Härter als Chuck Norris: Elfriede und Heinz kamen schon fünf Mal unter die Räder – und leben!

Heinz und Elfriede – die Dame voraus, der Erpel hinterher. Das wohl berühmteste Entenpaar im Landkreis geht viral. Hier neben der Corona-Kette an der Rott. Kulhanek/privat
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Frech, zutraulich und unerschrocken: Ein Wildentenpaar ist das derzeit gefragteste Fotomotiv von Neumarkt-St. Veit. Jetzt erobert es sogar das Internet. 

Neumarkt-St. Veit – Wenn sich Elfriede und Heinz auf den Weg machen, sind sie nicht mehr zu halten. An der Rottbrücke erklimmen sie dann die Böschung, passieren unbeeindruckt vom fließenden Verkehr die Altöttinger Straße, um sich dann frech vor dem Imbissstand von Umut Balkan zu positionieren, darauf wartend, dass das ein oder andere Brotstückchen auf den Boden fällt. Das zahme Wildentenpaar ist in der Stadt gut bekannt. Nicht nur im analogen Leben, sie erobern jetzt auch das Internet und haben eine stetig wachsende Fangemeinde.

Enten haben einen geregelten Tagesablauf

„Die beiden kommen in der früh, verschwinden dann wieder, um in der Rott zu baden, aber Spätnachmittags sind sie wieder da“, berichtet Leni Auerswald, die mit ihrem Lebensgefährten Umit Balkan das Sonnenstudio und den Imbissstand vor dem Unteren Tor der Stadt Neumarkt-St. Veit betreibt. „Die gehören fast schon zum Inventar“, ergänzt sie und schildert lachend, dass die beiden Wildenten mittlerweile einen festen Platz auch im Leben der Gastronomen haben.

Beliebte Anlaufstelle des Entenpaares:Der Imbissstand von Leni Auerswald (Bild) und Umut Balkan. Die beiden schließen übrigens den Verkauf von gebratener Ente kategorisch aus.

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Ein Entenpaar, das offenbar keine Berührungsängste hat. „Auf jeden Fall sind sie ziemlich neugierig“, weiß Auerswald. Und so haben sich Heinz und Elfriede auch schon im Sonnenstudio umgesehen, das sich gleich hinter dem Imbiss-Stand befindet. „Wir hatten die Türe offen gelassen. Schwupps. Schon waren sie drin!“

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Ein freches Paar, sagt Auerswald, über die beiden, die keinerlei Scheu, selbst vor fremden Menschen, hätten. Ungeduldig warten sie darauf, dass Brotstücke zu Boden fallen. Dann seien sie gleich zur Stelle. „Manchmal zwicken sie die Kunden auch ins Bein, wenn sie sich etwas erbetteln wollen“, auch das habe Auerswald schon beobachtet. Doch weiß sie natürlich: Enten Füttern ist strikt untersagt. „Von mir gibts da nix!“ Schließlich wolle sie auch verhindern, dass sich die Enten daran gewöhnen könnten und bei ihrem Spaziergang durch die stark befahrene Altöttinger Straße überfahren werden. „Es wäre nicht das erste Mal, dass die beiden unter die Räder kommen“, berichtet Auerswald weiter. „Heinz hat es schon dreimal, Elfriede zweimal erwischt. Glücklicherweise ist bis auf einen verletzten Flügel nie etwas Schlimmeres passiert.“

Härter als Chuck Norris: Fünf Mal unter die Räder gekommen und immer noch am Leben

Und doch sorgen sich mittlerweile viele Neumarkter um das zutrauliche Entenpaar. Das Entsetzen in den sozialen Netzwerken war jedenfalls groß, als zu Beginn der vergangenen Woche ein Bild auf Facebook auftauchte, das den Neumarkter Stadtplatz zeigte – und jede Menge Federn. Jedem war sofort klar: eine Ente hat‘s erwischt! „Wie kann man nur so hemmungslos in einer 30-Zone über eine Ente fahren?“, fragte die Userin. Über 50 Reaktionen mit entsprechenden Emojis folgten, über zwei Dutzend traurige Kommentare.

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Am Ende dann Aufatmen, als eine Neumarkterin auf Facebook Entwarnung gibt: „Putzmunter“ seien sie, „die zwei watschelten rotzfrech über die Straße an der Rottbrücke und quakten.“ Dann aber die Bitte: „Nehmt alle den Fuß vom Gas, damit uns das liebenswerte Pärchen lange erhalten bleibt!“

Enten schon fünf Mal unter den Rädern

Deswegen scheucht auch Imbissbuden-Besitzerin Auerswald höchstpersönlich die beiden immer wieder zurück an die Rott, hofft, dass sie sich in ihrer natürlichen Umgebung bleiben. „Das bringt aber nix. Zehn Minuten später stehen sie wieder vor dem Wagen!“ Denn nicht nur Brotkrümel sind es, die sie auf die andere Straßenseite locken. „Bei Regen verziehen sie sich unter den Imbissstand und halten ein Nickerchen“, lacht Auerswald.

Es sind türkische Spezialitäten und bayerische Schmankerl, die es am Imbissstand von Umut Balkan gibt. Natürlich wurde auch schon gefeixt, ob denn bald auch gebratene Ente auf der Speisekarte erscheinen würde. Auerswald schüttelt den Kopf: „Das wird es definitiv nie bei uns geben!“ Schwein gehabt, Heinz und Elfriede!

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