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Stadtarchivpfleger Walter Jani spricht über den Baubetrieb im Kloster - Vortrag am Samstag im Vitusstüberl

Es gibt kein Bier mehr von St.Veit

Der letzte Sud: Vor 30 Jahren gingen in der Klosterbrauerei die Lichter aus. Foto Archiv
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Der letzte Sud: Vor 30 Jahren gingen in der Klosterbrauerei die Lichter aus. Foto Archiv

Neumarkt-St. Veit - Am 3.

März 1984 erschien im Neumarkter Anzeiger ein denkwürdiger Artikel mit der Überschrift: "Klosterbrauerei stellt den Sudbetrieb ein - am Ende einer 350jährigen Brauereitradition - Lohnbraubrief aus der Paulaner-Gruppe - Marke, Qualität und Vertrieb bleiben unverändert". Diese Nachricht schlug damals ein wie eine Bombe und löste einen Schock in der Rottstadt und bei den Geschäftspartnern der Klosterbräu St.Veit AG aus.

Fünf Jahre zuvor klang es nämlich noch ganz anders vom neuen Hauptaktionär, der Paulanerbräu München. Die nämlich hatte versprochen, dass die Neumarkter auch in Zukunft auf "ihren" Gerstensaft nicht zu verzichten hätten.

Um Genaueres zu ermitteln, führte 1978 Redakteur Hermann Weilhammer vom Neumarkter Anzeiger ein Telefongespräch mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden Dr. Wrede in München über das weitere Vorgehen der Münchner Brauerei. Im daraufhin erschienenen Artikel gab Weilhammer bekannt, dass die Geschäftsführung und die Produktion in der Klosterbräu St. Veit AG auch nach dem Ausscheiden von Brauereidirektor Richard Schmidt zum 30. September 1978 ohne Einschränkungen fortgeführt werde. Gerüchte über eine Einstellung der Produktion in der St. Veiter Klosterbrauerei wurden entkräftet, die rund 50 Arbeitsplätze schienen gesichert.

Doch mit Einsetzung des neuen Brauereidirektors Hans Holzinger einige Wochen später begann der planmäßige Rückbau der Bierproduktion. Über das Ende des Brauereibetriebes in St.Veit waren die Informationen aus München dann auch nur vage. Während der Redakteur im Artikel vom 3. März 1984 davon ausging, das die Bierherstellung gegen Jahresende 1984 eingestellt werde, wurde schon einen Monat später am 5. April 1984 das letzte Bier in St. Veit eingesotten. Als Hauptgrund zur Einstellung des Braubetriebes führte der Brauereidirektor an, dass die notwendigen Investitionen in die Klosterbrauerei als "nicht wirtschaftlich erscheinen" und das St. Veiter Bier zukünftig im Lohnbrauverfahren von der Paulaner-Gruppe hergestellt wird. Das Bier werde auch künftig unter der Marke "Klosterbräu St. Veit" und in unveränderter Aufmachung vertrieben. Auch sollte laut Ankündigung von Paulaner der Betrieb in St. Veit mit Ausnahme der Eigenproduktion weiterlaufen, von 21 Arbeitsplätzen sollten vier entfallen, die vorhandenen Gebäude in St. Veit als Vollgutlager verwendet werden.

Was aus diesen Versprechungen geworden ist, das konnte jedermann in den nächsten Jahren verfolgen: Das sogenannte Lohnbraubier war nichts anderes als Bier der Paulanerbrauerei, auf deren Flaschen die Etiketten der Klosterbräu St.Veit geklebt wurden. Ein Zustand, der nur für kurze Zeit bestand. Und auch die Hoffnung, dass wenigstens ein paar Arbeitsplätze in St. Veit übrigbleiben würden, wurde durch die Aufgabe des Paulaner-Lagers 1988 zerstört. Mit dem Schlusssatz des Artikels, dass mit der Einstellung des Sudbetriebes in St. Veit Neumarkt zweifelsfrei wieder ein Stück ärmer wird, sollte der Redakteur rechtbehalten.

Um an diesen Trauertag zu erinnern, wird Pater Braumeister Janebas (Walter Jani) am "30. Todestag" (Samstag, 5. April) im Rahmen des Starkbierfestes im Vitusstüberl eine Trauerrede halten. Am Montag, 7. April, ab 19.30 Uhr erzählt Bruder Janebas im Rahmen eines Vortrages die Geschichte der Klosterbrauerei St.Veit in der derselben Lokalität. jaw

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