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Gerüstet für den Wettbewerb 2016

Die SOB als kleines gallisches Dorf, dass sich gegen die großen Konkurrenten Veolia, ALEX, Netinera und Agilis behauptet. Zuversichtlich blicken Christian Kubasch (links) und Christoph Kraller in die Zukunft. Fotos je
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Die SOB als kleines gallisches Dorf, dass sich gegen die großen Konkurrenten Veolia, ALEX, Netinera und Agilis behauptet. Zuversichtlich blicken Christian Kubasch (links) und Christoph Kraller in die Zukunft. Fotos je

Die Pünktlichkeitsquote ist mit 97 Prozent überdurchschnittlich, bei der Kundenzufriedenheit nimmt die Südostbayernbahn (SOB) eine Spitzenstellung ein und die Anzahl der Beschäftigten wurde innerhalb der vergangenen zehn Jahre verdoppelt. Gute Voraussetzungen, um sich auch in Zukunft dem Wettbewerb zu stellen. Bei der Zehn-Jahr-Feier im Kulturbahnhof in Neumarkt-St. Veit lobte auch Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil das zielstrebige Unternehmen.

Neumarkt-St. Veit - "Bei Ihrem Engagement und mit Ihren Mitarbeitern können Sie sich jedem Vergleich stellen", gratulierte Zeil zum bislang Erreichten. Der SOB bescheinigte er, sie sei "bei der Kundenzufriedenheit die Nummer eins unter allen DB-Region-Verkehrsunternehmen". Am "Bahnland Bayern" habe die SOB einen großen Anteil aufgrund der Entwicklungen in den zurückliegenden Jahren. Umweltfreundlichkeit, Zuverlässigkeit und Attraktivität nannte er als Schlagworte. "Wir setzen ganz stark auf die Schiene, wenn es darum geht, die steigenden Mobilitätsanforderungen unserer Gesellschaft zu erfüllen."

Die Bahnreform habe seit 1996 einiges bewegt: Das Angebot sei von 82 Millionen auf 114 Millionen Zugkilometer gestiegen, "über sechs Millionen davon werden von der Südostbayernbahn bestellt". Mit der Einführung des Bayerntakts seien die Fahrpläne kontinuierlich besser geworden. "Wir haben dichtere Takte, längere Betriebszeiten und optimierte Anschlussverbindungen." Ein intelligent getaktetes Angebot und ein erfolgreiches Verkehrskonzept, das auf den Umsteigeknoten Mühldorf basiert, sei das Erfolgsmodell der SOB.

Die Pünktlichkeitsquote der SOB sei "absolut erstklassig". Doch benötige Pünktlichkeit Infrastruktur, so Zeil weiter. Den Ausbau des Liniensterns Mühldorf, die Ertüchtigung der Strecke Mühldorf nach Landshut und der Rottalbahn, die Modernisierung bestehender Stationen oder die Realisierung neuer Haltepunkt, wie zuletzt "Rosenheim Hochschule", spreche für die Zielstrebigkeit der SOB, ganz nah am Kunden zu arbeiten.

Besondere Bedeutung ließ Zeil der Magistrale, die West-Ost-Verbindung von Paris über München nach Budapest, zukommen, wofür auch der Abschnitt München-Mühldorf-Freilassing ausgebaut werden müsse. Seit langem stehe diese Maßnahme im Bundesverkehrswegeplan. Alleine für bayerische Projekte würden derzeit allerdings rund 5,5 Milliarden Euro fehlen. Er forderte eine deutliche Anhebung des Schienenetats von einer Milliarde Euro jährlich, um den Investitionsrückstand zu kompensieren.

Ständig steigende Infrastrukturgebühren würden die Erfolge der Regionalisierung darüber hinaus zunichte machen. Von 900 Millionen Euro verfügbarer Mittel für den Regionalverkehr würden über 60 Prozent zurück an den Bund fließen. Und dennoch habe man es geschafft, das Angebot zu verbessern, was Zeil auch an der Vergabe im Wettbewerbsmodus festmachte. Auch die SOB müsse sich ab 2016 wieder diesem Wettbewerb stellen, doch Zeil zweifelte nicht an der SOB: "Sie legen sich mächtig ins Zeug, um hier noch viele Geburtstage feiern zu können."

Klaus-Dieter Josel, Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn in Bayern, nahm direkt darauf Bezug: "Der Wettbewerb ist hart, aber er bewegt auch einiges. Wir sind sehr gut aufgestellt, verfügen über hervorragende Voraussetzungen", blickt er der neuen Ausschreibung zuversichtlich entgegen. Die SOB sei "eine von mehreren Perlen innerhalb des Konzerns, doch eine, die besonders glänzt", würdigte er das Unternehmen. "Eisenbahn aus einer Hand", beschrieb er das Zusammenwirken von DB Netz und DB Regio. Er sprach die Erfolge an, die schon 1992 mit den Doppelstockwagen begonnen haben, ihre Fortsetzung 1994 mit dem Linienstern Mühldorf fanden und schließlich in die Gründung der SOB 2002 mündeten.

Die Magistrale als Hindernis sprach Martin Siebert, Sprecher des Kundenbeirats, an. Weil der Ausbau im Zuge dieser Strecke auf europäischer Ebene entschieden werde, zeigte er sich nicht gerade euphorisch, was einen raschen Ausbau der Strecke von Mühldorf nach München betrifft.

Er schätze die Möglichkeit, dass es bei der SOB die Möglichkeit gebe, sich kritisch, aber dennoch konstruktiv zu äußern und Probleme anzusprechen. "Viel ist dadurch schon erreicht worden, aber noch viel mehr ist noch zu tun." Das betreffe den Ausbau des Schienenverkehrs im Stundentakt oder die Bereitstellung von Spätzügen, die auch nach 22 Uhr fahren sollten.

Christoph Kraller, Geschäftsführer des SOB, freute sich über die Entwicklung des Unternehmens nach zehn Jahren: Die Zahl der Beschäftigten sei von 420 auf 800 gewachsen, "wir zählen damit zu den größten Arbeitgebern im Landkreis". 2011 sei das bislang beste Geschäftsjahr gewesen mit besten Bewertungen bei der Fahrgastzufriedenheit und nahezu optimaler Quote, was die Pünktlichkeit betrifft. Die Ertüchtigung des Streckennetzes, die Optimierung der Mobilität und dazu Fahrten im Stundentakt seien weitere große Ziele. "Leidenschaft erzeugt Begeisterung. Begeisterte Mitarbeiter erzeugen begeisterte Kunden." Entsprechend zuversichtlich blicke er deswegen in die Zukunft.

je

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