Gründungsfest mit sechsmonatiger Verspätung: KSK Niedertaufkirchen erhält Ehrenband

Pfarrer Franz Eisenmann segnet das Ehrenband.Jaensch
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Pfarrer Franz Eisenmann segnet das Ehrenband.Jaensch

Feier zum 110. Vereinsjubiläum nachgeholt, verbunden mit der Mahnung: Die Toten verpflichten die Lebenden. Warum die Arbeit der Krieger- und Soldatenkameradschaft auch heute noch wichtig ist.

Von Karlheinz Jaensch

Neumarkt-St. Veit – Die Krieger- und Soldatenkameradschaft Niedertaufkirchens hatte im Mai dieses Jahres ein besonderes Fest geplant. Gemeinsam mit den Ortsvereinen und den Fahnenabordnungen aller Kameradschaften des Landkreises sollten in einem Festzug durch das Dorf und anschließend auf dem Schulplatz der 110. Geburtstag des Vereins und gleichzeitig 75 Jahre Frieden in Europa gefeiert werde. Corona hatte diesem Vorhaben einen Strich durch die Rechnung gemacht. Jetzt wurde die Feier als Friedensfest nachgeholt.

Nationalismus führt zu Unfrieden

Die aktuelle Corona-Situation erlaubte wiederum nur einen kleinen Rahmen in der Martinskirche. Verbandspfarrer Franz Eisenmann erklärte im Gottesdienst an einem Gleichnis von Jesus, wie wichtig es Gott sei, dass Menschen ihre Talente nicht ruhen lassen, sondern sie einsetzen für den Dienst am Nächsten. Dann weihte er das Ehrenband des Volksbundes, das Landrat Maximilian Heimerl als Vorsitzender der Volksbundes im Landkreis an die Fahne der KSK Niedertaufkirchen heftete.

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Jugendliche aufrufen, sich um den Frieden zu bemühen

Der Landrat war auch der erste Festredner, der dem Verein zu seinem Jubiläum beglückwünschte. Er erklärte die Inschrift des Ehrenbandes „morturi viventes obligant“, wörtlich „die Toten verpflichten die Lebenden“. Mit diesem lateinischen Spruch will der Volksbund die Jugendlichen aller Länder eingedenk der vielen Kriegstoten zu Friedensbemühungen aufrufen. Hier lobte er die Bemühungen der KSK, die dieses Ziel durch Spendensammlungen und andere Aktionen großartig unterstützen. Er verlas und überreichte an den Vorstand auch die Urkunde, die der Volksbund mit dem Band an die Geehrten ausstellt.

Stephan Mayer zu den Kriegstoten: Das Leben für falsche Ziele geopfert

Der zweite Festredner Stephan Mayer, Staatssekretär im Bundesinnenministerium, dankte, dass diese Feier trotz Corona abgehalten wurde. Er zeigt die schlimmen Folgen vor allem von Nationalismus und Rassismus auf, die zu Unfrieden führten. Er berichtete dabei von einem Besuch eines Soldatenfriedhofes, wo die Grabsteine zeigen, wie jung die Menschen sind, die meist für falsche Ziele ihr Leben opferten. Es sei wichtig, alles zu tun, den Frieden zu erhalten und zu sichern. Das tue die Bundeswehr seit 65 Jahren im In- und fernen Ausland. Dadurch sicherten sie die Freiheit und Stabilität der Demokratie vieler Menschen. Die Kameradschaften unterstützten das und den Gemeinsinn. Und nur gemeinsam, meint der Politiker, würden wir auch die Pandemie besiegen.

Wenn Kriegsdenkmäler zu Friedensdenkmälern umbenannt werden

Der Vorsitzende des KSK-Kreisverbandes Mühldorf, Franz Maier, erinnerte an die Arbeit und das Motto der Kameradschaften, die sich für Frieden einsetzen und die Kriegsdenkmäler mittlerweile in Friedensdenkmäler umbenennen. Sein Dank galt der KSK für deren großartige Bereitschaft zur Friedensarbeit.

75 Jahre Frieden sei ein Grund der Freude und des Feierns

Artur Klein, Geschäftsführer im Volksbund des Bezirks Oberbayern, gratulierte auch deshalb, weil man in Niedertaufkirchen 110 Jahre lang immer eine gute Vorstandschaft gefunden habe, die den tüchtigen Verein zusammengehalten und erhalten habe. 75 Jahre Frieden sei ein Grund der Freude und des Feierns. Durch Zusammenführen der Jugendlichen aus einst durchaus verfeindeten Ländern, geschehe besonders an Soldatenfriedhöfen wirkungsvolle Friedensarbeit.

Bürgermeister rückt die Wichtigkeit für das gesellschaftliche Leben in den Fokus

Schirmherr und Bürgermeister Sebastian Winkler würdigte die Arbeit der Vorstandschaft, die das Fest für den Mai so großartig vorbereitet hatte, das aber jetzt in diesem kleinen Rahmen abgewickelt werden müsse. Jede Form von Friedensarbeit sei ihm ein Anliegen, betonte er. Die Kameradschaft sagte er, leiste jedes Jahr einen wichtigen Beitrag für das gesellschaftliche Leben des Ortes.

Nie im Streben nach Frieden nachlassen

Vorsitzender Josef Weiß fasste in seiner Dankesrede die Ziele der Soldatenkameradschaften zusammen, und ermahnte seinerseits die Menschen, auf keinen Fall in den Bemühungen um Frieden nachzulassen.

Landrat Max Heimerl heftet das Ehrenband an die Fahne der KSK.
Vorsitzender Josef Weiß nimmt die Urkunde von Landrat Heimerl entgegen.

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