Der Deutschen liebstes Obst

Am Montag ist „Tag des deutschen Apfels“: Hobbygärtner aus der Region erzählen über dessen Vorzüge

Helmut Schmid, Vorstand des Gartenbauvereins Niedertaufkirchen/Roßbach, beim Schneiden des Edelreis am Spalierobst des Gartenzauns.
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Helmut Schmid, Vorstand des Gartenbauvereins Niedertaufkirchen/Roßbach, beim Schneiden des Edelreis am Spalierobst des Gartenzauns.
  • Karlheinz Jaensch
    vonKarlheinz Jaensch
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An jedem 11. Januar - seit dem Jahr 2010 - begeht die Bundesvereinigung der Erzeugerorganisationen Obst und Gemüse e.V. (BVEO) den Tag des deutschen Apfels. Schließlich ist der Apfel laut Umfragen das beliebteste Obst der Deutschen, und er hat somit durchaus einen Ehrentag verdient.

Neumarkt-St. Veit– Mit Aktionen hat die BVEO seit 2010 auf die Qualität und Vielfalt der einheimischen, besonders die jeweils regionalen Apfelsorten aufmerksam gemacht und so das Wissen um ihre Anwendungsbereiche vergrößert. Das geschah bisher immer auch durch das Verteilen von zig-tausend Gratis-Äpfeln in verschiedenen Städten.

Obstbauern beteiligen sich

Auch die einheimischen Obstbauern und die Obst- und Gartenbauvereine der Region beteiligen sich – nicht nur an diesem Ehrentag – an Aktionen, die auf dieses verführerische landwirtschaftliche „Genussprodukt“ aufmerksam machen. Eigentlich ganzjährig und mit viel Liebe setzt sich beispielsweise der Vorstand des Niedertaufkirchen und Roßbacher Obst- und Gartenbauvereins, Helmut Schmid, für den Apfelanbau ein. Als Mitglied der Kreisvorstandschaft des Vereins für Gartenbau und Landschaftspflege hält er - auch mehrtägige - Kurse über Baumschneiden und Obstbaumveredelung. „Das Interesse am Apfelanbau ist schon groß.“, erklärt er. „Wir haben sogar schon im Ahnensaal des Klosters in Zangberg Kurse gegeben.“

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Helmut Schmid bezeichnet sich als Hobbypomologe, benannt nach Pomona, der römischen Göttin der Gartenfrüchte. „Ich veredele und vermehre selbst. Eine der wichtigsten Aufgaben ist die Sammlung und der Erhalt alter, vom Aussterben bedrohter Sorten, die sehr gesund und bekömmlich sind.“ Deutschlandweit, schätzt er, gibt es an die 2.000 - 3.000 Apfelsorten. „Zusammen mit meinem Freund Petermeier habe ich schon über 1000 Obstbäume veredelt.“ Allein in seinem Garten kann er über 100 Apfelsorten vorweisen.

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„So ernte ich in meinem Garten und Wiesen die Äpfel zwar nicht schubkarenweise, aber vom Frühsommer bis in den Spätherbst pflücke ich laufend frisches Obst.“, erklärt er. Dabei unterscheidet er auch die Äpfel nach ihrer Haltbarkeit.

Sein Wissen gibt er nicht nur an seine rund 200 Vereinsmitglieder weiter. Er hält seine Vorträge über die Veredelungsarten Kopulation, Okulation und diverse Arten des Pfropfens immer sehr praxisbezogen. „Am Ende eines Veredelungskursen kann jeder Teilnehmer sein eigenes Apfelbäumchen mit nach Hause nehmen.“, verspricht er. Ob und wann der Kurs im „Coronajahr stattfindet, wird durch die Presse bekanntgegeben.

„Man kann immer wieder an seinen Bäumen Veredelungen vornehmen. Und selbst in kleinen Gärten lässt sich doch am Zaun bei jeden Meter ein Spalierobst pflanzen“. Er selbst hat an der einen Seite des Gartens auf 12 Meter Länge 15 Bäume stehen, an denen er auch im Winter „Beschneidungen“ vornimmt.

Streuobstwiesen sind wichtiges Refugium

Viel weiß der „Gartler und Obstfreund“ auch über die Verwendung seines Genussobstes zu sagen: „Frühäpfel, wie Mantet oder Klarapfel werden im Juli erntereif. Es gibt auch Herbstäpfel und sogar Winteräpfel, die, im November geerntet, ihr volles Aroma erst bei der Lagerung entwickeln. Außer zum Reinbeißen eignen sich Äpfel je nach Geschmack für Säfte, Most, Essig, Gelee, zum Backen und auch als Dörrobst.“, erklärt er.

Am Tag des deutschen Apfels sind auch den Besitzer von Streuobstwiesen zu ehren, die ein ganz wichtiges Refugium für die alten Obstsorten bieten. 2000 bis 5000 Tierarten finden dort Lebensräume, wodurch die Artenvielfalt in der Region erhalten bleibt.

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