Sollte kein Verlag Interesse zeigen, wird Liebhart das Buch vermutlich selbst herausbringen. „Die Geschichte liegt mir einfach zu sehr am Herzen.“

„Strickwolle und Seife lassen die Liebharts aus der Wolle ihrer Tiere herstellen.“

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