Der Hörberinger Michael Asbeck verlässt nach 24 Jahren den Stadtrat Neumarkt-St. Veit

Seine Freizeit füllt der Hörberinger Michael Asbeck mit seinem Hobby aus: Holzarbeiten. Jaensch
  • Karlheinz Jaensch
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Wenn Anfang Mai der neugewählte Stadtrat Neumarkt-St. Veit zu seiner konstituierenden Sitzung zusammentrifft, wird ein Urgestein des Gremiums nicht dabei sein. Nach 24 Jahren Kommunalpolitik ließ sich der 71-jährige Holzfachmann aus dem Ortsteil Hörbering nicht mehr aufstellen.

Neumarkt-St.Veit – Als Mitglied des Bauausschusses, als Feuerwehrreferent und zuletzt sogar als Zweiter Bürgermeister hat er sich unermüdlich und vielseitig für die Belange der flächengrößten Gemeinde des Landkreises eingesetzt. In einem Interview sprach die Heimatzeitung mit Michael Asbeck über seine Beweggründe und Arbeit im ersten Viertel des neuen Jahrhunderts.

Wie kam es, dass Sie überhaupt für den Stadtrat kandidierten?

Michael Asbeck: Obwohl ich in unseren Hörberinger Ortsvereinen schon immer aktiv mitarbeitete, dachte ich nie an den Stadtrat. Erst Franz Kohlschmid senior hat mich „bearbeitet“, dass ich 1996 mich für ihn in das Gremium wählen ließ, sozusagen als Vertreter unseres Ortsteils. Nach Rücksprache mit meiner Frau sagte ich schließlich zu. Bei der Aufstellungsversammlung aller drei CSU-Ortsverbände im Genossenschaftssaal im Spätherbst 1995 erhielt ich den Listenplatz drei, worin ich meine Kandidatur bestätigt sah. Ich wurde am 10. März auch mit hohem Stimmenanteil in das Gremium gewählt. Wir feierten da gerade den 80. Geburtstag meiner Mutter.

Worin sahen Sie von Anfang an ihren Aufgabenbereich?

Michael Asbeck: Nun, ich bewarb mich in der konstituierenden Sitzung um ein Mandat im Bauausschuss, das ich erhielt. Zusätzlich wurde ich in der konstituierenden Sitzung zum Feuerwehrreferenten gewählt. Als aktiver Feuerwehrler war dies für mich eine große Ehre und zugleich ein Vertrauensbeweis für meine Zeit bei der Feuerwehr bisher. Mir war bewusst, dass dies auch mit vielen Terminen verbunden sein würde, aber das habe ich gerne gemacht. Mit der Anwesenheit bei Veranstaltungen zeigt man den Feuerwehrlern die Verbundenheit und dass ihre Arbeit gewürdigt wird. Auch bei größeren Neuanschaffungen wurde ich um eine Stellungnahme gefragt, wobei ich mich immer – nachdem die Notwendigkeit gegeben war – für den Antrag der Feuerwehren eingesetzt habe. Wenn ich die 24 Jahre zurückschaue, war es immer eine sehr gute und freundschaftliche Verbindung, wofür ich mich auch noch bedanken möchte.

Was hat man so als neugewählter Stadtrat für Vorstellungen?

Michael Asbeck: Vorstellungen gibt es vielleicht viele, aber das Wichtigste ist, dass man sich in die neue Situation erst reinhorcht und ein bisschen einarbeitet. Man merkt dabei sehr schnell, dass nicht alles umsetzbar ist und dass man das Notwendige und das Wünschenswerte oft nur in Kompromissen erreicht.

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An welche Entscheidungen erinnern Sie sich gerne zurück?

Michael Asbeck: Dies sind in den 24 Jahren sehr viele. Das Erfreulichste war mit Sicherheit der Bau der Umgehungsstraße. Und wenn ich so nachdenke, vielleicht habe ich dazu auch einen sehr kleinen Meilenstein beigetragen: denn im Jahr 2003 konnte die Feuerwehr Hörbering das 125-jährige Gründungsfest feiern. Dazu ist es mir gelungen, den damaligen Innenminister Günter Beckstein nach Hörbering zu bringen, der da die Gelegenheit hatte, sich vom Gruber- eck ein Bild zu machen. Aber es gab noch sehr viel Anderes. Ganz wichtig war mir der Umbau vom Bahnhof mit der Unterstellhalle. Von da an ist es möglich, dass Kinder auf Bahn oder Bus im Trockenen und Warmen warten können.

Was zählen Sie noch zu Erfolgen?

Michael Asbeck: Von persönlichen Erfolgen kann man da, glaube ich, weniger reden. Alle Vorschläge werden von Gremien entschieden. Eines sehe ich allerdings als persönlichen Erfolg an: Mit einen jungen Paar aus Hörbering haben wir gemeinsam über drei Jahre um ein Baurecht gekämpft und letztendlich gab es ein Gespräch am runden Tisch mit allen Beteiligten – und dies ging positiv aus.

Was wurde in dieser Zeit in Hörbering umgesetzt?

Michael Asbeck: Da wurde einiges erreicht. Wasser und Abwasserleitungen wurden in Richtung Hörbering verlegt. Gerade am Anfang löste diese Baumaßnahme viel Unmut aus, aber im Nachhinein ist mittlerweile jeder froh, angeschlossen zu sein. Weiter ging es mit der Neuerstellung des Flächennutzungsplanes, und da bereits Wasser und Kanalanschlüsse da waren, konnte man für viele das Baurecht erreichen. Somit konnten die Jugendlichen im Ort verbleiben, was ja für das Orts- und Vereinsleben sehr wichtig ist. Auch in Sachen Breitband sind wir in Hörbering gut aufgestellt. Ein weiteres Anliegen wäre der Radweg von Neumarkt-St. Veit nach Hörbering gewesen. Das hatte ich bei meinem ersten Versuch mit dem Wasser- und Kanalbau schon versucht, aber dies konnte nicht umgesetzt werden. Ein weiterer Versuch war dann die Verlängerung an der Rott entlang, aber auch dies war nicht möglich, es scheiterte am Grunderwerb. Meine Art ist es eben nicht, dies mit Gewalt durchzusetzen, obwohl die Verkehrssicherheit schon wichtig wäre.

Hätten Sie für Hörbering noch weitere Pläne gehabt?

Michael Asbeck: Keine Pläne zu haben das würde Stillstand bedeuten. Was mir noch sehr wichtig ist, ist der Ausbau der Straße nach Unterbruckloh. Hier habe ich einen Antrag gestellt und bin auch guter Dinge. Sobald da ein Zuschuss gewährt wird, dass dies ausgebaut wird.

Sie waren zwei Perioden lang auch Zweiter Bürgermeister?

Michael Asbeck: Nach der Wahl im Jahr 2008 wurde ich gefragt, ob ich mir das vorstellen könnte. Da brauchte ich selbst erst ein paar Tage, bevor ich mit meiner Frau darüber reden konnte. Sie legte mir nichts in den Weg. Das war für mich ein großer Vertrauensbeweis für meine Arbeit. Am 8. Mai 2008 wurde ich dann von allen Fraktionen zum Zweiten Bürgermeister gewählt. Nachdem die Zusammenarbeit mit dem Ersten Bürgermeister sehr gut war und ich 2014 nach unserem Bürgermeister die meisten Stimmen erhalten hatte, wurde ich nochmals zum Zweiten Bürgermeister gewählt. Diesmal gab es einen Gegenkandidaten. Diese zwölf Jahre waren für mich die schönste Zeit in der Kommunalpolitik.

Haben Sie für Ihr politisches Werk Ehrungen erfahren?

Michael Asbeck: Die zweimalige Berufung zum Zweiten Bürgermeister war eine sehr große Ehre für mich. Dazu die Verleihung der Ehrenmedaille der Stadt anlässlich meines 70. Geburtstages mit Eintrag ins Goldene Buch der Stadt.

Fällt Ihnen der Abschied vom Stadtrat schwer?

Michael Asbeck: Mit Sicherheit übertrumpft da das weinende Auge das lachende, aber ich bin mittlerweile 70 Jahre, habe wesentlich mehr erreicht, als ich mir je träumen hätte lassen. Wenn man die Liste mit den jungen fähigen Leuten sieht, dann muss man sagen: Jetzt sind die an der Reihe. Was mich besonders freut ist, dass unsere Hörberingerin Maria Kobold den Einzug geschafft hat. Meine Bitte: nehmt sie genauso gut auf wie mich.

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