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GESCHICHTSTRÄCHTIGES GEBÄUDE LEBT WIEDER AUF

Die „Genossenschaft“ wird nun neu eingedeckt und soll als Wohnraum dienen

Im Gebäude war früher eine Privat-, dann eine Genossenschaftsbrauerei untergebracht. Nach 1958 bis 1999 war es der kulturelle Mittelpunkt in Neumarkt-St. Veit.
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Im Gebäude war früher eine Privat-, dann eine Genossenschaftsbrauerei untergebracht. Nach 1958 bis 1999 war es der kulturelle Mittelpunkt in Neumarkt-St. Veit.
  • VonWalter Jani
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Ein trauriger Anblick bot sich vor allem den älteren Bewohnern von Neumarkt in den vergangenen zwei Jahren: die Ruine der „Genossenschaft“.

Neumarkt-St. Veit –Aus der Ruine soll ein wahres Schmuckstück werden: Nach dem verheerenden Brand im Juli 2019 sind die Baumaschinen angerückt, um die alte Genossenschaft zu sanieren. 22 neue Wohnungen entstedhen dort, ohne einen weiteren Quadratmeter Grund in Neumarkt-ST. Veit zu zu versiegeln, das ist mustergültige Verdichtung in der Neumarkt-St. Veiter Innenstadt. Dieses Ziel haben drei junge Männer vor Augen. Sie haben es fest geplant und auch schon begonnen. Die drei Neumarkter Meister sehen darin eine große Chance, aus der Ruine und der Stallung, die einst danebenstand, Wohnräume zu schaffen. Die drei Freunde sind Altmeister Christian Zehentmaier, Maurermeister Markus Wimmer und Gärtnermeister Karl-Heinz Kammermeier.

Damit beantworten die drei eine bange Frage, die sich viele Neumarkt-St. Veiter angesichts der Ruine am Ortseingang gestellt haben: Was passiert mit dem alten Haus, dessen Wurzeln als Teil der Neumarkter Geschichte bis ins 17. Jahrhundert zurück gehen. Wirklich dramatisch wurde sie aber erste im letzten Jahrhundert. Bis 1913 beherbergte das Gebäude eine Privatbrauerei, anschließend bis in die Inflationszeit nach dem Ersten Weltkrieg eine Genossenschaftsbrauerei.

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Um die katastrophale Wirtschafts- und Finanzlage überleben zu können, beschlossen die Firmenleitungen der beiden letzten, in Neumarkt und St. Veit verbliebenen Brauereien zusammenzuarbeiten. Im Vertrag vom 10. April 1923 verschmolz die Genossenschaftsbrauerei mit der Schloßbrauerei Hertrich AG zur Klosterbräu St. Veit-Neumarkt a. R. AG. Die Aufgaben wurden verteilt; die Mälzerei, das Wirtshaus und die Ökonomiegebäude blieben der Genossenschaftbrauerei erhalten, die Anlagen zur Bierherstellung wie Dampfmaschinen und Sudkessel kamen nach St. Veit. Das Gasthaus behielt den Namen „Genossenschaft“ und existierte bis 1999.

Kultureller Mittelpunkt mit Saal und Bühne

Nach dem Einbau eines großen Saales im ersten Stock, mit einer Bühne, im Jahr 1958 war es jahrzehntelang der kulturelle Mittelpunkt der Stadt Neumarkt-St. Veit. Unvergessen sind die politischen Versammlungen, die Vereinsfeiern und gesellschaftliche Feste wie Musik- und Tanzveranstaltungen, Faschingsbälle, Starkbierfeste und Theaterabende.

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Als Wirtspächter fungierten unter anderem Alois Forster, Sebastian Eppeneder, Andreas Lobner und Manfred Wellnhofer, der 1999 als letzter Gastwirt eine lange Tradition beendete.

Das Haus kam nach der Übernahme der Klosterbräu St. Veit A.G. durch die Paulanerbrauerei 1984 in den Besitz der Münchner Brauereigruppe, die es nach der Jahrtausendwende an Nico Forster aus Gutenberg verkaufte.

Ein Brand fügte dem Hauptgebäude großen Schaden zu

Seit dessen überraschendem Tod im Frühjahr 2010 war die Zukunft des – seit 1999 leer stehenden Hauses – lange ungewiss. 2012 wurde das Nebengebäude, die ehemalige Stallung, abgerissen, das Hauptgebäude selbst wurde im Sommer 2019 ein Raub der Flammen. Seit einigen Monaten wird jetzt fleißig gebaut. Das Nebengebäude wurde außen wieder dem früheren Stil nach aufgebaut. Jetzt erhält das alte Wirtshaus eine neue Bedachung und wird nach denkmalschutzrechtlichen Vorgaben saniert.

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Die Aufgabe als kultureller Mittelpunkt der Stadt wird es allerdings nicht mehr übernehmen. In den sanierten Gebäuden wird neuer Wohnraum geschaffen. Die älteren Neumarkter können jedoch nach Fertigstellung der Arbeiten beim Anblick des Hauses ihre Erinnerungen an die Jugendzeit auffrischen und ihren Kindern und Enkeln von alten Zeiten erzählen.

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