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Die Geschichte von Neumarkt-St. Veit

Großbrand und Wiederaufbau: Chronisten sprechen von zweiter Gründung

Schöner und größer als zuvor: Die Chronisten waren sich nach dem Wiederaufbau einig. Dieser Stich von stammt aus dem Jahr 1715 stammt von Michael Wening.
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Schöner und größer als zuvor: Die Chronisten waren sich nach dem Wiederaufbau einig. Dieser Stich von stammt aus dem Jahr 1715 stammt von Michael Wening.
  • VonWalter Jani
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1708 brannte das Kloster St. Veit komplett nieder. Abt Marian Wieser ließ es wieder aufbauen, und zwar schöner als zuvor.

Neumarkt-St. Veit – Seit 900 Jahren gibt es das Kloster von St. Veit. In all den Jahrhunderten blieb auch das Kloster nicht von Katastrophen verschont. Die größte ereignete sich vor mehr als 300 Jahren, als die Gebäude Opfer eines Großbrandes geworden sind.

Der Brand bricht im Küchenbereich aus

Am 29. April 1708 bricht gegen 9 Uhr vormittags im Küchenbereich neben dem Rauchfang ein kleines Feuer aus. Die ersten Versuche der Ordensbrüder, den Brand noch in der Entstehungsphase einzudämmen schlagen fehl und so nahm das Schicksal seinen Lauf. Ohnmächtig müssen die Mönche und die geschockte Bevölkerung zusehen, wie sich das Feuer immer weiter ausbreitet, die mächtige Kuppel brennend vom Kirchturm herabstürzt und das ganze Kloster in einem riesigen Flammenmeer versinkt.

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Kirchturm, Geläute und Uhrwerk betroffen

Die Chronisten berichten: „Das Feuer welches in der Küche entstand, legte fast das ganze Kloster in Schutt und Asche, so den oberen Abteistock und den darauf befindlichen Getreidekasten, die Mönchszellen, die Kirchenbedachung, den Kirchturm und das Geläute mit Uhrwerk.“

Die Kuppel fiel herab

Diesen Berichten zufolge fiel die mit Weißblech bedeckte Kuppel des Turmes herab. Das große hölzerne Kreuz in der Kirche, das schon 1639 dem Brande entgangen war, fiel herab, wurde mit Steinen bedeckt und nur wenig beschädigt. Das Kircheninnere wurde kaum in Mitleidenschaft gezogen, „da die Gewölbedecke der Hitze und dem Druck des zusammenbrechenden Dachstuhls standhielt“.

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Neues Kloster am Taubenberg kommt nicht – stattdessen Wiederaufbau

Der Schaden ist mit circa 60 000 bis 70 000 Gulden so groß, dass Abt Marian Wieser einen Neubau des Klosters am gegenüber liegenden Taubenberg in Erwägung zieht, jedoch von seinem Konvent überstimmt wird.

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Schon 1709 kann ein neues Uhrwerk installiert, sechs neue Glocken werden gegossen

In einem großen Kraftakt gelingt unter seiner Führung der Wiederaufbau innerhalb der nächsten Jahre. Schon 1709 kann ein neues Uhrwerk installiert und können sechs neue Glocken gegossen werden, darunter die fast zwei Tonnen schwere Vitusglocke.

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Stundenschlag ist seit 300 Jahren zu hören

Zusammen mit ihren Schwestern ist ihr Geläut und der Stundenschlag seit nun mehr als 300 Jahre zu hören. Am Ende von Wiesers Amtszeit vermerkten die Chronisten damals, dass nach dem Wiederaufbau das Kloster St. Veit schöner und größer dasteht als es vorher der Fall war. Als Beweis für diese Aussage dient bis heute der um 1715 geschaffene Kupferstich von Michael Wening, der das wiedererstandene Kloster verewigt hat.

Marian Wieser gilt als zweiter Klostergründer

Abt Marian Wieser wird nach dieser Lebensleistung als zweiter Klostergründer bezeichnet. Im Jahre 1720 zeigten sich bei ihm erste Spuren von Gehirnerweichung. Es wird von drei Schlaganfällen berichtet, die ihn zur Aufgabe seines Amtes im Dezember 1720 zwangen. Er stirbt am 6. Februar 1723 im Alter von 70 Jahren und findet in der Mönchsgruft seine letzte Ruhestätte.

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