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Haus der Familie in Niederbergkirchen wird zehn Jahre alt

Kinder und Senioren, Alt und Jung fühlen sich im Mesnerhaus (Bild), dem zentralen Ort vom „Haus der Familie“ wohl. Die Angebote sprechen seit zehn Jahren sämtliche Altergruppen an.
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Kinder und Senioren, Alt und Jung fühlen sich im Mesnerhaus (Bild), dem zentralen Ort vom „Haus der Familie“ wohl. Die Angebote sprechen seit zehn Jahren sämtliche Altergruppen an.
  • Josef Enzinger
    vonJosef Enzinger
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Vor genau zehn Jahren trafen sich Eltern, Kooperationspartner und Interessierte im Mesnerhaus, um einen neuen und wichtigen Entwicklungsschritt des Kindergartens, nämlich die Weiterentwicklung zum Familienzentrum, in den Mittelpunkt zu stellen. Eine Bilanz.

Niederbergkirchen– Seit zehn Jahren gibt es die Einrichtung „Haus der Familie“ in Niederbergkirchen. Wie sich die Einrichtung seit 2010 entwickelt hat, darüber spricht die Leiterin Dagmar Thienel im aktuellen Interview.

Auf welcher Basis haben sie dieses neue Konstrukt vor zehn Jahren aufgebaut?

Dagmar Thienel: Seit der Eröffnung des eingruppigen Kindergartens St. Elisabeth im Jahr 1991 entwickelte sich innerhalb kürzester Zeit ein neuer Bedarf der Familien. Nachmittags- als auch Ganztagskinder folgten wenige Jahre später, auch Zweijährige, die in altersgemischten Gruppen zur Bildung Erziehung und Betreuung unser Haus mit ihren Familien besuchten, bereicherten unser Angebot. Frühzeitig wurden die Weichen zur Integration für Kinder mit besonderen Bedürfnissen gestellt.

Was hat Sie dann darin bestärkt, das Angebot zu erweitern?

Thienel: Es gab interessiertes Nachfragen der Eltern, ob wir die Altersgrenze der Kinder nicht nur nach unten, sondern auch nach oben erweitern könnten. Und so entstand die Möglichkeit, Schulkinder der 1. bis 4. Klasse nach der Schule zu betreuen. Ein warmes Mittagessen, als auch pädagogische Angebote für diese Altersklassen wurden in den Alltag übernommen.

Thienel: Wie ist dann aus dem kleinen Dorfkindergarten ein Familienzentrum entstanden?

Thienel: Das Erzbischöfliche Ordinariat hatte bei Träger und Team das Interesse des Projektes „Mut zu Familie“ geweckt. In diesem Projekt handelte es sich vorrangig um die Weiterentwicklung der Kath. Kindergärten zu mehr Familienorientierung. Ein Thema, das uns nicht neu war, aber uns reizte die Möglichkeit, auf bisheriger gelebter und fundierter Basis noch mehr Wissen, neue Aspekte, neue Kooperationspartner zu gewinnen.

Welche Vorteile haben Sie sich dabei versprochen?

Thienel: Wir konnten die Chance der Ausschreibung nutzen, um bestehende Abläufe zu überprüfen und neue Erkenntnisse gewinnen, um entsprechend der Familien vor Ort bedarfsgerecht und innovativ Zeichen in unserem Dorf Niederbergkirchen setzen zu können. Fünf Einrichtungen beteiligten sich letztlich im Jahr 2000 aus ungefähr 100 Interessierten zum Ausschreibungsbeginn in München. Unser Kindergarten St. Elisabeth war die kleinste Einrichtung. Das Projekt war auf zwei Jahre festgelegt, bei regelmäßigen Treffen wurden ständig neue Herausforderungen und Aufgaben an uns gestellt.

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Es ist ja nicht bei der bloßen Bezeichnung Familienzentrum geblieben. Wie kam der Name zustande?

Thienel: Bei einer der vielen Treffen hatte unser Bürgermeister Werner Biedermann bei der Suche nach einem geeigneten Namen die wunderbare Idee: „Wie wär’s einfach mit Haus der Familie?“

Was hat sich in den vergangenen zehn Jahren alles verändert?

Thienel: Wir arbeiten mit großer Transparenz und nutzen dabei die unterschiedlichen Lebensräume für Familien. Da wäre zum Beispiel der Kindergarten, das Mesnerhaus, die Pfarrkirche und auch das Pfarrheim, außerdem das Pfarrhaus und auch der Pfarrgarten.

Welche Erfolge sind zu verzeichnen? Was liegt Ihnen im Rückblick auf die vergangenen zehn Jahre am Herzen?

Thienel: Auf jeden Fall die Vertiefung der Kooperation mit dem Katholischen Kreisbildungswerk und die Nutzung des Mesnerhauses als zusätzliches Bildungshaus. Ich denke, wir können stolz darauf sein, regelmäßig qualitativ hochwertige Referenten für ein eigenes Bildungsprogramm nach Niederbergkirchen zu holen. Wir bieten kostenlose Beratungsangebote wie die Psychologische Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Elter an und auch Sprechzeiten für Logopädie, Ergotherapie und Beratung des Allgemeinen Sozialdienstes des Landratsamtes.

Ihr Steckenpferd war von Anfang an das generationenübergreifende Programm. Wie hat sich dieses entwickelt?

Thienel: Tatsächlich umfasst unser Programm eine Familienbildungsangebotspalette vom Baby bis zum Seniorenalter. Eltern-Kind-Gruppen treffen sich im Mesnerhaus. Das waren in den letzten Jahren bis zu fünf Gruppen wöchentlich. Wir haben die Gründung der Baby -Eltern- Kind -Gruppe vollzogen, eine Bibliothek im Mesnerhaus eingerichtet und nutzen dieses Gebäude auch für Kommunion- und Firmgruppen. Gut etabliert haben sich die Senioreneinkehrvormittage und die Kursangebote wie Yoga, Rückenschule für Männer und Frauen. Nicht zu vergessen den Handarbeitskreis.

Was macht Ihrer Meinung dieses „Haus der Familie“ so liebenswert?

Thienel: Dass es so viele Gesichter hat. Seit einigen Jahren haben wir einen stetig wachsenden Bedarf an Anfragen beziehungsweise Anmeldungen. Wir haben eine Vielzahl von Räumlichkeiten für unterschiedliche Bedarfe, die in unmittelbarer Nähe zu erreichen sind. Das Dorf Niederbergkirchen wächst und die Dorfbewohner werden mehr. Die Gemeinde ermöglicht nun durch den im April 2020 begonnenen Anbau, dass dieser Bedarf gestillt werden kann.

Welche Botschaft hat das „Haus der Familie“ an diesem seinen 10. Geburtstag?

Thienel: Bei uns finden Menschen Raum zur Begegnung, Kommunikation, Information, Beratung, Bildung und Ausbildung. Wir machen uns vor Ort und darüber hinaus stark für Familien als Begegnungs- Bildungs – und Kompetenzzentrum im Landkreis Mühldorf. Kurz: Wir sind füreinander da! Und das auch zukünftig.

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