Glaskunst aus der Region

Groß, klein, transparent oder bunt: Niederbergkirchener kreiert beeindruckende Glaswerke

Ihr Hof in Kinning ist ihre Galerie: Bettina Schranner ist Glaskünstlerin. Bei der Erstellung ihrer Kunstwerke wendet sie einespezielle Methode an, die sich Glasfusing nennt.
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Ihr Hof in Kinning ist ihre Galerie: Bettina Schranner ist Glaskünstlerin. Bei der Erstellung ihrer Kunstwerke wendet sie eine spezielle Methode an, die sich Glasfusing nennt.

Ihr Hof ist ihre Galerie: Künstlerin Bettina Schranner aus Niederbergkirchen hat sich der Glaskunst verschrieben. Dass sie für ihre Experimente mit Glas gerne auch Nachtschichten einzulegen bereit war, erzählt sie im Portrait.

von Sophia Strasser

Niederbergkirchen– Eine lebensgroße Statue aus Holz, mit Krone und einem Mantel aus Draht. Daneben ein Ofen, wie in Großmutters Küche, aber mit silbern glänzender Rückwand. Ein altes Schiebetor mit goldenem Punkt, ein großer Sichtschutz aus Bambusstämmen aufgefrischt mit einem übergroßen Blatt. Glas – das verbindet alle diese Gegenstände und die einzigartige Gestaltung macht jedes zu einem Hingucker.

Erstes Lehrmädchen in einer Glaswerkstatt

Schöpferin der Designobjekte ist Bettina Schranner aus Kinning bei Niederbergkirchen. Die 43-jährige ist gelernte Kunstglaserin und mit ihrem Label „glasigart“ selbstständig – bereits seit 15 Jahren. „Nach der mittleren Reife mit 16 habe ich die Lehre bei einer großen Kunstglaserei und Glasmalerei in München begonnen.“, erzählt Schranner. Die Lehre sei eine harte Schule für sie gewesen: „Ich war das erste Lehrmadel überhaupt in der Glaserwerkstatt. Mein Ausbilder tat sich damit noch sehr schwer. Es war keine leichte Zeit, aber wir hatten trotzdem viel Spaß und interessante Aufträge.“

Mit 20 Jahren bereits Verantwortung im Lehrbetrieb übernommen

Nach der Lehre arbeitete Schranner ein halbes Jahr bei einer Kunstglaserei in Wiesbaden, übernahm dann aber eine Filiale ihres Vaters in München. Dieser hatte selbst eine Glaserei, allerdings eine Bauglaserei für Fenstergläser und Ähnliches. „Auf einmal hatte ich die Verantwortung für zwei Angestellte und nacheinander zwei Auszubildende. Da war ich erst 20 Jahre alt.“

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Für die Experimente am Fusingofen Nachtschichten eingelegt

Sechs Jahre lang führte die Kunstglaserin die Filiale, merkte dabei aber immer mehr, dass ihr das Künstlerische in ihrer Arbeit fehlte.

„Glasgestaltung neben der „normalen“ Glaswerkstatt aufzubauen, war zeitlich unmöglich.“ So habe sie viele Nachtschichten und ihre Freizeit mit Experimenten am Fusingofen verbracht. „Einige Versuche haben sich als „Renner“ erwiesen, es gab aber auch schon haufenweise Scherben!“

Als Schranner für ihre Designstücke bei kleineren Ausstellungen sehr positives Feedback bekam, beschloss sie, sich damit selbstständig zu machen. „Ich wollte schon immer große Elemente für den Innen-, als auch Außenbereich bauen. Etwas, an dem man sich jeden Tag auf’s Neue freut und das noch dazu einen Nutzen für den Eigentümer hat.“ Küchenrückwände, Raumteiler, Einsätze für Türen und vieles mehr kreiert sie. Schranner arbeitet dabei ganz individuell nach dem Wunsch des Kunden, Entwurf oder in Anlehnung an ein Muster.

Expertin in Sachen „Glasfusing“

„Wenn ich dazwischen viel übrige Zeit habe, entstehen auch schon mal reine Kunstobjekte wie große Glasstehlen, Bilder oder sogar Brunnen aus Glas. Glas in Verbindung mit Wasser, das fasziniert mich“, meint die 43-jährige.

Schranners Label „glasigart“ steht aber nicht nur für ihre Kunstwerke. Die Künstlerin verwendet bei ihren Objekten eine spezielle Methode, genannt „Glasfusing“. Dabei werden mehrere Glasschichten Übereinandergelegt und bei 850 Grad im Ofen verschmolzen. „Jede einzelne Schicht kann individuell gestaltet werden, so kann man Tiefe und 3-D-Effekte erzeugen.

Lufteinschlüsse sorgen für eine besondere Wirkung im Sonnenlicht

„Vor allem die entstehenden Lufteinschlüsse sorgen für eine besondere Wirkung im Sonnenlicht.“ erklärt die Kunstglaserin. „Die so gestalteten Glaselemente können, wenn gewollt, anschließend bei niedrigerer Hitze noch gebogen werden.“

Zusätzlich zu den Auftragsarbeiten bietet Schranner Glasfusing-Workshops an. „Ich lasse die Teilnehmer ganz frei arbeiten. Es fasziniert mich immer wieder, welche Kunstwerke dabei entstehen.“

Die Workshops werden über die Volkshochschulen angeboten. Aber auch als Teambuildingmaßname, Firmenausflug oder Geburtstagsevent waren schon Gruppen da.

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