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Ferdinand Rothkopf †

Nachruf auf Ferdinand Rothkopf, der im Alter von 89 Jahren gestorben ist, und mit schwarzbunten Kühen sowie einem „Allrad-Traktor“ in Bayern Fuß gefasst hat.

Neumarkt-St. Veit – Im Alter von 89 Jahren ist Ferdinand Rothkopf aus Neumarkt-St. Veit verstorben. Als ältester Sohn einer Landwirtsfamilie erblickte Rothkopf am 3. März 1931 in Duisburg-Großenbaum das Licht der Welt. Mit seinen zwei Schwestern wuchs er auf dem elterlichen Hof in Nordrhein-Westfalen auf. Er war acht Jahre alt, als der Krieg begann. Nach vielen Nächten im Luftschutzbunker wurde er als Zwölfjähriger mit seiner Schwester nach Mecklenburg-Vorpommern gebracht und kehrte erst zwei Jahre später von dort zurück. Er absolvierte eine landwirtschaftliche Lehre und danach die Bauernhochschule in Krefeld. Schließlich übernahm er den elterlichen Betrieb, auf dem besonders Gemüse und Kartoffeln angebaut wurden.

Als in der Wirtschaftswunderzeit auf dem Land des Hofes ein Autobahnkreuz gebaut wurde, musste sich Ferdinand Rothkopf mit seinen Eltern um eine neue Betriebsstätte umsehen. Nach zwei Jahren Hofsuche in ganz Deutschland fiel 1958 die Wahl auf den „Bauer am Berg“ in Kindhofen. So kam „Ferdi“, wie er von vielen genannt wurde, mit einem ganzen Zug voll schwarzbunter Kühe und einem „Allrad-Traktor“ per Eisenbahn nach Neumarkt-St. Veit.

Von Stierzucht bis zur Ammenhaltung

In Krefeld hatte er zuvor auf einem Ball seine Anneliese kennen und lieben gelernt. Als sie volljährig war, wurde 1960 in Geldern geheiratet und auch sie kam nach Bayern. Sohn Ludger (1962), Tochter Anne (1963), Tochter Bärbel (1965) und Sohn Ferdinand (1969) sorgten bald ausgiebig für Leben auf dem Hof. Jedes der Kinder erlernte einen anderen Beruf und alle zogen in die Welt hinaus.

Ferdinand Rothkopf betrieb den Hof zunächst mit Milchkuhhaltung, dann mit einer Angus-Herde und Stierzucht und schließlich einer Ammenkuhhaltung. Dabei interessierte er sich stets für technische Neuerungen und konstruierte so manche Erfindung selbst, um sich die Arbeit zu erleichtert. Seine Devise war: Wende die Hebelgesetze an und hab Geduld.

Sechs Enkelkinder waren seine große Freude

Mit dem Eintritt ins Rentenalter ruhte die landwirtschaftliche Arbeit. Nun war Zeit für Reisen in der ganzen Welt, besonders gerne mit einem rollenden Bus-Hotel.

2002 kehrte dann Sohn Ferdinand mit seiner Frau Susanne auf den Hof in Kindhofen zurück. Ferdinand Rothkopf begleitete immer liebevoll seine sechs Enkelkinder, die zwischen 1995 und 2007 geboren wurden.

Schweres Leid traf die Familie, als im Dezember 2007 Ehefrau Anneliese völlig überraschend verstarb. Der Witwer hielt die Verbindung zu Freunden und Verwandten und hatte immer sehr engen Kontakt mit allen Kindern und Enkeln, auch wenn sie nicht gerade in der Nähe wohnten.

Segeln und Reisen waren seine Leidenschaften

Ferdinand Rothkopf liebte seine bayerische Heimat, das Segeln am Chiemsee, das Radfahren, das Singen im Kirchenchor und in der Liedertafel – obwohl er nie versucht hat, den bayrischen Dialekt zu erlernen.

Der Kunst-, Politik- und Technikinteressierte genoss bis zuletzt hohes Ansehen. Er verstarb nach einem erfüllten Leben im Alter von 89 Jahren völlig unerwartet. Überall sind Spuren seines Lebens, Sie werden immer an ihn erinnern. nz

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