Gülle in Hülle und Fülle

Die Bauern sind derzeit wieder in Aktion: Überall wird Gülle ausgebracht als Dünger für den nächsten Anbau. Bei einem Landwirt in Niedertaufkirchen hatte sich der Schieber aber bereits während seiner Anfahrt geöffnet und über die Straßen der gesamten Ortschaft verteilt. Mehrere Tage hielt sich der Gestank in der Luft. Foto dpa
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Die Bauern sind derzeit wieder in Aktion: Überall wird Gülle ausgebracht als Dünger für den nächsten Anbau. Bei einem Landwirt in Niedertaufkirchen hatte sich der Schieber aber bereits während seiner Anfahrt geöffnet und über die Straßen der gesamten Ortschaft verteilt. Mehrere Tage hielt sich der Gestank in der Luft. Foto dpa

In Niedertaufkirchen stinkt es. Weil ein Landwirt bei der Ausfuhr von Gülle offensichtlich aus Versehen den Schieber geöffnet hatte, landeten Tausende von Litern Gülle nicht etwa auf dem Feld, sondern sie verteilten sich über den gesamten Gemeindebereich von Niedertaufkirchen.

Aufwendige Säuberungsmaßnahmen wurden dadurch am vergangenen Donnerstag notwendig.

Niedertaufkirchen - Sie ist immer noch zu bemerken, die Landluft, die seit Donnerstag die Bevölkerung von Niedertaufkirchen den Atem anhalten lässt. Über eine Strecke von knapp vier Kilometern, so schätzt Bürgermeister Sebastian Winkler, hatte am Donnerstag ein Güllefass seinen Inhalt verloren, offensichtlich, weil der Landwirt versehentlich die Schleusen seinen Güllefasses geöffnet hatte. Von Fränking kommend über die Kreisstraße Mü36 durch die Ortschaft, den Berg runter und anschließend über die Gemeindestraße von Freiling über Unterscherm bis nach Hilling verteilte sich auf diese Weise der stinkende Dünger quer durch den ganzen Ort. Bürgermeister Sebastian Winkler spricht von etwa 8000 Liter, die sich über sein Gemeindegebiet verteilt hätten.

Passiert sei das Ganze am Donnerstagnachmittag, erklärt Winkler. Ein Bauhofmitarbeiter hatte die Verunreinigung bemerkt und daraufhin sofort den Bürgermeister verständigt. Da auch die Kreisstraße betroffen gewesen sei, habe man unverzüglich das Landratsamt in Mühldorf verständigt, sagt Winkler. Von dort sei dann eine Spezialfirma aus Maitenbeth verständigt worden, die über ein aufwendiges Verfahren zunächst die Gülle unter Hochdruck aufweichte und anschließend über einen Sammelbehälter aufgesogen hat, erklärt Bürgermeister Winkler das Prozedere.

Die Reinigungsarbeiten seien seinen Angaben zufolge bereits knapp eineinhalb Stunden nach dem Vorfall eingeläutet worden, um durch die Gülle die Verkehrssicherheit nicht zu gefährden. "Die Rutschgefahr war groß", sagt dazu Winkler. Zwar habe man sofort entsprechende Schilder aufgestellt, die auf die Verunreingung der Straße hingewiesen hätten. Aber nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn zu dieser Zeit ein Motorradfahrer über die verunreinigten Straßen gefahren wäre, so Winkler weiter.

Unter Hochdruck arbeitete die Spezialfirma an der Reinigung der Straße, bis spät in die Nacht sei die Kreisstraße gesäubert worden, tags darauf die Gemeindestraße in Richtung Hilling. An Allerheiligen sei die Straße zwar wieder sauber gewesen, der Gestank war aber auch bei den Gräberumgängen allgegenwärtig.

Und auch nach einigen Tagen noch ist der Geruch wahrnehmbar. Vor allem der Bevölkerung stinkts beziehungsweise den Verkehrsteilnehmern, die an diesem Tag durch Niedertaufkirchen fuhren. Denn die Gülle hält sich hartnäckig an den Autos, der Gestank auch nach mehreren Autowaschungen ist noch deutlich zu bemerken. Dazu kommt: Wer die rechtzeitige Autowäsche übersehen hat, der hat sich die Gülle mit auf die Einfahrt genommen oder sogar mit in die Garage. Auf jeden Fall dürfte dem Verursacher die Säuberungsarbeit teuer zu stehen kommen. Von einigen tausend Euro ist die Rede. je

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