Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Bis heute bedeutendes Werk aus Neumarkt-St. Veit

Ein großer Historiker: Benno Hubensteiners „Bayerische Geschichte“ ist 70 Jahre alt

Irmi Eigl, Bibliothekarin in Nuemarkt-St. Veit mit Benno Hubensteiners Schwester Erna Delonge vor einem Hubensteiner-Foto im Jahr 2014.
+
Irmi Eigl, Bibliothekarin in Nuemarkt-St. Veit mit Benno Hubensteiners Schwester Erna Delonge vor einem Hubensteiner-Foto im Jahr 2014.

70 Jahr ist die „Bayerische Geschichte“ von Benno Hubensteiner. Das Werk des Neumarkt-St.Veiters ist bis heute bedeutend.

Neumarkt-St. Veit – 70 Jahre ist das in Neumarkt-St. Veit entstandene erstaunliche „Lebenswerk“des mit 61 Jahren verstorbenen Benno Hubensteiner jetzt alt, es trägt den lapidaren Titel „Bayerische Geschichte“. Im Vorwort beschreibt Hubensteiner, wie das Buch „in zwei harten, aber glücklichen Jahren entstanden“ ist. Im Vorwort zur 4. Auflage gibt Benno Hubensteiner der Gegend, in die es ihn, den in Gosseltshausen bei Wolnzach 1924 Geborenen, von Geisenhausen als zehn-Jährigen verschlagen hatte, den nostalgisch klingenden Namen „Alt-Salzburger Südosten“.

Aktuelle Artikel und Nachrichten finden Sie in unserem Dossier zur Corona-Pandemie

Das sogenannte Kriegsabitur legte Benno, der aus der Neumarkter Volksschule zunächst an die Oberrealschule Mühldorf wechselte, in Pfarrkirchen ab. Später ging Hubensteiner an die Univeristät in München.

Bei Hubensteiners „Bayerischer Geschichte“ hat man es mit dem raren Fall eines relativ jungen Geisteswissenschaftlers zu tun, dessen Erstling es beharrlich zu einem Standardwerk erster Güte gebracht hat. In acht „Bücher“ gegliedert, weist es 32 Kapitel auf – von „Frühes Volk“ bis „König Ludwig III.“, die sich allesamt durch ihre Plastizität und Bilderfarbkraft von ähnlichen Darstellungen unterscheiden.

Im „VIII. Buch“ hat Hubensteiner einen „Ausblick“ auf das 20. Jahrhundert versucht. Der Tod von Kronprinz Rupprecht am 2. August 1955 ist das letzte historisch wichtige Datum in Hubensteiners glänzender Bayern-Chronik. Geradezu als „regierenden König“ habe das „republikanische Bayern“ seinen „letzten Fürsten zwischen Alpen und Main … zu Grabe geleiten“ können.

Nach Herzinfarkt gestorben

„Hinter dem Sarg schritt an der Spitze seines Kabinetts der Sozialdemokrat Wilhelm Högner. Es war der Schlussstrich unter tausend Jahre eigener Geschichte – zugleich die Versöhnung des neuen Bayern mit dem alten“. So die letzten Worte auf den gut 400 Textseiten.

Keinen den Leser bewegenderen Schlussstrich unter sein freilich schon lange nach einer Fortschreibung rufenden Landesgeschichts-Opus hätte Benno Hubensteiner ziehen können. Den außerordentlichen Erfolg seiner „Bayerischen Geschichte“ konnte er nicht vollumfänglich miterleben. Nach einer für ihn, den Herzleidenden und Überbeschäftigten vermutlich zu anstrengend gewordenen Diskussion mit dem Münchner Autor Carl Amery führte man den in der Garderobe Zusammengebrochenen aus dem Münchner Gasteig.

Weitere Nachrichten aus dem Landkreis Mühldorf finden Sie hier

Von dem dort erlittenen Herzinfarkt erholte er sich nicht mehr. Am 5. Februar 1985 gestorben, fand er auf dem Friedhof des Klosters Neumarkt-St. Veit seine letzte Ruhestätte. Seine Frau Erna, eine geborene Karl aus Mühldorf, folgte ihm 28 Jahre später dorthin. Sie hatte das Glück, 80 Jahre alt zu werden.

Die „Bayerische Geschichte“ lebt dagegen weiter. Vom Pflaum-Verlag wanderte sie 1977 in den Süddeutschen, dann, 1992 in 12. Auflage, in den W. Ludwig Verlag, und immer noch liefert sie – 2021, einem Online-Inserat zufolge, in 18. Auflage – der Rosenheimer Verlag aus.

Gebrauchte Ausgaben ab 40 Cent

Aktuelle Online-Angebote reichen von 40 Cent (ein „gelesenes Exemplar“ von 1977) über 60 Cent (die Jubiläumssonderausgabe des Wittelsbacher Ausgleichsfonds von 1980 „mit deutlichen Gebrauchsspuren“) bis zu einer veritablen Rarität: Die Erstausgabe ist als Hardcover, freilich mit „leichten Gebrauchsspuren“, für nur 3,19 Euro online zu erwerben. So gut wie nagelneue antiquarische Ausgaben gibt es auch noch zu .

Das dem Autor dieser Zeilen vor 58 Jahren jenem „jungen Lehrer zur Vertiefung der Heimatliebe“ in Altmühldorf überreichte, inzwischen zwar nicht zerlesene, aber merkliche Benutzerspuren aufweisende Exemplar hatte – der mit Bleistift eingetragene Ladenpreis wurde nicht ausradiert – in der Mühldorfer Buchhandlung Geiger 21,90 DM gekostet. Würde dieses Geschenk-Exemplar heute in den Antiquariatshandel gehen, müsste es entschieden mehr bringen. Warum? Weil den Innentitel ein datiertes Original-Autogramm ziert: „Benno Hubensteiner, 11. X. 68“, eingetragen bei einer Begegnung in Mühldorf.

Herausgeber des Mühlrads

Hier hatte Hubensteiner – zu Beginn seiner publizistischen Laufbahn – im Februar 1951 die Zeitschrift „Das Mühlrad“, aus der Zeitungsbeilage des von Dr. Georg Tauschhuber herausgegebenen „Mühldorfer Anzeigers“ heraus entwickelt, ins Leben gerufen.

„Nicht das flüchtige Heute, sondern vielmehr jenes zeitlose, bleibende Sein, aus dem einem erst das Gefühl Heimat zuwachse, sollten die „Mühlrad“-Aufsätze meinen“, wie Benno Hubensteiner im „Vorwort“ des Bandes I seiner „Blätter zur Geschichte des Inn- und Isengaues“ programmatisch bemerkte.

Mehr zum Thema

Kommentare