Salesianerpater Bernhard Stiegler referiert über die Kraft des Glaubens beim Thema "Burnout"

Der Glaube lädt die Batterie wieder auf

Pater Bernhard Stiegler mit den Initiatorinnen des Pfarrgemeinderates Rosa Perseis (Mitte) und Brigitte Gillhuber. Foto edi
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Pater Bernhard Stiegler mit den Initiatorinnen des Pfarrgemeinderates Rosa Perseis (Mitte) und Brigitte Gillhuber. Foto edi

Lohkirchen - Längst haben andere Themen das "Burn-out" aus den Medien verdrängt. Trotzdem leiden nicht weniger Menschen unter dieser Form einer Depression.

Der Salesianerpater Bernhard Stiegler, Direktor der Salesianer in Waldwinkel und Pfarrer von Aschau am Inn, versuchte, in einem vom Lohkirchener Pfarrgemeinderat initiierten Vortrag diese Erkrankung unter dem Aspekt des Glaubens und der Spiritualität seinen Zuhörern näher zu bringen.

Wenn ein Mensch die "Farben des Lebens" nicht mehr wahrnehmen kann, der Tag keine Höhen und Tiefen mehr für ihn hat oder er in seinem Beruf eine Art "innerer Kündigung" vollzieht, kann dies ein Symptom für Burn-out sein, ebenso wie Zweifel an der eigenen Leistungsfähigkeit Nicht selten gesellen sich körperliche Symptome wie Schlafstörungen trotz verstärkter Müdigkeit, Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen oder Rückenschmerzen dazu. "Ausgebrannt sein beginnt als langsam schleichender Prozess", stellte Pater Stiegler fest. Die Ursachen dafür lägen oft in einem Perfektionsstreben, aber auch in dem Erkennen persönlicher Defizite oder private Probleme.

Zu den weiteren Ursachen zählte der Referent den Wertewandel in der Gesellschaft und schlug damit den Bogen zur Spiritualität und Religion. "Das Vertrauen in sogenannte göttliche Fügungen verliert seine Bedeutung." Individuelle Entscheidungen hätten immer mehr Vorrang vor dem Einfluss "höherer Mächte". Zu oft fehlten dem Menschen die Seele und der Geist, die zusammen mit dem Körper seiner Ernährung, Bewegung, Erholung und der Begegnung mit Anderen eine stabile Persönlichkeit bilden sollten.

Gerade aber die Seele und der Geist würden gefördert in einem guten Betriebsklima, bei gegenseitiger Entlastung im Team, bei Sport, Musik, Hobbies, Gebet und Meditation. Wer seinem Leben Profil gibt durch das bewusste Annehmen von Höhen und Tiefen, durch die Pflege von Kontakten zu Verwandten, Freunden oder Vereinskameraden kann aufkommende Monotonie durchbrechen.

"Wer sein Leben in Gott festmacht, kann Kraft, Halt und Energie aus dem Glauben beziehen und die Lebensfreude erhalten", versicherte Pater Stiegler. Dabei wies er ausdrücklich auch darauf hin, dass damit nicht allein die christlichen Religionen gemeint wären. Das Gebet könne "die Batterie wieder aufladen", so der Referent, es sei wichtig für die Psychohygiene; nicht Gott brauche unser Gebet, sondern wir selber. edi

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